Trotz Verbot präsentiert Artega das E-Stadtauto Karo auf der IAA

Details aus der Karolino Fertigung
Artega
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Nach einem Urteil des Oberlandesgericht München darf der Karolino von Artega nicht mehr beworben werden. Ein Besuch der IAA 2019 scheidet somit aus. So zumindest unsere Meldung von Ende August. Und dennoch scheint es Artega mit dem Karo, der wohl gereiften Version des Karolino, auf die IAA geschafft zu haben. Auf deren Webseite fehlt allerdings weiterhin jede Spur, sowohl von Karo als auch Karolino.

Auf der IAA selbst war eine wohl leicht abgewandelte Version des Karolino/Microlino zu sehen – Details zur aktuellen Auseinandersetzung findest du in diesem Artikel. Nachfolgend haben wir die wichtigsten Informationen aus der Pressemitteilung des Karo von Artega für dich zusammengefasst.

Karo als vollelektrische Wiedergeburt des kultigen Kabinenrollers

Selbst bezeichnet sich der Karo als vollelektrische Wiedergeburt der kultigen Kabinenroller der 1950er-Jahre, an deren Designsprache sich der Karo orientiert. Angeboten wird der Karo in vier Ausstattungslinien, wobei diese ab Oktober 2019 auf der dazugehörigen Webseite www.dasautochen.de konfiguriert und bestellt werden kann. Analog zu Microlino wird man eine limitierte Sonderedition des Karo anbiete, die Sonderedition “Intro”.

“Der Karo ist das perfekte Auto für den umweltbewussten Stadtmenschen. Mit dem Karo bieten wir eine stylische, preisgünstige und nachhaltige Lösung für den Stadtverkehr. Das ‚Autochen‘, wie wir unseren Karo liebevoll nennen, fährt völlig emissionsfrei und wird komplett klimaneutral in Delbrück hergestellt. So machen wir die Luft sauberer und die Innenstädte bunter.” – Klaus Dieter Frers, Geschäftsführer von Artega

Neben “Intro” wird es die Ausstattungsvarianten “Classic”, “Style” und “Edition” geben. Klar ist, Antriebstechnik und Fahrwerk sind bei allen Varianten identisch. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 90 km/h erreicht, das Leergewicht beträgt nur 514 Kilogramm, das Kofferraumvolumen wird mit 514 Liter angegeben. Neben der reinen Auswahl einer der vier Ausstattungsvarianten kann man als Vorbesteller des Karo die technische Ausstattung und die Optik zusätzlich individuell bestimmen.

Karo tritt auch preislich in Konkurrenz zum Microlino

Beginnend ab Oktober 2019 wird der Karo “Intro” als limitierte Sonderedition über 500 Fahrzeuge in zwei Serien aufgelegt. Sie weisen in Material und Design die Handschrift des Firmengründers auf, zudem trägt der „Intro“ seine Signatur und eine individuelle Nummerierung. Das Modell ist in zwei Sonderlackierungen und einer exklusiven Velours- /Leder-Ausstattung erhältlich. Beide Features sind identisch mit dem Artega GT Intro aus dem Jahr 2009. Ab 18.550 Euro zzgl. Mehrwertsteuer wird die Einführungsedition des Karo auf die Straße kommen.

Kurz zur Einordnung von Karo und Microlino: Interessenten können den Schweizer Elektro-Kabinenroller Microlino (hier) ab sofort online konfigurieren. Die Basisversion kostet 12.000 Euro, kommt in „Vienna White“ und bietet 125 Kilometer Reichweite daher.

Artega bietet sein “Classic”-Modell ab 11.995 zzgl. Mehrwertsteuer an,  die Varianten „Style“ – Basispreis 13.440 Euro zzgl. MWSt. und „Edition“ werten das Fahrzeug mit weiteren Merkmalen im Innenraum und Außendesign auf. Die Modellvariante „Edition“ beginnt ab einem Preis von 15.120 Euro zzgl. MWSt. und ist zusätzlich in drei saisonalen Sonderlackierungen verfügbar.

Die Reichweite ist dabei, wie andere Merkmale auch, stark mit dem Microlino vergleichbar. Diese startet ab 125 Kilometer und kann auf 200 Kilometer erweitert werden.

Exterieur und Interieur lassen sich frei konfigurieren

Artega gibt zu verstehen, dass der Kunde bei der Konfiguration die Wahl zwischen fünf ein-und mehrfarbigen Lackierungen sowie vier verschiedenen Felgenoptionen geboten bekommt. Als Besonderheit wird ein Außensoundgenerator der Firma paragon aufgeführt, der zur erhöhten Sicherheit im Straßenverkehr beitragen soll. Bei Ausstattung des Interieurs enthält das Fahrzeug auf Wunsch unter anderem die Smartphoneintegration inklusive dem auf künstlicher Intelligenz basierenden paragon-Sprachassistenten EDWIN, ein Soundsystem oder Textilfußmatten. Zahlreiche produktbezogene Dienstleistungen wie eine Lade-Wallbox inklusive Installation und „Grünem Strom“ oder ein Leasing- und Versicherungsangebot runden das Paket ab.

Analog dem Microlino wird der Karo, ehemals Karolino, ebenfalls in die Fahrzeugklasse L7e eingeordnet und versteht sich somit als leichtes, vierrädriges Kraftfahrzeug mit Antrieb durch einen Elektromotor. Eigener Aussage nach profitiert Artega bei der Entwicklung und Produktion des Karos von seiner jahrelange Expertise im Bereich Elektro-Sportwagen sowie auf die Kooperation mit dem deutschen Autoelektronikhersteller paragon und dessen Tochtergesellschaft Voltabox, einem Marktführer im Bereich Elektromobilität. Dies soll auch zu den 150 Punkten Unterschied zum Microlino beigetragen haben.

Quelle: Artega – Pressemitteilung vom 10. September 2019

5 Kommentare

  1. Glücklicherweise war der Gerichtsbeschluss kurzzeitig zur Einsicht hochgeladen.
    Dort konnte man sehen, dass bei jedem Merkmal Micro gegenüber Artega gewonnen hat.

    Glaubt Frers er kommt damit durch wenn er zwei Merkmale minimal ändert?!
    Wirklich schade, dass Artega lieber auf 90er China-Kopier-Klitsche macht,
    als ein guter Auftragsfertiger zu sein und parallel ein Folgemodell vom Tazzari Zero entwickelt.
    (für den Zero hätten sie die Rechte, für den Microlino eben nicht)

    Ich hoffe Plan B von Micro läuft endlich an, sonst ist der Zug abgefahren
    und das Vertrauen in beide Firmen ruiniert.
    Mit Artega wird das ‘imho’ nichts mehr.

  2. Schade, dass einem betrügerischen Auftragsfertiger hier auch noch die Möglichkeit gegeben wird, seine Produkte zu bewerben. Die Anführung der Ausstattungsvarianten mit den Preisen, als Ersatz zur nun verbotenen Präsentation auf deren Internetseite, wäre wirklich nicht notwendig gewesen.

  3. Egal ob nun geklaut oder nicht. Schon das original, Damals BMW, war ein echtes Sch. Auto. Eng unsicher. Ich setze mich da lieber in den Bus, Tram, s Bahn oder laufe. Wozu haben wir schließlich Beine.

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