Tesla: Im Endstadium der Standort-Auswahl für europäische Gigafactory angelangt

Europas Gigafactory wird nicht so trostlos aussehen

Copyright Abbildung(en): Felix Mizioznikov / Shutterstock.com

Im Rahmen der Verkündung der finalen Zahlen für das dritte Quartal 2019 hat Tesla seine europäische Gigafactory ins Gespräch gebracht. Man gab zu verstehen, dass noch 2019 die Entscheidung fallen wird wo in Europa die Gigafactory 4 errichtet werden soll. Gefertigt werden sollen dort Fahrzeuge, als auch Batterien.

Bereits im Juli 2018 sowie in einem Update im April 2019 konnten wir darauf hinweisen, dass eine Tesla-Gigafactory in Europa laut Tesla-Chef Elon Musk gar nicht so unwahrscheinlich zu sein scheint. Interessanter war da eher die Tatsache, dass Musk Deutschland als “erste Wahl” für ein solches Werk von Tesla in Betrachtung zieht

Nach bisherigen Informationen sei Tesla vor allem an möglichen Standorten in Küstennähe interessiert. Musk erklärte sogar, dass “die deutsch-französische Grenze Sinn macht” für eine Fabrik in der Nähe der Beneluxländer. Anfang 2019 folgte dann die Aussage, dass man die Bemühungen, eine Gigafactory nach Europa zu bringen, “beschleunigt”.

Im dritten Quartal, bestätigte Tesla, dass man sich in der “Endphase” der Auswahl eines Standorts für eine europäische Gigafactory befindet: “Wir sind in der Endphase unseres Standortauswahlverfahrens”, so Tesla wörtlich. Das Unternehmen bestätigte auch, dass die Fabrik sowohl das Model 3 als auch das Model Y produzieren wird:

Anfang dieses Sommers gab Musk zudem zu verstehe, dass er erwartet, dass der Bau innerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate “weit fortgeschritten” sein wird und die europäische Gigafactory bis Ende 2021 in Betrieb gehen wird.

Es besteht kein Zweifel, dass eine europäische Gigafactory helfen würde, die Kosten für lokale Fahrzeuge zu senken. Zudem würde die Zeit zwischen Produktion und Lieferung drastisch verkürzt werden, was Teslas Gesamtfinanzen ebenfalls verbessern wird.

Quelle: electrek.co – Tesla is in ‘final stages’ of selecting site for European Gigafactory

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9 Antworten

  1. War nicht mal die Rede von Emden? Eine GF in Deutschland wäre natürlich der Stich ins Herz der deutschen Verbrennergesellschaft und ein richtiger Schritt in die richtige Richtung.

  2. “War nicht mal die Rede von Emden? Eine GF in Deutschland wäre natürlich der Stich ins Herz der deutschen Verbrennergesellschaft und ein richtiger Schritt in die richtige Richtung.”
    eine GF in Deutschland wäre mitnichten ein Problem für die deutsche Pkw-Wirtschaft sondern ein Lehrbeispiel wie man sich auf die Nase legt: Tesla im Kampf mit deutschen Genehmigungsbehörden, Gewerkschaften, Umweltschützern, Betriebsräten, Arbeitsschutzvorschriften .. die kommen dann so richtig in der Realität an.

    GM ist übrigens insolvent gegangen wegen ihrer Betriebsgewerkschaft und die Fusion Daimler-Chrysler ist ebenfalls seinerzeit gescheitert an Gewerkschaftsmacht.
    Bislang hat sich Tesla einen gewerkschaftsfreien Raum geschaffen. in D geht das nicht.

    1. >>Tesla im Kampf mit deutschen Genehmigungsbehörden, Gewerkschaften, Umweltschützern, Betriebsräten, Arbeitsschutzvorschriften .. die kommen dann so richtig in der Realität an. <<

      Bei der Übernahme der deutschen Firma Grohmann hat Tesla als erste Massnahme den Tariflohn eingeführt.

      In Frankreich sind Arbeitnehmerproteste noch viel härter als in Deutschland. Ich vermute , das auch bei Tesla Menschen mit Verstand arbeiten.

      Ausserdem sollten wir uns nicht so weit aus dem Fenster lehnen. Tarifangestellte werden in der Automobilindustrie gut bezahlt. Aber Leiharbeiter (und die werden heute viel häufiger eingesetzt als neue Arbeitskräfte fest anzustellen) sieht es ganz schön mau aus mit den Rechten und der Bezahlung (im Verhältnis).
      Die Angestellten in den neu eröffneten Werken in Ostdeutschland könnten Ihnen auch ganz genau erklären wo da die Unterschiede zwischen neu eingestellten und west Mitarbeitern mit Bestandsschutz ist.

      1. “Die Angestellten in den neu eröffneten Werken in Ostdeutschland könnten Ihnen auch ganz genau erklären wo da die Unterschiede zwischen neu eingestellten und west Mitarbeitern mit Bestandsschutz ist.”

        Mit Sicherheit gibt es da Unterschiede –
        Thema Leiharbeiter/Stammpersonal: Die revidierte Gesetzeslage hat die ersteren erheblich gestärkt – sie verdienen nahezu das gleiche wie Stammpersonal. Ansonsten kann ich nur meine persönlichen Eindrücke von diversen Werksbesichtigungen der deutschen PKW-Industrie widergeben:
        Ich habe niemanden dort gesehen, dem man nicht beim Laufen die Schuhe besohlen konnte. Meistens stand man in Grüppchen rum und quatschte oder hielt sich an einem Besen fest.
        Das interessanteste waren in einem Fall (VW Emden) die in der Kantine rumliegenden Zettel mit den Tariflöhnen.

        1. Danke dass Sie uns an Ihren gesammelten Erkenntnissen aus diversen Werksbesichtigungen teilhaben lassen! Ich habe es immer gewusst! Die Belegschaft besteht nur aus überbezahlten Faulenzern und Taugenichtse – das haben Ihre Schilderungen eindeutig belegt! Ich danke Ihnen für den hoch investigativen Einsatz. Früher war alles besser.
          (Wer Sarkasmus findet darf ihn behalten)

    2. GM ist wegen schlechten Produkten und schlechtem Management kaputt gegangen. Wer “Genehmigungsbehörden, Gewerkschaften, Umweltschützern, Betriebsräten, Arbeitsschutzvorschriften” als schlimm empfindet, kann sehr gerne seinen Lebensunterhalt mit eigener Hände Arbeit (!) in Bangladesh verdienen. Dort scheint ja alles besser zu laufen, insbesondere für Arbeitnehmer.

  3. Meiner Meinung nach sollten solche Standortentscheidungen im europäschen Kontext geschlossen werden. Natürlich würde sich jedes Land über eine GF freuen wegen der direkten und indirekten Arbeitsplätze. Aber nützt es wenn es dann immer nur die reicheren Länder sind die solche Fabriken und Schlüsseltechnologien innehalten? Dürfen nicht auch solche Industriearbeitsplätze in strukturschwächeren EU Ländern geschaffen werden?
    Ich denke da an Länder wie Portugal, Italien, Kroatien, die baltischen Staaten mit Küstenbezug oder auch an Tschechien/Polen. Gut im Vgl. zu Deutschland wird es da nicht die super ausgebaute Infrastruktur zu Zulieferbetrieben für Automobilteile geben, aber eine solche Industrie wird sich schon schaffen oder eben die dazugehörige Logisitk.
    Jedenfalls würde sich schon eine Grenzregion als neuer Standort anbieten um mehrere Länder zu begünstigen.

  4. Dann sollten Sie sich mal bei Onkel Musk persönlich auf Twitter beschweren, da kommt man ja bekanntlich am besten an ihn heran. Von der Logik und Vernunft einer Gleichverteilung des Wohlstandes sind Ihre Argumente natürlich richtig. Am Ende zählt aber wohl mehr als nur das, sondern eben auch Fachkräfte, bestehende Zuliefererstrukturen und Zugang zu Universitäten etc., wie Sie schon richtig angemerkt haben.
    Nicht umsonst hat sich Bosch für den Standort Dresden entschieden beim Aufbau seiner neuen Chipfabrik. Man kann direkt Fachkräfte von der Konkurrenz abwerben, hat zahlreiche Zuliefererstrukturen in unmittelbarer Fabriknähe und eine Uni mit entsprechenden Absolventen sowie zugehöriger Forschungslandschaft. Anders herum konnte man auch jammern warum viele Konzerne und Hidden Champions der alten Bundesländer oft nur Produktionsstätten (verlängerte Werkbank) im Osten haben und keine Entwicklungsabteilungen. Das wäre ebenso ein Beitrag um Wahlstand besser zu verteilen, Pendleraufkommen zu reduzieren und Mietpreisdruck in den eh schon „überlasteten“ Ballungsgebieten zu reduzieren. Passieren tut es aber eher selten.

  5. Gegen Deutschland spricht sicherlich die Gefahr von komplizierten Baugenehmigungsverfahren (und wehe bei Baubeginn wird entdeckt dass in einem der zu fällenden Bäume irgend ein seltener Käfer gesichtet wurde – Baustopp!)

    Für Deutschland spricht der leichtere Zugang zu fachlich gut ausgebildetem Personal.

    Falls die Entscheidung auf Deutschland fallen sollte, werden sie wohl eher nicht in der Pampa die Fabrik errichten. Dort werden sie nämlich nicht so leicht die Mitarbeiter finden. Rhein-Ruhr Gebiet würde sich sowohl infrastrukturell als auch von her Personal anbieten.

    Ich hoffe aber eigentlich, dass Tesla eher in einem Land sich ansiedelt in der Strom nicht mit fossilen Energieträgeren erzeugt wird. Norwegen, Österreich oder die Schweiz wären diesbezüglich gut. Frankreich .. naja .. Atomstrom eben.

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