Tesla will alte Akkus wiederverwerten – keine Second Life Verwendung geplant

Tesla will künftig seine alten Akkus selbst recyclen
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Im kürzlich veröffentlichten Tesla Impact Record 2018 hat Tesla darauf hingewiesen, dass man seit Beginn der Produktion des ersten Elektroautos, des originalen Tesla Roadsters, über 550.000 Fahrzeuge ohne Emissionen verkauft hat. Seitdem hat die Fahrzeugflotte von Tesla bisher über 10 Milliarden Meilen (~ 16 Mrd. km) zurückgelegt und dazu beigetragen, dass über vier Millionen Tonnen CO2 die Umwelt nicht belasten.

Des Weiteren gibt der Impact Report aber auch einen Ausblick was Tesla künftig in puncto Umwelt und Nachhaltigkeit geplant hat. So wird der E-Autohersteller in seiner Gigafactory 1 ein eigenes Recycling-Programm aufbauen, um die Rohstoffe aus den alten Akkus für die Herstellung neuer zu gewinnen.

Tesla beschäftigt sich mit Aufbau von Recycling-Prozessen in eigener Gigafactory

Hierzu befindet man sich derzeit in der Entwicklung eines entsprechenden Recyclingsystems, um sowohl alte Akkus, als auch den Produktionsausschuss wieder nutzen zu können. Tesla möchte somit Lithium, Kobalt, Kupfer, Aluminium und Stahl wiederverwenden, um diese für den Einsatz in neuen Akkus entsprechend aufzuarbeiten.

Tesla möchte somit vielfach zum Einsatz kommenden Kreislauf “des Nehmens, Herstellens und Verbrennens der fossilen Brennstoffe” wegkommen und stattdessen eine Wiederverwertung der alten Akkus im eigenen Unternehmen etablieren. Auch aus wirtschaftlicher Sicht soll sich ein entsprechender Prozess rechnen, da die Rückgewinnung aus alten Akkus günstiger als der Kauf und Transport neuer Rohstoffe sein soll.

“Aus wirtschaftlicher Sicht erwarten wir langfristig deutliche Einsparungen, da die Kosten für die großflächige Rückgewinnung und das Recycling von Batteriematerialien weitaus geringer sein werden als für die Beschaffung und den Transport neuer Materialien.” – Zitat aus Tesla Impact Record 2018

Viele Akkus gibt es allerdings noch nicht, die das Ende ihrer Betriebsdauer erreicht haben. Derzeit könne man größtenteils nur Akkus aus internen Prozessen: Entwicklungsabteilung, Qualitätsmanagement oder Produktionsausschuss recyceln. Diese werden bereits jetzt schon dem Recycling zugeführt, sagt Tesla. Allerdings mache das Unternehmen das nicht selbst, sondern beauftrage damit externe Dienstleister.

2017 hatten wir bereits darüber berichtet, dass ein Tesla Model S nach 400.000 Kilometer noch 93% Akkukapazität aufweisen konnte. Kürzlich setzte Musk noch eins drauf und teilt mit, dass man das Model 3 gebaut haben, um so lange zu halten wie ein kommerzieller LKW, eine Million Meilen (knapp 1,6 Mio km). Die Batteriemodule sollen zwischen 482.000 bis 800.000 km schaffen. Da darf man sich die Frage stellen, wann wird man erstmals Batterien in größerer Menge in der Gigafactory 1 recyceln.

Second Life für alte Akkus bei Tesla derzeit keine Option

Tesla nimmt mit diesem Weg deutlichen Abstand von dem anderer Automobilhersteller, welche ihre Batterien vor allem sogenannten Second Life Projekten zuführen. Jaguar Land Rover beispielsweise setzt sowohl auf Second-Life-Strategie, als auch Recycling bei E-Autobatterien. Gemeinsam mit der brasilianischen Federal University of Santa Catarina (UFSC) will Nissan an künftigen Second-Life-Anwendungen für gebrauchte Elektroauto-Batterien forschen und arbeiten.

Ebenfalls hat der Autohersteller Toyota mit dem Stromversorger Chubu Electric Power eine Vereinbarung mit dem Ziel geschlossen, ein gemeinsames Batterie-Projekt zu starten. Der Fokus liegt auf Second-Life und Recycling. Der Autohersteller Renault und das britische Unternehmen Connected Energy haben zwei erste Schnellladestationen eröffnet, bei denen gebrauchte Batterien aus Elektroautos im Second Life als stationäres Speichersystem dienen. Die Einsatzzwecke für “alte Batterien” scheinen endlos.

Quelle: Golem.de – Tesla will Altakkus wiederverwerten

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