Streetscooter-Chef: „Wollen führende Plattform für Energie- und Logistikdienstleistungen werden“

Jarretera / Shutterstock.com
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Jörg Sommer leitet seit April Streetscooter, ein Tochterunternehmen der Deutschen Post DHL, mit dem der Logistikriese elektrische Kleintransporter für die Paketlieferung produziert. Sommers Ziel ist es, den Lieferverkehr weltweit CO2-neutral zu gestalten, wie er in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung erklärte.

Generell bestehe die Herausforderung bei Elektroautos darin, „dass Elektromobilität erschwinglich werden muss. Das darf kein Elitenthema sein, vielmehr muss es eine Volksbewegung werden“, so der Streetscooter-Chef. Dazu gehören „günstige Preise und eine ausreichende Ladeinfrastruktur.“ Der Streetscooter sei ein gutes Beispiel dafür: „Er ist kein Luxusgut, er ist ein Betriebsmittel. Wir sind sozusagen der elektrische Volkstransporter für die sogenannte letzte Meile.“

Um den Lieferverkehr in Innenstädten weltweit CO2-neutral zu machen, soll der Streetscooter nicht nur bei der Deutschen Post DHL, sondern auch bei vielen anderen Unternehmen eingesetzt werden. „Die Mehrzahl unserer Streetscooter werden wir in den nächsten Jahren an viele ähnliche Kunden aus der Post- und Logistikindustrie verkaufen“, sagte Sommer der SZ.

Zwar fährt der Streetscooter der Post momentan noch Verluste ein, allerdings vor allem aufgrund der hohen Investitionen, die im Vorlauf der Produktion notwendig waren. Streetscooter arbeite momentan daran und sei „auf gutem Weg“, in die Gewinnzone zu kommen. „Wir sind dabei, uns profitabel aufzustellen. Dabei werden uns auch die Partner helfen, die wir gewinnen wollen“, so der Manager.

„Die Deutsche Post hat mit viel Weitsicht in die Zukunft der Zustellung investiert und eine weltweit einzigartige E-Mobilitätsplattform mit mehr als 10.000 elektrischen Lieferfahrzeugen aufgebaut. Und das Interesse im Markt zeigt, dass dies Früchte tragen wird.“ – Jörg Sommer, Streetscooter CEO

Auch die Beschäftigten von Streetscooter seien „begeistert, dass wir internationalisieren.“ Schließlich seien „viele von ihnen angetreten, um Geschichte zu schreiben und ein Stück die Welt zu verbessern“, sagte Sommer. In einer Partnerschaft mit dem chinesischen Hersteller Chery etwa, der 500 Millionen Euro in das Gemeinschaftsunternehmen investiert, sei der Bau von 100.000 Fahrzeugen geplant.

Für das kommende Jahr seien auch in den USA Pilotprojekte geplant, einige Betreiber großer Flotten hätten bereits Interesse am Streetscooter angemeldet. „Natürlich werden wir die ersten Fahrzeuge in die USA exportieren“, sagte Sommer der SZ. „Aber im großen Stil macht perspektivisch nur eine lokale Fertigung Sinn. Das sehen Sie ja auch bei anderen Herstellern.“

Sommer will Streetscooter zur führenden Plattform für Energie- und Logistikdienstleistungen machen, wie er in dem Interview erklärte. Der große Vorteil seines Unternehmens sei es, das Thema ganzheitlich zu betrachten: „Tausende E-Transporter können Sie nur in ihre Flotte nehmen, wenn Sie auch ihre Depots elektrifizieren. Diese Kompetenz hat sich Streetscooter mit der Post erarbeitet: Wir haben schon mehr als 700 Depots bei Deutsche Post DHL elektrifiziert. Internationale Flottenbetreiber sind hochinteressiert, dass wir ihnen aus einer Hand entsprechende Lösungen liefern“, so Sommer.

Quelle: Süddeutsche Zeitung – Elektromobilität: „Das muss eine Volksbewegung werden“

Ein Kommentar

  1. Auch hier verstehe ich die Bundesregierung nicht, es würde sich relativ schnell Luftverbesserungen ergeben, wenn man die letzte Meile mit E- Transportern durchführen würde. Statt einfach das Projekt Streetscooter wie Airbus einst, massiv zu fördern, überlässt man das Thema sich selbst. Obwohl die Post ein Staatsunternehmen ist und man relativ unkompliziert darauf Einfluss nehmen könnte. Ich persönlich finde es sehr schade wie es läuft.

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