VW setzt auf CO2-Reduktion bei Zulieferer

Stefan Sommer, VW-Einkaufsvorstand: „CO2 zu reduzieren ist keine Raketenwissenschaft“

Copyright Abbildung(en): Volkswagen AG

Ende November konnten wir berichten: VW kommt bei nachhaltiger und effizienter Produktion schneller voran. Um genau zu sein werden VW-Fahrzeuge heute um 37 Prozent umweltverträglicher hergestellt als 2010. Damit liege Volkswagen über seinem Plan. Dennoch hat man es nicht gänzlich alleine in der Hand wie der Einkaufschef des Volkswagen-Konzerns, Stefan Sommer, dem Handelsblatt zu verstehen gab.

Um die CO2-Reduktion maßgeblich und nachhaltig zu beeinflussen sei man auf die Hilfe der Zulieferer angewiesen. Sommer gab hierzu zu verstehen: „Natürlich können wir die CO2-Neutralität beim Elektroauto ID.3 nur erreichen, wenn auch die Zulieferer bilanziell CO2 neutral produzieren.“ Künftig wird daher nicht nur der Preis und die Qualität eine Rolle beim Einkauf von VW spielen, sondern auch das neu eingeführte Nachhaltigkeitsrating. So müsse jeder Lieferant zertifiziert sein, um künftig weiterhin Aufträge von Volkswagen zu bekommen. Denn VWs Priorität liegt klar auf der Vermeidung von CO2. Erst wenn es gar nicht anders geht, kaufen wir als Kompensation Zertifikate dazu, so Sommer weiter.

„Das alte eingespielte System ändert sich. Bislang ging alles nur nach „best cost“. Das führt zu Vorteilen der Produktion in Niedriglohnländern, meist in Übersee“, so der VW-Einkaufsvorstand zur aktuellen Situation. Sommer zeigt sich aber auch zuversichtlich, dass wenn CO2 bepreist wird, der Transport teurer wird. Des Weiteren dürfte es Zulieferern in manchen dieser Länder schwer fallen, überhaupt Grünstrom zu beziehen. Hier könne dann unter anderem Deutschland seine Vorteile ausspielen, welche sich durch kurze Wege und eine lückenlose Dokumentation auszeichnen. „Zumindest wird der eine oder andere durch die CO2-Bepreisung wieder wettbewerbsfähiger. Im Idealfall ist das CO2-Ticket teurer als die Mehrkosten der Inlandsproduktion“, so Sommer weiter.

„Ja, aber CO2 zu reduzieren ist keine Raketenwissenschaft. Die Kohlendioxid-Emissionen sind einfach zu sehen wie ein Kostenfaktor. Man kann genau sagen, wieviel Aufwand mit einem Bauteil verbunden ist und was es uns kosten darf. Da gibt es spezielle Programme mit Parametern, die auch den CO2-Footprint ermitteln. Damit wissen wir genau, dass ein Bauteil beispielsweise 40 Euro kostet, und dass bei der Produktion zum Beispiel 500 Gramm CO2 entstehen.“ – Stefan Sommer, Einkaufsvorstand Volkswagen

VW ist allerdings auch bewusst, dass vor allem Zulieferer Schwierigkeiten bekommen könnten, welche bislang ausschließlich Teile für Verbrennungsmotoren bauen. „Sie müssen Fantasie für neue Produkte entwickeln“, so der Einkaufsvorstand. Eins ist aber auch ganz klar: „Wer zu spät reagiert, wird zu den Verlierern gehören. In 20 Jahren wird VW kaum mehr Teile für Verbrennungsmotoren brauchen.“ Sprich, wenn ein Zulieferer jetzt nicht anfängt, sein Geschäftsmodell umzustellen, dann ist das Auftragsvolumen für Volkswagen eines Tages weg.

Quelle: Handelsblatt – VW-Einkaufsvorstand Sommer: „CO2 zu reduzieren ist keine Raketenwissenschaft“

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „Stefan Sommer, VW-Einkaufsvorstand: „CO2 zu reduzieren ist keine Raketenwissenschaft““ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
8 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Einhergehen muss dann auch die transparente Aufschlüsselung der verwendeten Materialien und deren Foodprint – einfach zur zu sagen unsere Autos sind so unglaublich teuer weil wir im Einkauf wie besessen darauf schauen CO2 in der Lieferkette zu reduzieren ist zu wenig.

Aussagen (speziell aus dem VW Konzern) sollte jeder Politiker, Bürger und vor allem Konsument 3x überprüfen und ohne Transparenz die Hände davon lassen – dies würde generell allen Herstellern gut tun, wir Konsumenten sind mündig geworden!

Es wird wenig über den „Elektrosmog“ bei Elektroautos geschrieben.

Kürzlich habe ich aus zuverlässiger Quelle erfahren, das mindestens 2 Besitzer von Tesla3 ihre Fahrzeuge gegen Brennstoffmodele einer deutschen Marke ausgetauscht haben, da sie unter zunehmenden gesundheitlichen Beschwerden wie Müdigkeit, Kopfschmerzen litten, welche nach dem Wechsel völlig verschwunden sind.
Es waren dies notabene wohlhabende Kunden.

Ich erwäge derzeit mich nach einem Elektroauto umzuschauen. Den neuesten Entwicklungen nach, kommt dahingehend ein VW Autohaus in Frage. Wie Sie bereits erwähnen, führen die VW Modelle zu Einsparungen was Kohlendioxid betrifft. Ich denke, dass ich das in Betracht ziehen werde. Vielen Dank!

Diese News könnten dich auch interessieren:

Hyundai, LG und Next liefern Regelleistung aus E-Autos ins Stromnetz
PowerCo und Umicore liefern ab 2025 Kathodenmaterial nach Salzgitter
Citroën und Ubitricity starten Lade-Partnerschaft für E-Autos

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).