Plug-in-Hybrid nur sinnvoll „wenn ich bereit bin, das Auto regelmäßig aufzuladen“

Plug-in-Hybrid nur sinnvoll „wenn ich bereit bin, das Auto regelmäßig aufzuladen“

Copyright Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto- Nummer: 1520446172

Mit dem Plug-in-Hybrid GLE 350de bringt Mercedes-Benz einen SUV mit einer beachtlich hohen elektrischen Reichweite von mehr als 100 Kilometern auf den Markt. Baureihenleiter Andreas Zygan erklärte in einem Interview mit Electrified die Vorteile der Technologie, wie hoch er das Absatzpotenzial dieser Antriebsvariante einschätzt und warum er ein Auto mit fast 2,5 Tonnen Gewicht noch für nachhaltig hält.

Die nach Norm 106 Kilometer Elektro-Reichweite des Teilzeitstromers GLE geben „dem Kunden Sicherheit“, so Zygan, um bei einem Großteil der alltäglichen Fahrten lokal emissionsfrei zu fahren. „Mit dieser Reichweite bauen wir das Vertrauen in die Technologie aus“, meint Daimlers SUV-Chefentwickler. Das Fahrzeug sei „so konzipiert, dass der Kunde keinen Nachteil kauft.“

Ihm ist aber auch wichtig zu betonen, dass Elektromobilität mit diesem Fahrzeug „nur dann funktioniert, wenn ich bereit bin, das Auto regelmäßig wieder aufzuladen.“ Dann bestehen für die täglichen Pendlerstecken auch „kaum Einschränkungen bei der Nutzbarkeit“ der Elektro-Reichweite. Zygan erwartet innerhalb der Baureihe einen prozentualen Anteil von Plug-in-Hybriden „in der Größenordnung zwischen 15 und 20 Prozent“.

Bei Langstrecken auf der Autobahn ohne die Zusatzkilometer aus der Akku seien Kunden mit diesem Auto mit einem Verbrauch unterwegs, der einem herkömmlichen Vierzylinder-Diesel von Daimler entspricht, also etwa „sechs bis sieben Liter“, so Zygan. Daimler habe sich deshalb für eine Kombination von Diesel und Hybrid entschieden, weil es sich um die „verbrauchstechnisch günstigsten Technologien“ handle: „Mit Blick auf den CO2-Ausstoß sind es nun einmal diese beiden Technologien.“

„Das Laden muss alltäglich werden“

Zwar sind rein aus CO2-Sicht reine Elektroautos die bessere Wahl, wie etliche Studien bereits bewiesen haben. Und „es gibt bereits heute eine große Bandbreite an Elektroautos, doch der Kunde kauft sie bisher nicht in dem Maße, wie man das erhofft“, sagt Zygan. Der Kunde wolle „weiter die Freiheit haben, ohne Einschränkungen überall hin zu fahren. Mit dem Plug-in-Hybrid sind sie jederzeit mobil“. Der Daimler-Entwickler ist jedoch davon überzeugt, dass es gelingen müsse, „das Laden zu etwas Alltäglichen werden zu lassen.“

Für Menschen, die sagen, dass man ein Auto mit einem Gewicht von fast 2,5 Tonnen unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten nicht fahren dürfe, hat Zygan eine interessante Antwort parat: Er frage diese Menschen, „was sie fahren und was sie mit ihrem Auto verbrauchen. Dann höre ich häufig einen Verbrauch von sechs Litern.“ Er selbst hingegen verbrauche auf seiner „täglichen Strecke über 84 Kilometer von Karlsruhe nach Stuttgart im Hybridmodus 4,6 Liter.“

Quelle: Electrified — „Mit dieser Reichweite bauen wir das Vertrauen aus“

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „Plug-in-Hybrid nur sinnvoll „wenn ich bereit bin, das Auto regelmäßig aufzuladen““ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
29 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Ich finde es einfach genial einen Hybrid mit 100 km Reichweite im Angebot zu haben. Vor allem gepaart mit dem super sauberen Mercedes 4 Zylinder Diesel ein echter Beitrag zum Umweltschutz. Nachdem ich meinen C 350 e, der eine lächerliche elektrische Reichweite von nur 20 km hat, durch Rekuperation bisher 30% aller Kilometer elektrisch bewegen konnte, habe ich nun den GLE 350 de bestellt, mir einen großen Batteriespeicher und Wallbox angeschafft sowie 10KWp PV Anlage aufs Dach gesetzt. Ich plane den GLE mit mindestens 90% Sonnenstrom zu fahren. So macht CO2 Reduktion wirklich Freude.
Hoffe es gibt mehr Menschen, die die Angebote der Industrie auch annehmen und mit Freude optimal für die Umwelt nutzen und nicht aus Gründen irgendwelcher Steuererleichterungen agieren. Habe daher sehr viel Sympathie für Ideen, die Menschen dazu bewegen maximal elektrisch zu fahren. Motivierende Systeme, wie Bonuspunkte für elektrisches Fahren im Stadtbereich, sollten in der heutigen Zeit und Vernetzung der modernen Autoelektrik von Hybridautos kein Problem sein. Nachdem ich mich sehr stark für ein Verbot von privatem (nicht professionelles zentral genehmigtes) Sylvesterfeuerwerk eingesetzt habe und durch Greta Thunberg auch erste positive Schritte sehe, werde ich mich als nächstes auf motivierende Systeme zur Maximierung von Elektronutzung der Hybridautos konzentrieren. Vielleicht lässt sich damit sogar Geld verdienen. Ich kann nur jeden empfehlen, der Umweltthemen kommentiert, sich immer selbst Projekte zu suchen, wie er und andere die Umwelt etwas verbessern können. Gemeinsam sind wir stark. In diesem Sinne einen hervorragenden Start in das neue Jahrzehnt.

eine jener deutschen Marken die bis 2030 Geschichte ist – siehe aktuelles YT Video von 404Volt

Mercedes ist beim neuen PHEV ehrlich und gibt den Dieselverbrauch im reinen Verbrennermodus ähnlich ihrer normalen Diesel bekannt.
Jeder Hybrid, nicht nur die aufladbaren, laufen immer ca 20 % günstiger als Normale die nicht rekuperieren können. Wie hier auch andere von ihren Erfahrungen mit Ampera von Opel berichten, ich hatte auch einen 8 Jahre lang. 2,5 l / 100 Km Normalbenzinverbrauch. Um noch tiefer zu kommen, ist absolut möglich, dann müsste aber zu oft aufgeladen werden. Das ist aber nicht der Zweck eines PHEV s. Jetzt fahre ich meistens einen neuen EV, die ja heute 400 Km Reichweite haben. 2011 gab es dies noch kaum.

Diese News könnten dich auch interessieren:

Skoda setzt 2021 trotz Corona und Halbleitermangel weltweit 878.200 Fahrzeuge ab
Elektrotransporter Ford E-Transit kommt im Mai zu den Händlern
GM will umfassende Wasserstoff-Infrastruktur aufbauen

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).