Nissan Leaf Batteriewechsel für ~20.250 Euro. Alles andere als ein Schnäppchen!

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Nissan behält das Ladeverhalten der bisher über 400.000 verkauften Leafs im Auge. Die jüngsten Daten zur Lebensdauer der Nissan-Batterie deuten darauf hin, dass die Batterie selbst etwa zehn bis zwölf Jahre nach der Lebensdauer des Autos halten kann. Dies scheint jedoch nicht bei jedem Leaf der Fall zu sein.

Nissan berechnet 22.250 Euro für einen Akku-Wechsel

Ein langjähriger Nissan Leaf Besitzer und Elektroauto-Enthusiast aus Australien kann die Lebensdauer des Fahrzeugs, bei der Nissan von zehn Jahren aus geht, nicht bestätigen. Im Gegenteil. Phillip Carlson erwarb bereits die erste Generation des Leaf mit 24 kWh-Akku, für damals rund 32.500 Euro. Mittlerweile hat der Akku seine Leistungsfähigkeit eingebüßt und Carlson sollte um die 22.250 Euro für einen Austausch der Batterie bezahlen. Im Vergleich dazu kostet ein entsprechender Gebrauchtwagen gerade einmal 7.250 Euro.  Doch betrachten wir das Ganze ein wenig ausführlicher.

Carlson schien sich von Beginn an im Klaren darüber zu sein dass die angepriesenen Kilometerangaben nicht zu erreichen sind. Vor allem im Winter war es schwierig auch nur annährend an die angepriesenen 170 km Reichweite heranzukommen; 110 km waren eher an der Tagesordnung.  Bedingt hierdurch reichte er eine Reihe von Beschwerden über sein Fahrzeug bei seinem Händler während der Garantiezeit ein. Stets kam nur die Antwort, dass alles in Ordnung sei mit dem Fahrzeug. Das Reichweiten-Problem blieb allerdings bestehen.

2017, fünf Jahre nach dem Kauf des Leaf, kam dieser gerade einmal noch auf 60 km Reichweite. Die Batterie war rein theoretisch immer noch über die fünfjährige Garantie abgedeckt. Carlson bekam sogar Problem, wenn er nur von zu Hause zum Autohaus und zurück fahren musste, um einen entsprechenden Service/Wartung vorzunehmen.

Guter Kundenservice geht anders

Anfang 2019 betrachtete ein Nissan-Händler im Australian Capital Territory den Leaf genauer und unterbreitete ihm ein Angebot für umgerechnet 22.250 Euro. Allerdings nicht, um den Leaf in Zahlung zu nehmen, sondern für den Austausch/Wechsel der Batterie. Carlson weigerte sich bisher, die überteuerte Rechnung für den Austausch der Batterie zu bezahlen.

Derzeit seien Carlson und Nissan Australia auf der Suche nach einer Lösung für dieses Problem. Was Carlson betrifft, so sieht er sich nicht in Verantwortung. Der Elektroauto-Enthusiast argumentierte, dass viele der Batterieprobleme seines Fahrzeugs auf Nissans Design zurückzuführen seien, dem es an ausreichenden Kühlsystemen mangele.

Doch trotz seiner unangenehmen Erfahrungen mit dem Leaf erklärte er, dass er nicht die Absicht habe, ein nicht-elektrisches Fahrzeug zu kaufen. Der Ingenieur bemerkte, dass sein nächstes Auto definitiv vollelektrisch sein wird. Aber eben kein Nissan Leaf mehr. Stattdessen interessiere er sich für ein Model 3 von Tesla. Nissans Umgang mit dem Batterie-/ Reichweitenproblem sei ein Alptraum gewesen, aber letztendlich betrachtet Carlson den kleinen, bescheidenen Leaf immer noch als ein „fantastisches“ Auto.

Update – 18. Oktober 2019

Wie The Car Guy berichtet, hat es sich bei der ursprünglichen Rechnung offenbar um einen Fehler des Händlers gehandelt. Nissan Australia bietet einen Batteriewechsel bei der ersten Generation des Leaf für 9.900 Australische Dollar (rund 6.000 Euro) plus die Arbeitszeit (angeblich vier bis fünf Stunden) an.

Quelle: Teslarati – Nissan Leaf owner looks to buy Tesla Model 3 after battery invoice nightmare // The Car Guy – Nissan Leaf Battery Cost – The Truth, Not Fiction

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Dass ein Händler zu seinen Gunsten mal die Reparatur- und Austauschkosten kräftig pusht und ratlose Kuden über den Tisch zieht, ist eine alte Erfahrung aus der Verbrennerzeit. Vor etwa 15 Jahren brühwarm mitbekommen, als meine Schwiegermutter mit ihrem Opel Corsa einen winzigen Parkrempler an einer niedrigen Begrenzungsmauer hatte, der Wagen dann nicht mehr reagierte und alle Elektrik tot war, der Meister der Vertragswerkstatt ihr vorlog, die gesamte zentrale Steuerung der Elektrik sei durch den Rempler kaputt und müsse getauscht werden, Kosten 3500 Euro, also fast wirtschaftlicher Totalverlust, der danebenstehende Azubi sichtbar um Luft rang. Schweren Herzens in Auftrag gegeben. Dann aber erfuhr der Mann ihrer türkischen Putzfrau davon und bot an, das Auto zum Zeitwert unrepariert zu übernehmen. Schnell den Auftrag widerrufen, Auto unrepariert aus der Vertragswerkstatt abgeschleppt. Ergebnis: Das türkische Ehepaar hat ihn für kleines Geld repariert (nur korrodierte Verbindung) und war unendlich dankbar für einen fahrtüchtigen Kleinwagen. Meine Schwiegermutter hat für den Rest ihres Lebens auf ein Auto verzichtet.

Leider kann ich den BERICHT nur BESTÄTIGEN. Der Umgang von NISSAN mit Kunden ist eine KATASTROPHE und die Garantie auf den Akku keinen Cent wert. Aber auch bei anderen Garantiefällen (Spurfehler an der – starren – Hinterachse) versuchte NISSAN die Kosten auf die Kunden abzuwälzen.

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