Nissan erprobt die Integration von Elektroautos in öffentliche und private Stromnetze

Nissan erprobt die Integration von Elektroautos in öffentliche und private Stromnetze

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Nissan will die E-Mobilität in den Alltag bringen. Nicht auf der Straße, sondern auch als Stromspeicher für öffentliche und private Stromnetze. Das Nissan Vehicle-to-Grid (V2G) Anlagen im Nissan Technical Centre Europe (NTCE) nutzt, um Nachfragespitzen beim Strom auszugleichen und E-Fahrzeuge zu laden ist seit November 2016 bekannt. Nun möchte man ab 2020, mit Projektpartnern, die Integration von Elektroautos in öffentliche und private Stromnetze testen.

Bereits im Oktober 2018 konnten wir berichten, dass der Nissan Leaf – Testbericht zur 1. Generation // Testbericht zur 2. Generation – sowie einer innovativen Lade- und Energiemanagement-Technologie ist es gelungen, erstmals ein Elektroauto gemäß allen regulatorischen Anforderungen eines Übertragungsnetzbetreibers (ÜNB) für die Primärregelleistung zu qualifizieren. Dies hat zur Folge, dass es als Regelkraftwerk in das deutsche Stromnetz integriert wird. Ein Durchbruch zur Etablierung der sogenannten Vehicle-to-Grid-Technik (V2G) in Deutschland.

Nissan bringt E-Autos als Energiespeicher in private Haushalte

Ab 2020 soll das Projekt „i-rEzEPT“ starten. Die Fahrzeuge können dabei als Pufferspeicher für überschüssige Energie etwa aus lokalen regenerativen Quellen dienen und zugleich Strom für den Regelenergiemarkt bereitstellen. „i-rEzEPT“ steht hierbei für „Intelligente Rückspeisefähige Elektrofahrzeuge zur Eigenstrommaximierung und Primärregelleistungsmarkt-Teilnahme“. Ins Leben gerufen wurde das Projekt von Nissan gemeinsam mit Bosch Software Innovations und den Fraunhofer-Instituten IAO und IFAM.

Insgesamt 2,39 Millionen Euro stellt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im Rahmen der Förderrichtlinie Elektromobilität zur Verfügung, um dieses Projekt zu unterstützen. Die Initiatoren möchten mit dem Projekt die Verbreitung und Akzeptanz von Elektrofahrzeugen weiter vorantreiben. Vonseiten Nissan werden unter anderem die Elektrofahrzeuge und die Lade-Infrastruktur zur Verfügung.

Im Fokus steht hierbei der Nissan LEAF, der bis heute das einzige vollelektrische Serienfahrzeug ist, das über eine bidirektionale, also rückspeisefähige Lademöglichkeit verfügt (Vehicle to Grid, V2G) und damit elektrische Energie sowohl aus dem Stromnetz entnehmen als auch in das Netz einspeisen kann. Im Rahmen des Projektes sollen 20 Fahrzeuge und 20 rückspeisefähige Ladestationen zum Einsatz kommen, 15 davon in ausgewählten Einfamilienhäusern.

Leaf speichert überschüssige Solarenergie und gibt diese bei Bedarf wieder ab

Geplant ist, dass die Fahrzeuge überschüssige Solarenergie, die auf den Hausdächern gewonnen wird, in ihrer Batterie zwischenspeichern und bei Bedarf an den Haushalt abgeben oder in das öffentliche Netz (genauer dem Primärregelleistungsmarkt) einspeisen. Hierdurch will man praktisch testen, ob E-Fahrzeuge eine tragende Rolle bei der Sicherung einer stabilen Energieversorgung spielen und ihren Besitzern durch diesen Service zusätzliche Einnahmen verschaffen könnten. In dem Projekt soll daher ausgelotet werden, ab wann bzw. mit wie vielen Fahrzeugen diese Anzahl erreicht ist.

Der Automobilzulieferer und Projektpartner Bosch kümmert sich um das Energiemanagement zwischen Fahrzeugbatterie, Strombedarf im Haushalt und öffentlichem Energiemarkt durch den Einsatz eines speziellen Controllers. Ab Januar 2020 sollen bereits die ersten Fahrzeuge ausgeliefert werden. Spätestens im Februar haben alle Projektteilnehmer ihren LEAF vor der Tür und ihre installierte Ladestation am Haus. Nach dem zwölfmonatigen Feldtest gehen die Fahrzeuge zurück an Nissan. Die Ladestation können die Nutzer behalten.

Quelle: Nissan – Eigenheimbesitzer gesucht: Nissan startet V2G-Projekt „i-rEzEPT“

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7 Antworten

  1. So richtig rund würde das aber nur werden, wenn es die Möglichkeit einer Art “Virtuellem privatem Netz” (ich will es trotz der Parallele nicht VPN nennen ;-)) gäbe. Ein großer Teil der Arbeitenden Bevölkerung hat doch die Situation, dass eine Solaranlage auf dem Wohnhaus gerade dann Strom produziert, wenn das KFZ, samt übergroßer Speicherbatterie gerade woanders, nämlich am Arbeitsort steht. Das das keine Aufgabe für eine Automobilhersteller ist, ist mir schon klar, da müsste Politisch die Voraussetzung geschaffen werden.

  2. Wär gerne eine der Testpersonen, habe Einfamilienhaus, Photovoltaik Anlage und Leav als E Auto. Das könnte ich mir gut vorstellen. Grüße Christian

  3. Das wäre ein Durchbruch ..allerdings wohnt eben diese Mehrheit der Menschen auch in Mehrfamilienhäusern mit evtl. tiefgaragen ohne auch nur eine normale Steckdose…müsste dann jeder eine starkstromleitung von seinem zähler /zuleitung einzeln zum Parkplatz legen …auch das langersehnte gesetz für mehr mieterrecht bezüglich installationen von Chargern usw rückt immer wieder in den Hintergrund ….solche Themen wären wichtig

  4. Bei uns gibt es Stromversorger die 1:1 den Strom tauschen, wenn am Tag Sonnenstrom eingespeist wird, kann man in der Nacht die gleiche Menge wieder im Haushalt oder E-Auto nutzen.

  5. Die Ankündigungsphase dauert nun schon Jahre. Ich will das für meinen Leaf haben, kriege es aber nicht. Weiß jemand, wo man sich für die Pilotphase bewerben kann? Ich bringe alles mit, was man dafür braucht: Leaf, Wallbox, Krafstrom in der Garage, PV-Anlage und Zeit. Nur keine Geduld mehr. Überflüssiges Geld übrigens auch nicht …

  6. Ich stehe ebenfalls gerne bereit für die Teilnahme an dem Versuch. Habe zwar (noch) kein E-Auto, würde aber eines anschaffen und habe bereits mannigfaltige Erfahrungen mit der E-Mobilität in allen Segmenten (Auto, Roller, Scooter, etc.). Sonst alles vorhanden incl. 2 Solaranlagen.

    Darüber hinaus biete ich auch noch einen Blog rund um Energiethemen von der E-Mobilität über die Speicherung bis zum Marketing an.
    Sollte also jemand den Zuschlag erhalten, gerne hier bei mir melden. Ich berichte dann über den Test.

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