nextmove nimmt Stellung zu den Aussagen von Tesla betreffend Millionenschwerer Bestell-Stornierung

nextmove und Tesla Streit dauert an

Copyright Abbildung(en): Christopher Lyzcen / Shutterstock.com

nextmove gab am Freitag zu verstehen, dass Tesla eine Bestellung von 85 Tesla Model 3 im Wert von rund fünf Millionen Euro storniert habe. Grund hierfür sei die Tatsache, dass man den Prozess zur mangelfreien Übergabe beziehungsweise termingerechte Reparaturen nicht in den Griff bekommt. Kurz darauf hat sich Tesla zum Disput mit nextmove geäußert. Doch damit ist die Geschichte noch nicht beendet.

Stefan Moeller, nextmove-Geschäftsführer, nimmt Stellung zu den Aussagen von Tesla

Gegenüber Teslamag.de gab Tesla zu verstehen, dass es nextmove war, welche die Bestellung storniert habe, bzw. keine weiteren Lieferungen von Fahrzeugen annehmen wollte. Siehe hierzu nachfolgendes Zitat:

„Es ist unzutreffend zu sagen, dass Tesla die Bestellung storniert hat, als es der Kunde war, der sich entschieden hat, keine weiteren Lieferungen von Fahrzeugen anzunehmen, die bereit waren, vor Ort ausgeliefert zu werden.“

Stefan Moeller, CEO nextmove, gab uns gegenüber zu verstehen, dass man fehlerfreie Autos/straßentaugliche Autos geliefert haben wollte und nicht die Absicht hatte, überhaupt abzusagen.  So habe man sich auf einen Prozess geeinigt, wie man dies erreichen könne. Die Vereinbarung wurde dann einseitig von Tesla widerrufen; wie bereits im Artikel vom vergangenen Freitag aufgeführt.

Daraufhin erhielt nextmove ein 24-Stunden-Ultimatum, um die Autos zu übernehmen. „Autos, die zu diesem Zeitpunkt in ganz Deutschland verteilt, nicht bezahlt, nicht zugelassen waren. Wir vermuten, dass dies auf interne Gründe bei Tesla zurückzuführen ist. Es war Ende des Quartals und sie wollten die Autos aus dem Übergangsprozess heraushaben“, so Moeller gegenüber Elektroauto-News.net

Die besagte Mail hat uns nextmove zur Verfügung gestellt und wurde von uns nachfolgend eingebunden.

Zitat: „Daher wird Tesla heute die überfälligen Fahrzeuge gemäß den Fahrzeugkaufvertragsbedingungen stornieren.“

Moeller gibt zu verstehen, dass somit aus rechtlicher Sicht klar ist, wer den Auftrag storniert hat.

„Aber wir wollten auch wirklich nicht, dass dieser Auftrag storniert wird! Wir hatten Kunden, die verzweifelt auf das Model 3 warteten. Wir haben 100 Model 3 bestellt und zu Beginn der Lieferung in Deutschland hatten wir über 30 langfristige Mietverträge abgeschlossen, zusätzlich Hunderte, die auf die kurzfristige Vermietung warteten.“ – Stefan Moeller, CEO nextmove

Laut dem Geschäftsführer von nextmove habe man „dann mehrere Monate lang versucht, eine Lösung für einen Prozess zu finden, um fehlerfreie Autos zu bekommen.“ Hier konnte man sich aber nicht einigen, da Tesla, laut Aussage von nextmove, darauf bestand, dass man zuerst die Autos bezahlen soll, um dann die Lizenzen und dann die Autos überprüfen.

Für nextmove hätte dies bedeutet, dass man eine hohe Anzahl von Autos entgegennimmt, die größere Mängel aufweisen – man spreche hier nicht von Spaltmaßen oder Kratzern. Des Weiteren seien dann keine Ersatzteile, wodurch man Wochen, vielleicht Monate auf Reparaturen hätte warten müssen. „Während dieser Zeit laufen unsere Leasingraten, aber es stehen keine Einnahmen oder irgendeine Kompensation gegenüber“, so Moeller weiter.

nextmove nicht die einzigen Betroffenen der #ServiceHell von Tesla

Der amerikanische Elektroautohersteller gab vergangene Woche noch zu verstehen, dass man gerade die Mängel an den Fahrzeugen nicht nachvollziehen können, da die Qualität von Tesla-Fahrzeugen „neue Höhen“ erreicht habe. So sei Tesla nichts hinsichtlich “außergewöhnlicher Qualitätsprobleme” mit Wagen speziell in Deutschland oder auch anderen Ländern bekannt. Ausschließen könne man aber nicht, dass Fahrzeuge beim Transport zum Kunden beschädigt werden.

„Wir legen eine extrem hohe Messlatte an unsere Autos, weshalb jeder Kunde, der mit seinem Auto unzufrieden ist, es bis zu sieben Tage nach dem Kauf gegen eine volle Rückerstattung zurückgeben kann. Unsere Kundenzufriedenheitsdaten zeigen, dass die deutschen Kunden mit ihren Fahrzeugen weitgehend zufrieden sind, einschließlich der Qualität und des Zustands ihrer Fahrzeuge bei der Auslieferung.“

Stefan Moeller gibt uns gegenüber allerdings zu verstehen, dass nextmove kein Einzelfall sei. „Die Kommentare unter unserem YouTube-Video und die Informationen, die uns direkt erreichen, sind sonnenklar. Wir werden das alles konsolidieren und bald kommunizieren“, so Moeller weiter.

Auch das deutsche Internet und die WhatsApp-Gruppen sind voll von unzufriedenen Model-3-Besitzern, aber auch S und X in Bezug auf den Service. So sammle nextmove derzeit die schlimmsten Erfahrungen und wird diese in Kürze kommunizieren, um zu zeigen, dass man hier nicht alleine davon betroffen ist.

Als Beispiel führt er auf, dass man bis heute auf einen neuen Kotflügel für ein Auto wartet, das im Mai einen Unfall hatte. So wird aus seiner Sicht die Situation beim Tesla-Service sechs Monate nach der Markteinführung immer schlechter. „Mit jedem Monat kommen mehr Model 3 auf den Markt und die Situation verschlechtert sich natürlich, da die Servicekapazitäten nicht entsprechend ausgebaut werden“, so Moeller weiter gegenüber Elektroauto-News.net

Quelle: nextmove – Per Mail

Über den Autor

Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Offensichtlich bekommt auch ein Enterprise Sales Manager von Tesla noch nicht mal eine fehlerfreie E-Mail hin (s. o.) …

Aus dem Schreiben lässt sich rechtlich nicht herleiten, dass Tesla storniert hat. Es haben nicht weiter erklärte Gespräche stattgefunden. Nextmove hat, im Kontext, den niemand bisher kennt, die Annahme verweigert. Es ist durchaus möglich telefonisch zu kündigen und die Gegenseite bestätigt das schriftlich

Was soll das? 4 Monate nach einem Disput in den ersten Tagen der riesigen Auslieferungswelle von Model 3 in Europa, wirkt dieser Disput als Beleg für eine aktuelle Service-Hölle bei Tesla für mich als konstruiert. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Die etablierte Autoindustrie wird sich bestimmt erkenntlich zeigen. Das ändert nichts an der Tatsache, dass weiterhin kein Weg an Tesla vorbeiführt, wie die wachsende Zahl gescheiterter „Tesla-Jäger“ belegt. Der Verweis auf Spaltmasse, Kratzer und Logistik- oder Supportprobleme mögen auf lästige Kinderkrankheiten einer zu schnell wachsenden Firma hinweisen, taugen aber wenig, um den eigenen technologischen Rückstand aufzuholen

NextMove ist mir durch seine Videos als engagierter e-Auto Anbieter bekannt und geschätzt.

Ich verstand die Veröffentlichung als Hilferuf an Tesla sich zu besinnen und Prozesse zu verbessern. Tesla hat anscheinend nicht wie gewünscht reagiert und jetzt werden Fälle gesammelt um sie zu veröffentlichen. Vermutlich als Rechtfertigung, was NextMove nicht nötig hat!

Leider ist das eine Eskalation, die weder für Tesla noch für NextMove positives bewirkt. Für mich ist das jetzt ein sinnloses anfachen des gelegten Feuers, obwohl die Flammen ohnehin schon hoch genug lodern.

Was will NextMove mit so einer Aktion erreichen: Dass Tesla nachhaltig im deutschen Markt geschädigt wird? Oder steckt da wirklich Kalkül dahinter, weil man mit einem anderen Anbieter einen Deal gemacht hat Tesla zu schädigen?!

Fakt ist: Wenn NextMove jetzt in der angekündigten Weise nachtritt, werden sie selbst einen langfristigen Schaden nehmen.

Lieber Stefan: Besinne Dich und lass es. Es bringt Dir und NextMove keinen Nutzen nur allen und der e-Mobilität langfristigen Schaden.

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