Merkel sieht Weiterentwicklung von Batterietechnologien als eine Chance für Europa

Merkel: Weiterentwicklung der Batterietechnologie als Chance für Europa
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Kanzlerin Angela Merkel (CDU) glaubt weiterhin an eine europäische Technologieführerschaft im Bereich der E-Mobilität. So habe man zwar im Vergleich zu asiatischen Anbietern bei der Entwicklung von Batteriezellen an Kompetenz verloren, habe aber noch die Chance wieder Fuß zu fassen.

Merkel gab bei einer Veranstaltung zum 70-jährigen Bestehen der Fraunhofer-Gesellschaft in München zu verstehen, dass die Weiterentwicklung von Batterietechnologien eine europäische Möglichkeit sei, eine entscheidende Rolle bei der E-Mobilität zu spielen.

„Wenn wir das als wichtiges Projekt von gemeinsamem europäischem Interesse einstufen, dann haben wir eine Chance.“ – Angela Merkel (CDU), Bundeskanzlerin

Ähnliche Töne hat sie bereits im Mai 2017 angeschlagen. Zum damaligen Zeitpunkt führt die Kanzlerin auf, dass man derzeit die Zellen importieren müsse, es aber für die weitere Entwicklung der E-Mobilität in Deutschland wünschenswert ist, dass die Entwicklung und Produktion im eigenen Land stattfindet.

Aus ihrer Sicht sei Deutschland dann auch in der Lage, auch Forschungserfolge durch erhöhte Reichweite oder Lebensdauer zu erreichen. Weiterhin sei mit einer Grundlagenforschung in Deutschland die Chance größer, dass eine moderne Produktion der nächsten Zellgeneration auch nach Europa oder Deutschland kommt.

Bisher konnte Deutschland und Europa einen solchen Umschwung zur Weiterentwicklung von Batterietechnologien noch nicht umsetzen. Zumindest werden die Pläne einer europäischen Batteriezellen-Fertigung immer konkreter.

Europäische Förderung für Forschung und Batteriezellen-Fertigung könnte Hand in Hand gehen

Nachdem Ende Dezember letzten Jahres bekannt wurde, dass die beiden Nachbarländer Deutschland und Frankreich Hand in Hand gehen wollen, wenn es darum geht die Produktion von Batteriezellen in Europa gemeinsam voranzubringen, haben PSA und Saft bestätigt, dass man an OPEL-Standort in Deutschland eine solche Fertigung aufbauen möchte.

Die von Merkel angedachte „mögliche europäische Förderung“ gehe darüber hinaus, könne aber mit der großen Produktion von Batteriezellen in einer „Forschungsfabrik“ für Batteriezellen verbunden und vorbereitet werden. Eine Ausschreibung für die Forschungsfabrik findet derzeit statt.

Neben den Mitteln für die Fertigungstechnologien sollen dafür laut Merkel 500 Millionen Euro aufgewendet werden. „Ich setze sehr darauf, dass das, was wir an Erfolg verloren haben, auch dann aufgeholt werden kann.“ Interessant ist, dass noch vor der Sommerpause eine Entscheidung über die Standort-Wahl fallen soll. Jedes Bundesland kann sich hierbei mit einem Vorschlag bewerben.

Quelle: Automobilwoche – So will Merkel E-Autos zu einem europäischen Erfolg machen

Ein Kommentar

  1. Na ja:

    Die aktuelle Batteriefertigungstechnologie (Fertigungsanlagen) stammen zum großen Teil aus Deutschland. Die Antriebstechnologie und viele E-Mobil-Plattformen ebenfalls.

    Die BMW-i3-Entwickler, die Firma Manz, viele Fraunhofer-Patente in der Fertigungskette wurden von chinesischen Investoren oder Unternehmen aufgekauft. Vor allem, weil die deutschen Autohersteller sich dem verweigerten.

    Daher ist nun eine systemrelevante (volkswirtschaftliche) Bedrohungslage entstanden.

    Natürlich sollen weiter Forschungsgelder vom Bund finanziert werden, aber: Die daraus entstehenden Entwicklungen sollten auch in Deutschland umgesetzt und vermarktet werden.

    In diesem Kontext hört sich das Gedankenspiel von Kevin Kühnert:
    ….
    Versorgungsunternehmen (Gesundheitsbranche), Infrastrukturunternehmen (Bahn, Stromnetz, Straßennetz), und weitere für das System existenzielle Unternehmen (Automobilbranche) sollten unter staatlicher Aufsicht und/oder Beteiligung bleiben.

    ….

    doch ganz vernünftig an.

    Warum ist die SPD eigentlich dagegen? Die Gewerkschaften hätten dann auch deutlich mehr Einfluss. Nirgends ist der Mitgliederbestand größer als im ÖD.

    Und:

    Das Land Niedersachsen ist mit 12,5 % Beteiligung immer noch ein bedeutender Aktionär bei VW!

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