Merkel spricht sich für Brennstoffzelle sowie Klimaschutzprogramm 2030 aus

Merkel sieht Brennstoffzelle positiv

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Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) gab bereits im Mai zu verstehen, dass er die Fokussierung auf rein batterieelektrische Antriebe für falsch hält. Im Herbst hat er mehr Tempo bei der Brennstoffzelle gefordert. Nun hat sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel für die Brennstoffzelle ausgesprochen und Wasserstoff als “vielleicht interessantesten Energieträger” bezeichnet.

Brennstoffzelle für Industrie und Energie-Speicherung eine sinnvolle Alternative

Am Dienstag gab Merkel in Berlin bekannt, dass man sich nicht nur auf batterieelektrische E-Mobilität konzentrieren werde, sondern bis Ende des Jahres auch eine Wasserstoff-Strategie vorlegen will. Wasserstoff könne etwa für die Energie-Speicherung eingesetzt werden, aber auch erheblichen Einfluss auf die industrielle Produktion haben. „Hier werden sich industrielle Wertschöpfungsketten vollkommen verändern, weil wir eines Tages eine emissionsfreie Stahlproduktion brauchen“, so Merkel.

Die fünf norddeutschen Bundesländer wollen bis Jahresende eine gemeinsame Strategie für die stärkere Nutzung von Wasserstoff etwa in Zügen oder Bussen vorlegen. Hierzu wäre allerdings auch ein massiver Ausbau der erneuerbaren Energien notwendig. Da Wasserstoff aus Atom-/ Kohlestrom nicht zielführend ist. Hierzu verwies Merkel darauf, dass die Regierung gerade die Deckel für den Ausbau der Wind- und Solarenergie angehoben habe.

Im Gegensatz zu Scheuer sehen die Automobilhersteller allerdings eher die batteriebetriebene E-Mobilität an erster Stelle, wenn es um die Elektrifizierung von PKW geht. Stattdessen sollte man vor allem bei LKW und schweren Nutzfahrzeugen auf die Brennstoffzelle setzen. Einen Weg, welchen beispielsweise Freudenberg konsequent beschreiten möchte.

Merkel verteidigte das Klimaschutzprogramm 2030

Der CO2-Ausstoß im Verkehr ist in Deutschland zuletzt gestiegen, vor allem wegen immer größerer, schwererer und leistungsstärkerer Fahrzeuge. Deshalb hat die Bundesregierung am Mitte September im Klimaschutzprogramm 2030 Maßnahmen vorgestellt, welche die notwendigen CO2-Einsparungen im Verkehrssektor ermöglichen sollen. Vor allem die Elektromobilität profitiert von diesen Maßnahmen. Die 2020er Jahre sollen das Jahrzehnt zur konsequenten Umsetzung der Energie- und Mobilitätswende werden.

Ebenfalls Anfang der Woche verteidigte Merkel das erwähnte Klimaschutzprogramm 2030. So werde beim Einstiegspreis für die CO2-Belastung aus ihrer Sicht übersehen, dass etwa Benzin schon heute einer steuerliche Belastung unterliege, die einem Preis von 150 Euro pro Tonne CO2 entspreche.

Aus ihrer Sicht sei der Einstieg in ein neues Emissionshandelssystem für die Bereiche Verkehr und Gebäude von Interesse. Dieses könne 2030 mit dem bereits existierenden EU-Handelssystem mit CO2-Verschmutzungsrechten für die Bereiche Energie und Industrie zusammengelegt werden, so Merkel.

Quelle: Reuters – Merkel – Wasserstoff vielleicht interessantester Energieträger

Über den Autor

Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Merkel hat vollkommen recht und bezieht sich bei ihrer Erwähnung wohl auf das SALCOS-Projekt der Salzgitter AG, die per Direkreduktion Wasserstoff statt Kohlenstoff zur Roheisengewinnung einsetzen will. Die Pilotanlage mit 7 eigenen Windkraftanlagen befindet sich bereits im Aufbau und ist einmalig in der Stahlindustrie.
Scheuer wiederum kann ich nicht beipflichten. Es wäre unsinnig zwei unterschiedliche Lade-/Tankinfrastrukturen aufzubauen, zumal der Wirkungsgrad der BEV weit höher liegt und FCEV hauptsächlich durch Reichweitenangst gepusht werden, die mit immer höheren Ladeleistungen an Bedeutung verliert.

Stimme Ihnen 100% zu was den Anwendungszwecke BEV und Wasserstoff angeht.

In wenigen Jahren werden die BEV eine so gute Reichtweite mit Feststoffbatterien haben, dass sich jegliche Diskussion vs. FCEV erledigen wird. Alle Gründe BEV vs. FCEV wurden hinreichend zugunsten BEV in wissenschaftlichen Publikationen verifiziert und in x beliebigen Zeitschriften dargestellt. Wie bei den Klimawandel-Verneinern werden auch hier immer wieder Leute aufpoppen, die das Gegenteil behaupten. Das ist ihr gutes Recht, aber eben, es wurde schon ausreichend diskutiert und damit lohnt es sich nicht darin noch mehr Zeit zu investieren.
Stichwort: „Jedes Haus ist eine potenzielle BEV Ladestation“. Ich praktiziere das schon seit 8 Jahren mit BEV, zu Hause, im Office, im Hotel etc., eben einfach überall wo es Häuser gibt und 1 Ladevorgang dauert genau 10s ( 5s einstecken, 5s ausstecken 🙂 ). As simple as it is. Wer das Dino Zeitalter mit teuren H2 Tankstellenstops wieder haben will, der soll auch dafür bezahlen und warten 🙁 bis geladen ist.

Ich tanke und bezahle 1000 km Reichweite in 5 bis max. 10 min. Ob das durch Batterieautos erreicht werden kann, ist zumindest fraglich und zur Zeit Träumerei. Ob die dafür erforderlichen Stromnetze wirtschaftlicher sind als eine Wasserstoffinfrastruktur, bedarf zumindest belastbarer Nachweise. Wird Wasserstoff durch Solarenergie erzeugt, ist der Wirkungsgrad kein Totschlag-Argument gegen Wasserstoff. Beim Batterieauto gibt es noch viele Fragezeichen. Ladezyklenzahl und Standzeit von Batterien werden kaum bekannt gemacht und nicht garantiert, so dass ich nicht verlässlich kalkulieren kann. Herstellung der Batterien wird nicht fair in die Umweltbilanz einbezogen und prekäre Arbeitsbedingungen verschwiegen. Über Entsorgung und Recycling der Riesenmengen von Altbatterien hört man bisher sehr wenig. Es wäre doch ein Leichtes, darüber umfassend und seriös zu informieren. Kurz: Batterie-Monokultur traue ich nicht, es gibt genug Beispiele für Abzocke durch Marktverödung. Ich will nicht in Abrede stellen, dass das Batterieauto möglicherweise die beste Lösung sein wird, aber zu behaupten, das sei schon heute so und das sei offensichtlich und jedermann leicht zugängliches gesichertes Wissen, das geht mir zu weit. Scheuer ist ein mutiger Politiker, unabhängig von seiner Parteizugehörigkeit stimme ich ihm hier voll zu. Ich lasse mich von den Batterieenthusiasten nicht als blöd hinstellen, weil ich nicht alles weiß und nicht Zeit habe alles herauszufinden. Wer eine Sache toll findet, muss sich mehr Mühe geben, den Skeptiker zu überzeugen, durch klare und wahre Ansage.

Um Wasserstoff in ausreichender Menge herzustellen, gerade durch Solarenergie, ist doch ebenfalls erheblicher Stromnetzausbau erforderlich und natürlich macht auch da der Wirkungsgrad einen Unterschied. 44% unseres Strombedarfs wird schon jetzt durch erneuerbare Energien gedeckt. Da macht es einen erheblichen Unterschied, ob man ihn direkt mit >90% Wirkungsgrad im BEV nutzt, oder mit weit unter 50% vorerst Wasserstoff durch Direktreduktion erzeugt, welcher dann in einer Brennstoffzelle im FCEV mit 60% Wirkungsgrad erneut zu Strom umgewandelt wird, um dann mit >90% den Elektromotor anzutreiben. Die Verluste sind exorbitant. Der Strom – auch und gerade – aus erneuerbarer Energie ist viel zu kostbar, um ihn nur aufgrund einer Reichweitenerhöhung so geradezu verschwenderisch einzusetzen.

Die Hersteller geben im Schnitt 8 Jahre und 160.000 Km Garantie auf die Batterie. Ja, über Entsorgung und Recycling „der Riesenmengen an Altbatterien“ hört man recht wenig. Was mitunter auch daran liegt, dass deren Lebenszyklus so lang ist. Der i3 z.B. erschien 2013. Geht man von einer Nutzung im Fahrzeug von 10 Jahren aus, werden frühestens 2023 die ersten Batterien dieses Modells der zweiten Nutzung (Second-Life) zugeführt, für welche es mehrere mögliche Szenarien gibt, u.a. als stationärer Photovoltaikspeicher z.B. in Wohnhäusern. Selbst mit nur noch 50 – 60 % der ehemaligen Kapazität eignen sie sich dafür bestens. Volkswagen hat in Salzgitter eine Pilotanlage für Batterie-Recycling gebaut. Der Konzern forscht bereits seit über 10 Jahren daran, Rohstoffe von Altbatterien zurückzugewinnen und der Batterieproduktion erneut zuzuführen. Es gibt viele interessante Informationen und Beiträge darüber.

Ob es unbedingt erstrebenswert ist, 1000 Km in 10 Minuten mit einem BEV zu „tanken“, sei mal dahingestellt. Wenn man ihn Abends abstellt und einsteckt, ist die Ladegeschwindigkeit zweitrangig. Am Morgen ist die volle Reichweite immer verfügbar. Fahrten zur Tankstelle spart man sich vollends. Ich persönlich kann mich nicht daran erinnern, das letzte mal über 500 Km am Stück ohne Pause gefahren zu sein. Nach 5 Stunden im Auto ist es nicht verkehrt mal eine halbe Stunde Rast einzulegen.
„Wer eine Sache toll findet, muss sich mehr Mühe geben, den Skeptiker zu überzeugen, durch klare und wahre Ansage.“ Ich informiere mich ohne vorherige Auslese. Das ist auch der Grund, weshalb ich mittlerweile davon überzeugt bin, das ein BEV für die Individualmobilität der aktuell bessere Weg ist – von richtig möchte ich hier nicht sprechen. Jedoch stelle ich andersdenkende keinesfalls als blöd hin.
Sich jedoch zurückzulehnen und so lange dagegen zu sein, bis mich jemand verständlich, mit „klaren und wahren Ansagen“ vollumfänglich, umfassend und seriös vom Gegenteil überzeugt, halte ich tatsächlich für ein klein wenig falsch. Jeder soll sich selbst seine Meinung bilden. M.M.n. gehört aber auch dazu, dass amn sich in alle Richtungen informiert.

Ihre Einlassung, es sei dahingestellt, ob es nötig sei, in 5 bis 10 min ein Fahrzeug auf eine Reichweite von 1000 km zu bringen, ist wenig hilfreich. Es ist Stand der Technik, und derzeit kann ich mich darauf verlassen. Eine Nutzung von „bis zu“ 500 km und danach ein rein kfz-bedingter unumgänglicher mehrstündiger Stop bis zur Weiternutzung bedeutet für mich erhebliche Einschränkung der Nutzung von Kfz-Mobilität. Ich glaube nicht, dass ich damit einer vernachlässigbaren Minderheit angehöre. Die Herstellerangaben zu den Batterien und die Herstellergarantien kenne ich. Selbst wenn die Zahlen in der Praxis durch die Kunden umfänglich bestätigt werden, was bisher keinesfalls gegeben ist, (aber darauf muss ich bestehen,) bleibt die Einschränkung der Nutzungsmöglichkeit. Ferner: Ihre Vermutungen und Hinweise hinsichtlich second life der Batterien sind keineswegs geklärte Perspektiven, sondern umstrittene Denkmodelle. Und wie Sie selbst sagen: es gibt nur wenig Information zum Recycling der Altbatterien. Allerdings schließe ich nicht daraus, dass ich mich nicht genügend um Information bemüht habe, sondern dass da noch nicht genug getan wurde. Alles in allem: Sie liefern mir keine überzeugenden Argumente für einen Verzicht auf die Perspektive Wasserstoffauto mit Brennstoffzellenantrieb. Sondern Sie wollen mich überreden, denen zu glauben, die sagen ich solle den Diesel gegen ein Batterieauto mit deutlich geringerer Reichweite und langer Ladezeit eintauschen und mich damit zufrieden geben.

Herr Thomas B. , mir liegen 2 Dinge bei der Mobilität für die Zukunft sehr am Herzen.

1. Wie energieeffizient ist mein Auto im Durchschnitte, auf die gasamte gefahrenen Anzahl km und während der gesamten Lebensdauer. „Energie“ und „CO2“ werden 2 ganz entscheidende Faktoren sein. Wenn ich von Well-to-Wheel auf 100km beim einen Transportmittel ca. 3-4 mal mehr Energie ( Arbeit ) brauche und dazu, was wir alle wollen die möglichst sauberste Energiequelle benützen, dann ist das so, wie wenn ich meine tägliche Arbeit im Büro 3-4 mal weniger effizient ausführen würde. Deshalb mein Entscheid: pro 100% Elektromobil.

2. Im 20. Jahrhundert haben wir uns alle daran gewöhnt, bei einem Verbrennertank Stand von ca. 10% zu einer Tankestelle zu fahren und den Tank in praktisch 99% der Fälle auf 100% zu füllen. Wenn wir dasselbe Denkmuster bis ans Ende des 21. Jahrhunderts so weiterführen, ganz egal mit welcher Energiezuführung, dann können wir das tun und den Status Quo so beibehalten.
Ganz entscheidend ist jetzt aber, dass jedes Haus eine Wechselstromzufuhr hat, die bereits fix installiert ist. Also wir haben schon Alles an unserem Wohnort, Büro, Hotel, IKEA Einkaufszentrum, Parkhaus, Sportzentrum etc. wo wir ohnehin das Auto > 1-2h oder noch mehr stehen lassen. Wenn wir diese Zeit jedes mal nutzen können mit z.B. einer 11kW Ladestation ( 16A, 3-phasig ), dann kann ich da mit ca. 65km/h meinen Akku laden. Wenn ich das so überall mit dem bestehenden Netz ( geringfügig ausgebaut ) bewerkstelligen kann, dann habe ich doch jetzt schon mit meinem Tesla Model 3 ( ca. 500km ) gewonnen. Ich kann sogar zu Hause noch den Nachtstrom ca. 20 Cents / kWh ausnutzen.

Es bricht eine neue spannende Zeit an. In den kommenden 10 Jahren werden wir derart viele krasse Umstellungen erfahren. Öffentliche Energiezufuhr wird in Zukunft immer viel kostspieliger sein und bei mir zu Hause weiss ich, dass ich mit Solarstrom, Windkraft oder Wasserkraft Strom tanke. Für mich ist das ein neues Denken. Eine Vision, die genau so z.B. von Elon Musk mit aller Energie vorangetrieben wird.

Ich überlasse es Ihnen bei diesen 2 Punkten zu entscheiden was für Sie Pro und Contra ist, nur einmal FUCEL vs. BEV betrachtet.

Ich sehe in der Zukunft ganz klar Wasserstoff und Batterie als Partner pro Klima, jedes System am richtigen Ort. Ja ich bin seit 10 Jahren im Swiss Tesla Owners Club und wir diskutieren diese Thematik dauernd auch zusammen mit kritischer Öffentlichkeit. Und ja, Sie können jetzt sagen „Bingo Tesla Verein“, klar für was die stehen. Aber sehen Sie, wenn nur in meinen 2 Punkten, die ich oben erwähnt habe, der Wasserstoffantrieb nur annähernd besser wäre für PkW, dann würde ich einen Zwiespalt haben. Den habe ich ganz klar nicht, zumindest jetzt noch nicht.

Ich bin 16’000 km mit meinem Tesla Model 3 gefahren ( Durchschnitts Energieverbrauch 127Wh/km ) Lokal, Überlandstrassen und Autobahnen. Es ist auch ziemlich bergig bei uns in der Schweiz. Ich habe noch nie öffentlich geladen und das wird auch immer Plan B für mich bleiben. Seit 10 Jahren zeige ich, dass das absolut funktioniert, günstiger ist, Zeit spart und eben extrem viel Energieeffizienter ist. Ich spare ca. 1’500 Euro / Jahr and Energiekosten für den Transport mit dem Auto.

Seit 2011 fahre ich auch noch meinen Tesla Roadster ( Energieverbrauch ca. 140Wh/km ). Meine Weltumrundung in 80 Tagen mit dem Roadster nehme ich da aus.

Lieber Herr Doessegger, Ihre recht schlüssige Darstellung Ihrer Situation verstehe ich und Sie sind mit dem Tesla sicherlich gut bedient. Ich benutze beruflich und privat noch meinen Diesel und in beiden Bereichen, die sich auch nicht immer trennen lassen, stehe ich oft vor Situationen, in denen ich sehr glücklich darüber bin, dass ich seine Reichweite voll ausnutzen kann, niedrigen Verbrauch und die sofort verfügbare Tankstelle habe. Und es ist das für mich wirtschaftlich optimale Fahrzeug. Ich werde ihn daher nicht vorzeitig abgeben, es sei denn man nimmt ihn mir mit Zwang, absolut unfaire Sache. In eine Stickoxidreinigung werde ich investieren, wenn sie kommt, und natürlich auch den Hersteller heranziehen, sich angemessen zu beteiligen, Leistungseinbuße hin oder her.
Worauf ich hinaus will, ist die Freiheit, den für mich wirtschaftlichsten Weg wählen zu können, und das geht nach meiner Überzeugung nur durch Förderung der Vielfalt. Gerade Tesla hat doch gezeigt, dass man den Markt durch alternative Technologie aufmischen muss. Hätte es Tesla nicht gegeben, würde die deutsche Automobilindustrie vielleicht heute noch von der alleinigen Zukunft des Otto- und Dieselmotors schwafeln. Sie ist kein besonders vertrauenswürdiger Partner, wenn es um preiswerte Innovation geht, die dem Kunden wirtschaftlich wie ökologisch nutzt. Stattdessen gibt es geheime Absprachen zur Vereinheitlichung des Angebots. Marktverödung ist sicher ein hartes Wort, aber ich stehe dazu. Es gibt ja erste Anzeichen der Besserung, aber eben auch die indiskutablen Machenschaften der Vergangenheit.
Ich glaube ferner nicht, dass Sie einen Zwiespalt haben müssten, sollte sich herausstellen, dass ein Wasserstoffauto dem Tesla Konkurrenz machen kann. Bis dahin wird ohnehin einige Zeit vergehen. Und Tesla wird die Zeit nutzen. Zum Schluss das Thema Energieeffizienz: ich bin eben nicht sicher, ob die well to wheel Betrachtung das Thema Ökologie und Nachhaltigkeit im Gesamten treffend erfasst. Ökostrom sollte nach meiner Erwartung eher immer billiger und in immer größerer Menge ohne Schaden erzeugbar sein, weil ja nur in die Anlage (Erstellung, Betrieb, Entsorgung) investiert werden muss, aber nicht in einen Rohstoff und in die Beseitigung schädlicher Endprodukte. In Deutschland muss man viele Windräder und Paneele immer wieder vom Netz trennen, weil die erzeugbare Energie nicht abgenommen wird. Als Speichertechnologie ist da Wasserstoff doch zu Recht im Gespräch. Und es gab und gibt ja Pläne, in Nordafrika große Solarkraftwerke zu erstellen, und last not least den doch weiter wachsenden Welthandel mit der fernen Option eines weltweiten Stromhandels. Aber ich habe Ihre Zeit lange genug in Anspruch genommen und wünsche Ihnen viel Freude mit Ihrem schönen Fahrzeug und dem Engagement im Club.

Ach so, die starre Denke ist gefärbt durch Frust auf die Entwicklung in der Politik. Ich habe bewusst nach dem Sinn der schnellen Tankfüllung für 1000 Km gefragt, weil ich dachte, sie gehen auf meine Antwort ein, eben so wie ich versucht habe, explizit auf ihre vorausgehenden Punkte zu antworten. Ich will sie keinesfalls überreden, jenen zu glauben, die Sie „zwingen wollen“ ihren Diesel gegen einen BEV zu tauschen. Und vielleicht liegt da auch das Problem. Nicht alle, die Vorteile eines BEV hervorheben, wollen Dieselfahrer zu einem Wechsel überreden.
Ich habe ja nun über Umwege erfahren, warum sie diese Reichweite brauchen und sie werden staunen: Sie gehören demnach gar nicht zur Zielgruppe! Denn diese lebt im urbanen Bereich oder Pendeln eine durchschnittliche Strecke zur Arbeitsstelle und legen täglich nur rund 40 – 60 Km zurück (wie Statistiken gezeigt haben). Würde ein Großteil derer wechseln, könnten Sie noch viele Jahre, auch bis weit ins nächste Jahrzehnt hinein Ihren Diesel nutzen. Denn der „typische Vertreter“ oder absolute Langstreckenpendler werden noch länger nicht auf ein BEV wechseln können. Das weiß die Politik und ist sich dem Umstand bewusst. Genau aus diesem Grund wird auch die Pendlerpauschale im Ausgleich zur CO2-Bepreisung erhöht und auch die Subvention des Diesel bleiben vorerst erhalten. Daher verstehe ich den gefrusteten Unterton in Ihren Kommentaren nicht. Die Politik hat Ihre Mobilitätsanforderung vorerst nicht im Auge, da sich diese technisch noch nicht vollumfänglich abdecken lässt, zu vertretbaren Preisen. Ein Hybrid könnte sich jedoch auch für Sie lohnen. Vielleicht sollten Sie Ihren Frust und Ihre Ängste bei diesem Thema etwas außen vor lassen und sich nur im technologischen Sinne darüber informieren. Denn nicht jeder Kommentator zu dem Thema will sein Gegenüber zu irgendetwas überreden oder gar zwingen. Wenn man das im Hinterkopf hat, kann man das Thema völlig befreit diskutieren – rein im Sinne des Fortschritts

Herr Thomas B, an einer Stelle sagen Sie: „Ich werde ihn daher nicht vorzeitig abgeben, es sei denn man nimmt ihn mir mit Zwang, absolut unfaire Sache.“

Ich will Ihnen keine Angst machen, aber so ein Scenario gabe es tatsächlich schon in den 1990er Jahren in den USA.

Der EV1, ein 100% Elektroauto von General Motors wurde serienmässig in den USA verkauft und auch sehr beliebt. General Motors hat dann kurzerhand entschieden nicht nur das Programm zu Canceln sondern auch die bereits fabrizierten UND auch die bereits an die Kunden ausgelieferten Autos zu verschrotten. Bei denjenigen Besitzern, die ihren EV1 nicht hergeben wollten, ist tatsächlich die Polizei zu Hause vorbei gekommen und hat das Auto mit richterlichem Beschluss eingezogen, um es zu verschrotten. Ein BEV, das durfte einfach nicht sein ( dokumentiert im Film „Who killed to electric car“ von Chris Paine, den ich vor Jahren in der Schweiz im Tesla Club auch einmal treffen durfte ). Ich möchte mir das gar nicht vorstellen, wenn das irgend jemandem passieren würde, egal um was für ein Auto es sich handelt.

Ich kenne auch einen Amerikaner, der so einen EV1 hatte. Heute, gerüchten zu Folge, soll es noch einen EV1 an einem streng geheimen Ort geben. Würde mich freuen, wenn ich diesen zu meiner Lebzeiten noch zu Gesicht bekommen könnte 🙂

Auto und Brennstoffzelle geht sehr gut, …nur an Bord des (PKW-)Fahrzeugs muss sie nicht sein: Produzieren wir doch Strom mittels hocheffizienter Festoxid-Brennstoffzellen (SOFC) auf Basis fast überall verfügbaren Erdgases (CH4, als Wasserstofflieferant) stationär, z.B. zuhause, mit 55-60% elektrischem Wirkungsgrad und laden wir damit das batterieelektrische E-Mobil und fahren dann mit dem Elektromotor und seinem Wirkungsgrad von 98-99% (…statt 25-30% beim Verbrenner)! Die etwas Abwärme der Brennstoffzelle (33% thermischer Wirkungsgrad, was zu einem Gesamtwirkungsgrad von 88-90% führt!) kann man zuhause ganzjährig zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung ohnehin besser nutzen. Und diese 24/365 grundlastfähige (!) dauerlaufende Hochtemperatur-Brennstoffzelle, z.B. von SOLIDpower, lädt nachts das Auto und versorgt tagsüber das Haus oder den Gewerbebetrieb mit Strom für 12 Ct/kWh netto + Wärme gratis! Falls Strom-Überschüsse anfallen sollten, speist man diese ins Netz und bekommt über das KWKG zumindest die Erzeugungskosten vergütet oder speichert sie in einer Batterie lukrativer zwischen.

Erdgas wird durch Power-to-Gas-Beimischung immer grüner (den politischen Willen dazu verdeutlicht Merkel hoffentlich durch die Erarbeitung der Wasserstoffstrategie), ohne dass es eines neuen (H2-)Leitungsnetzes oder einer teuren Wasserstofftankinfrastruktur bedarf! E-Mobil auf der Straße und Brennstoffzelle „an Land“: das Dreamteam! …und weil die stationäre Brennstoffzelle so hocheffizient ist, fördert sie die Bundesregierung über das Programm KfW433 mit hohem Zuschuss!
Außerdem wird die dezentrale Stromerzeugung über das abgeschriebene Erdgasnetz und Erdgasspeicher das Stromnetz, auch angesichts der stark wachsenden Aufgaben (Wärmepumpen, E-Mobilität), entlasten.
Das bereits vorhandene Gasnetz wird damit auch zum riesigen (Strom)Speicher für regenerativen Strom (…gewollten und notwendigen „Überschuss“strom), den man bequem fast überall per Brennstoffzelle zur Stromerzeugung, zur konventionellen Wärmeerzeugung oder auch wieder per Erdgasreformation für industrielle Wasserstoffanwendungen anzapfen kann.

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