Mehrheit der Deutschen befürwortet Elektromobilität – doch viele glauben nicht an CO2-Einsparung

Mehrheit der Deutschen für E-Mobilität
shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 1031906227
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Die meisten Deutschen befürworten den Umstieg auf Elektroautos. Dennoch bleiben viele Menschen skeptisch, was die CO2-Einsparung betrifft. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Verivox.

Während rund die Hälfte der Befragten (49,4 Prozent) der Meinung ist, dass die Elektromobilität dazu beitragen wird, den CO2-Ausstoß Deutschlands entscheidend zu verringern, halten 40,3 Prozent der Befragten die Elektromobilität für eine „Mogelpackung“, weil sie unter dem Strich einen genauso großen CO2-Fußabdruck habe wie fossile Antriebe. Doch das ist falsch, wie schon etliche Studien bewiesen haben.

Über den mit 200 000 Kilometern angegebenen Lebenszyklus einschließlich Produktion und Verwertung komme der aktuelle Golf mit Dieselmotor auf einen Kohlendioxid-Ausstoß von durchschnittlich 140 Gramm je Kilometer, teilte kürzlich Volkswagen mit. Beim E-Golf seien es 119 Gramm CO2 je Kilometer, ausgehend vom EU-Strommix, also den derzeit in der EU genutzten Energiequellen für Strom. Beim deutschen Strommix komme man auf 142 Gramm und damit einen Wert vergleichbar mit dem Diesel.

Im EU-Strommix entfielen beim Elektroauto 57 Gramm auf die Produktion und 62 Gramm auf den Fahrstrom. Der Diesel dagegen komme in der Produktion nur auf 29 Gramm CO2 je Kilometer, bei der Nutzung auf 111 Gramm. Vor allem die Batterieproduktion und die aufwendige Gewinnung der Rohstoffe treibe beim Stromer den Kohlendioxid-Ausstoß in der Produktionsphase nach oben. Basis der Berechnung ist laut VW der neue WLTP-Abgasprüf- und Verbrauchsstandard. Werde der gesamte Strom zum Fahren aus regenerativen Quellen gewonnen, könnten die CO2-Emissionen beim Fahren auf 2 Gramm sinken.

Viel kritisierte Studie verzerrt die Realität

Nach einer kürzlich bekanntgewordenen Studie des Kölner Physikprofessors Christoph Buchal und des früheren Ifo-Präsidenten Hans-Werner Sinn belastet ein E-Auto das Klima dagegen um 11 bis 28 Prozent mehr als ein Diesel – sofern der CO2-Ausstoß bei der Herstellung der Batterien und der deutsche Strommix in der Rechnung berücksichtigt würden. Studien dieser Art sind mit Schuld, dass die Elektromobilität in Teilen der Bevölkerung als „Mogelpackung“ dargestellt wird. Denn die Realität sieht anders aus. Schon allein deshalb, da Elektroauto-Fahrer überdurchschnittlich oft Ökostrom tanken. Für öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur ist die Abgabe von nachhaltig erzeugter Energie sogar Pflicht, damit deren Aufbau von staatlichen Förderungen profitieren kann.

Auch das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt widersprachen den Berechnungen von Buchal und Sinn. Sie verwiesen auf eine aktuelle, umfassende Studie des Heidelberger Ifeu-Instituts für die Agora-Energiewende-Initiative, die zu einem positiven Ergebnis fürs E-Auto kommt. Danach ist die CO2-Bilanz eines Batterieautos in Deutschland bei einem Strommix wie im Jahr 2016 drei Prozent besser als die eines Dieselautos und 12 Prozent besser als die eines Benziners. Vor allem Stadtautos mit kleinem Akku seien weniger klimabelastend als Verbrenner.

Umstieg auf Elektrofahrzeuge wird begrüßt

Doch allgemein überwiegt die Zustimmung zur E-Mobilitätswende: 57,9 Prozent der von Verivox Befragten befürworten diese. Je höher der Bildungsgrad, desto stärker steigt die Zustimmung zur Elektromobilitätswende – bei den Befragten mit Abitur liegt sie bei 70,2 Prozent. Bei Teilnehmern mit Volks- oder Hauptschulabschluss liegt sie rund 20 Prozentpunkte niedriger (50,4 Prozent).

Die meisten Befragten (61,3 Prozent) sind außerdem sicher, dass der vermehrte Einsatz von Elektrofahrzeugen die Qualität der Luft in den deutschen Städten verbessern wird.

Mehrheit für kostenlosen Nahverkehr

Bei der Frage, welche Maßnahmen die Politik für die Verkehrswende zeitnah auf den Weg bringen sollte, sprach sich die Mehrheit der Deutschen (53 Prozent) für einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr aus. 44,5 Prozent fordern zudem dessen weiteren Ausbau.

Zusätzliche Anreize für den Kauf von Elektrofahrzeugen fanden bei 37 Prozent der Befragten Zustimmung. Andere Maßnahmen, wie die stärkere Besteuerung von fossilen Kraftstoffen, fanden nur eine geringe Zahl von Befürwortern (14 Prozent). Immerhin 13 Prozent sprachen sich für die Verbannung fossiler Antriebe aus den Innenstädten aus. Die Einführung einer Innenstadtmaut wie in London können sich 12 Prozent der Befragten vorstellen.

Quelle: Verivox – Pressemitteilung vom 23.05.2019

4 Kommentare

  1. “….Studien dieser Art sind mit Schuld, dass die Elektromobilität in Teilen der Bevölkerung als „Mogelpackung“ dargestellt wird. ….” Das ist es eben, und ich stelle es im privaten Umkreis auch immer wieder fest. Die Argumentation, dass die CO2 Bilanz der e-Autos nicht besser (oder gar schlechter) als die eines Dieselfahrzeugs ist “hängt” bei vielen fest. Gegendarstellungen, die das gegenteilige beweisen, werden nicht (im Gedächtnis oder wo auch immer) aufgenommen, prallen quasi ab. Woran mag das liegen ? Hat wahrscheinlich mit “Vorurteil” zu tun. Alles was einer vorgefassten Meinung nicht passt, wird ausgefiltert, auch bewiesene Fakten. Gilt ja auch in umgekehrter Richtung….

    1. Die elektro Scheibe kann bleiben wo sie ist . Die Gewinnung der Rohstoffe sind das Problem. Dort wird soviel co2 raus geschleudert das. Man einen verbrenner viel länger fahren kann als ein e Auto bis es neutral läuft
      Z.b
      Man muss 120tkm verbrenner fahren . Um die co2 Bilanz eines e autos mit akku Produktion erst mal drin zu haben
      Wie lange hält ein e auto akku . Test bei uns mit BMW i3 . 3 Jahre dann war er bei 80 km Reichweite.
      Sorry nein danke .

      Kauft euch alle . So ein e Dreck. Und viel Spaß am Tanken tanken .

      Ihr denkt immer noch das co2 bleibt dort wo es ausgestosen wird . Also China.
      Falsch gedacht .

      Ich würde lieber den Regenwald wieder aufarbeiten das bringt mehr als . Bei 2.2 % co2 Ausstoß in der EU darüber nach zu denken.

      Der Regenwald ist unser Sauerstoff Lieferant. Und seit 1980 Jahren. Wurde dort zu viel abgebaut . Und dehalb haben wir jetzt das Problem. Mit dem co2
      Weniger Bäume weniger co2 das aufgenommen wird

      1980 haben die auto um das 10fach mehr Ausgestoßenen.
      Wenn man das zusammen rechnet.
      Bei 1 /3 mehr Autos sollte wir doch sauberer werden .
      Ist nicht der Fall. 2/3 vom Regenwald sind weg .
      Dehalb haben wir die extremen Probleme

  2. Mir geht die ganze CO2 Diskussion schön langsam auf die Nerven.
    (Wovon will man damit eigentlich ablenken?)

    Es wird wahrscheinlich so enden wie damals die Hysterie mit dem Waldsterben.
    Doch der deutsche Wald ist bis heute nicht gestorben.
    Von den Besserwissern die vor über 20 Jahren so laut geschrienen haben, ist zum Glück nichts mehr zu hören.

    Bleibt nur zu Hoffen, dass die CO2 Hysterie auch eines Tages ein Ende hat.
    Abgesehen davon ist die Zukunft sowieso elektrisch. Der Verbrennungsmotor ist ein Auslaufmodell!

  3. Um solche Diskussionen in Zukunft zu verhindern brauchen wir für das Elektroauto einen zusätzlichen Zubau der regenerativen Energieproduktion. Am besten 100% des verbrauchten Stroms. Bei einem Verbauch von 15kWh/100km und 15000km/a wären das 2250kWh pro zusätzliches Elektroauto an Zubau in der Erzeugung. Bei 36000 reinen Elektrofahrzeugen 2018 in Deutschland wären das 81000MWh/a. Das sind ungefähr zusätzliche 10 große Windturbinen an zusätzlichem Zubau der extra im EEG aufgeführt werden muß.

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