Lithium- und Kobalt-Preise seit Jahresanfang um 30% gesunken: Steht der Wendepunkt zur E-Mobilität bevor?

Ist der Wendepunkt der E-Mobilität erreicht
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Der Wendepunkt hin zur E-Mobilität scheint erreicht. Zumindest sprechen immer mehr Fakten dafür. Bekanntermaßen sei bis 2030 ein erheblicher Anstieg der Nachfrage für Lithium, Kobalt und Nickel zu erwarten. Unter anderem da die Nutzung von Lithium-Ionen-Batterien bis 2025 spürbar ansteigt. In diesem Zusammenhang kam die Aussage auf, dass es noch eine Weile dauern könnte, bis erschwingliche Elektroautos auf den Markt kommen.

Der Grund dafür sind die Batterien. Diese seien auch mit ein Grund dafür, dass E-Autos aus Sicht von BMW die Preise von Verbrenner nicht erreichen. Doch nun scheint es anders zu kommen.  Den Lithium- und Kobalt-Preise sind seit Jahresanfang um 30% gesunken. Ein Zeichen dafür, dass der Wendepunkt hin zur E-Mobilität bevorsteht?

Weltmarktpreise für Lithium und Kobalt seit Anfang des Jahres um 30% gesunken

Die Investment-Intelligence-Plattform Zerohedge berichtete, dass die Weltmarktpreise für Lithium und Kobalt seit Anfang des Jahres um 30% gesunken seien. Die Entwicklung steht in gewissem Widerspruch zu dem, was viele Investoren weltweit erwartet haben, da die Verkäufe von Batterien und Elektrofahrzeugen weltweit in die Höhe schnellen. Die gestiegene Nachfrage sollte die Rohstoffpreise nach oben treiben. Doch nun geht es in die andere Richtung.

Begründet wird der Preisrückgang durch die Tatsache, dass die Minenbetreiber weltweit ihre Produktion erhöht haben, so dass die Weltmarktpreise sinken, ohne dass eine „Normalisierung“ des Marktes in Sichtweite wäre.

Wird ein Wendepunkt erreicht? – Parallelen zur Photovoltaik-Industrie erkennbar

Francesco Venturini, CEO von Enel X, kommentierte die Erkenntnisse von Zerohedge und gab zu verstehen, dass diese Entwicklung von erheblichem Ausmaß sein könnte. Denn der rasante Rückgang der Rohstoffpreise könnte dazu führen, dass ein Wendepunkt bevorsteht.

Venturini zieht in diesem Zusammenhang eine Verbindung zu sinkenden Preisen für Photovoltaik-Anlagen im Jahr 2010. ie Rohstoffpreise für Polysilizium sanken stark von 450 $/kg im Jahr 2008 auf 70 $/kg im Jahr 2009. Ein Jahr später erlebte die Photovoltaik eine große Akzeptanz bei weltweiten Einsätzen. Er zeigt sich zudem zuversichtlich, dass der „Rückgang der Lithium- und Kobaltpreise, der einem entgegengesetzten Trend der Vorjahre folgte, sich voraussichtlich 2019 fortsetzen wird.“

Sollten die Kosten weiter sinken, könnte eine Preisparität von Elektroautos im Vergleich zu konventionellen Fahrzeugen bereits 2025 erreicht werden. Im Zusammenspiel mit der Tatsache, dass stetig an neuen Batteriematerialien geforscht wird, sei dies durchaus vorstellbar.

Abkehr vom Lithium-Ionen-Akku und Suche nach günstiger Alternativen

Heutzutage sind eher weniger die Elektromotoren der limitierende Faktor bei Elektroautos, sondern eher die Lithium-Ionen-Akkus, welche verwendet werden. Diese neigen allerdings dazu, zu überhitzen, teilweise sogar zu explodieren. Daher ist es durchaus nachvollziehbar, dass Forscher auf der Suche nach einer Alternativen sind. Eine entsprechende Alternative sei der Nickel-Zink-Akku. So ist dieser so leistungsstark wie ein herkömmlicher Lithium-Ionen-Akku, dabei aber deutlich leichter.

Erst kürzlich hat das Fraunhofer IKTS einen neuen statiönären Stromspeicher auf Kochsalz-Basis vorgestellt. Der Akku setzt nicht mehr auf die bekannte Lithium-Ionen-Technologie, sondern arbeitet mit Natrium-Nickelchlorid-Zellen. Hierdurch ist die keramische Hochtemperaturbatterie cerenergy nur halb so teuer wie eine vergleichbare Lithium-Ionen-Batterie. Des Weiteren verzichte die neuartige Batterie komplett auf seltene oder andere strategische Rohstoffe. Und dennoch ist die Technologie dabei sicher, wartungsfrei, robust und recyclingfähig. Nun steht nur noch die Frage im Raum, ob sich der Stromspeicher auf Kochsalz-Basis auch in E-Autos einsetzen lässt.

Man wird abwarten müssen, wo es hingeht. Sowohl mit den eingesetzten Materialien in den Batterien. Als auch deren Preise. So hat die Demokratische Republik Kongo Kobalt zu einer „strategischen Substanz“ erklärt. In diesem Zug hat man die Lizenzgebühren für Kobalt von 3,5 auf 10 Prozent erhöht. Bereits im Sommer war der Prozentsatz von 2 auf 3,5 Prozent erhöht worden. Die Entwicklung kobaltfreier Batterien bzw. Batterien mit weniger Kobalt-Anteil erscheint daher durchaus nachvollziehbar.

Quelle: pv magazine – Lithium and cobalt prices down 30%; EV’s watershed moment looming?

4 Kommentare

  1. Grins!! Bitte meine Posts zu diesem Thema vom letzten Jahr noch Mal lesen.

    In 5 Jahren spielt Kobalt bei neuen Akku-Generationen gar keine Rolle mehr. Und Lithium eine deutlich kleinere.

  2. “ Lithium-Ionen-Akkus: diese neigen allerdings dazu, zu überhitzen, teilweise sogar zu explodieren.“
    Also dazu würden mich schon Zahlen interessieren, oder soll ich diesen Satz unter Fake-News einreihen?

    Eigentlich dachte ich die Brandgefahr geht von Verbrenner Motoren (wie schon der Name sagt) aus.
    Zu diesem Thema gab es doch schon irgendwann eine Vergleich Studie, wenn ich nicht irre war da von einer 10 x höheren Brandgefahr bei Autos mit Verbrennungsmotor die Rede.

  3. „Des Weiteren verzichte die neuartige Batterie komplett auf seltene Erden oder andere strategische Rohstoffe. “

    Welche Seltenen Erden werden denn in den nicht-neuartigen Batterien eingesetzt????

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