Kiel: Luftreiniger zur Reduzierung der Stickoxidwerte

Kiel setzt auf Luftreiniger zur Reinigung der Stickoxidwerte
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Das Elektromobilität in ihrer derzeitigen Form sicherlich nicht die Lösung aller Probleme ist, scheint klar zu sein. Ob man statt Alternativen Antrieben nun allerdings auf Luftreiniger zur Reduzierung der Stickoxidwerte setzt, darüber darf man ebenfalls diskutieren. Die Stadt Kiel will mithilfe solcher Luftreiniger ein drohendes Diesel-Fahrverbot mit technischer Hilfe verhindern.

Bereits in gut zweieinhalb Wochen, Anfang Februar 2019, könnte ein Prototyp einer solch mobilen Absauganlage für einige Wochen testweise am vielbefahrenen Theodor-Heuss-Ring aufgestellt werden, wie Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) am Donnerstag vergangene Woche zu verstehen gab. Kämpfer betonte bereits an diesem Tag, dass man aber nicht allein auf die Anlage setzen könne. Sie sei nur eine Ergänzung zu den Plänen der Stadt.

Fahrverbote mit allen Mitteln verhindern

An der Verkehrsachse werden die Grenzwerte für Schadstoffemissionen seit Jahren teils deutlich überschritten. Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) will Fahrverbote mit allen Mitteln verhindern und arbeitet an einem Luftreinhalteplan. Aus seiner Sicht werde daher jede Maßnahme begrüßt, „die zu einer Reduzierung der Stickoxidwerte beiträgt“, aus diesem Grund werde man den Modellversuch der Stadt Kiel fachlich begleiten.

Ende 2018 hatte die Stadt Kiel vorgeschlagen, mit einem Tempolimit und einem Fahrverbot auf einer Spur die Luft an der Achse verbessern. Daneben gebe es Gespräche mit zwei Herstellern von Luftreinigungsanlagen, sagte Kämpfer. Von einer Anlage für die Mittelleitplanke gebe es allerdings noch keinen testbaren Prototypen, von dem mobilen „Stadtluftreiniger“ der Firma Purevento aus Trittau dagegen schon. Er hat die Größe eines Kleintransporters und ist mit einem Filtersystem ausgestattet. Der Container soll auf Höhe der Messanlage am Theodor-Heuss-Ring aufgestellt werden.

85% von gasförmigen Verunreinigungen und Feststoffen werden einbehalten

Das Unternehmen der Filteranlage beschreibt diese wie folgt. So sei das Herzstück des Stadtluftreinigers die synchron arbeitenden Reinigungseinheiten mit doppeltem Rückhaltesystem. Diese „sorgen dafür, dass von der eingesogenen Luft sowohl Feststoffe wie Feinstaubpartikel als auch gasförmige Verunreinigungen wie Stickoxide zu 85% einbehalten werden“. Ein erster Test kann deshalb so schnell erfolgen, da man den Container ohne großes Genehmigungsverfahren hinstellen kann, wie Kämpfer zu verstehen gab.

Dieser werde allerdings nur einige Wochen stehen. „Die Firma möchte dieses Konzept gerne auch in anderen Bundesländern oder anderen Städten vorstellen“. Weil die Technik noch in der Erprobungsphase sei, habe die Stadt sie nicht zu einem maßgeblichen Teil der Ende 2018 vorgelegten Planungen machen können. „Weder ist die Produktion gesichert, noch ist die Wirksamkeit im Betrieb nachgewiesen“.

Kämpfer sagt allerdings auch, dass, wenn sich die Container bewähren, diese auch relativ schnell in einen Dauerbetrieb für die nächsten Jahre gebracht werden können. Die dabei genutzten Filtermatten würden bereits in Stuttgart getestet, wo man bereits viele Möglichkeiten zur Reinigung ausprobiert hat. Eine fest installierte, großen Absauganlage sei schwieriger zu genehmigen.

Luftreiniger: Lösung oder Aufschieben des eigentlichen Problems?

Nun darf man wahrlich darüber diskutieren, ob ein solcher Luftreiniger überhaupt sinnvoll ist. Sollte dieser funktionieren trägt er sicherlich seinen Teil dazu bei zur Reduzierung der Stickoxidwerte beizutragen. Das eigentliche Problem, alte Verbrenner und Diesel-Fahrzeuge, schafft man damit nicht aus dem Weg. Daimler-Vorstand Martin Daum gab hierzu verstehen, dass künftige CO2-Grenzwerte der EU nur mit Hilfe der Elektromobilität zu schaffen sind. Das gilt für Pkw sowie Lkw.

Und an Stellen, an denen eben kein Containergroßer Luftfilter steht, werden die Stickoxidwerte  weiterhin entsprechend hoch sein. Daher wird es interessant sein, zu sehen, wie die weiteren Pläne der Stadt Kiel aussehen.

Hierzu sei erwähnt, dass in 16 der 24 Kommunen in Baden-Württemberg mit zu hoher Stickoxid-Belastung bis zu 2000 neue Elektroauto-Ladesäulen für bessere Luft sorgen sollen, welche den Ausbau der E-Mobilität fördern.

Quelle: Heise.de – Kiel will mit Luftreiniger Diesel-Fahrverbot verhindern

Ein Kommentar

  1. Das gibts doch schon seit 1890: Seit der Erfindung der Dampf getriebenen Trockenhaube.

    Warum schließt man nicht jedes Abgas-Endrohr eine Trockenhaube an und bläst das Zeug zur Innenraum-Luftzufuhr? Ein paar Filterchen eingebaut, ein bisschen Moos dazu und fertig.

    Sieht auch ganz Schick aus, auf einem Q7. Omma fühlt sich auch wieder wohl wie früher.

    Und:
    Das würde alle Fahrverbote vermeiden.

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