Test- und Fahrbericht des KIA e-Soul im Alltag

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Wir erinnern uns, im April 2019 hatte KIA zur Ausfahrt des neuen KIA e-Soul nach Frankfurt geladen. Für einen ausführlichen Test- und Fahrbericht, wie du diese von uns gewohnt bist, hat dann jedoch schlicht und einfach die Zeit gefehlt, um all die notwendigen Erfahrungen sammeln zu können. Dies holen wir mit diesem Test- und Fahrbericht des KIA e-Soul nun nach.

Mittlerweile ist es zehn Jahre her, dass der KIA Soul erstmals auf die Straße kam. Schon in der damaligen Version als Verbrenner gewann er für sein Design den renommierten Red Dot Award. Fortan ist der KIA e-Soul, vollelektrisch als Nachfolger des KIA Soul EV auf der Straße unterwegs. Neben einem neuen Namen überzeugt er durch sein modernes, neues Design, ist in zahlreichen Ein- und Zweifarb-Lackierungen erhältlich, verfügt über neue Assistenz- und Infotainmentsysteme und bietet durch den kraftvollen Antrieb und das neue Fahrwerk entsprechend Fahrspaß. Des Weiteren ist er in Europa nur noch als E-Auto erhältlich.

Bevor wir nun allerdings tiefer ins Detail gehen, ein Hinweis: Wie du es aus meinen anderen Testberichten gewohnt bist, ist der Test des KIA e-Soul vollkommen subjektiv und betrachtet das E-Fahrzeug aus meiner Perspektive. Dabei versuche ich alle relevanten Punkte aufzugreifen und auch entsprechend interessante technische Details wiederzugeben, welche mir während meiner etwas längeren Testfahrt mit dem Fahrzeug begegnet sind.

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Sollten von deiner Seite noch Fragen offen stehen, einfach melden und ich versuche diese zu beantworten. Deine persönlichen Erfahrungen mit dem E-Auto von KIA kannst du mir gerne zukommen lassen, damit wir diese mit den anderen Lesern teilen. Über Elektroautos im Allgemeinen kannst du dich auf dieser Seite informieren.

KIA e-Soul: Wiedersehen macht Freude

Gut ein halbes Jahr ist es her, dass ich den e-Soul nach der Testfahrt in Frankfurt zurücklassen musste. Damals noch in einem schlichten, aber irgendwie dennoch eleganten Silber. Den e-Soul, der uns Anfang November gut eine Woche im Alltag begleiten sollte, kam weniger schlicht und unauffällig daher. Mag daran liegen, dass die Farbkombination Neptune Blue & Black ein wenig präsenter wirkt. Einfach kräftiger und gerade im tristen Herbst eben doch ein Blickfang. 

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Aber keine Sorge, egal welchen Farbwunsch du persönlich hast, ich bin mir sicher, dass dir dieser erfüllt wird. Denn den KIA e-Soul gibt es in zahlreichen Ein- und Zweifarb-Lackierungen. Derzeit stehen laut KIA 14 Farbvarianten zur Wahl. Dabei wird unterschieden zwischen sieben einfarbige Lackierungen und sieben Zweifarb-Kombinationen, bei denen das Dach und die Außenspiegel in Kontrastfarbe lackiert sind. Auswahl hat man hier als Kunde wahrlich genügend. Gepaart mit dem markanten Auftreten, fährt man mit dem e-Soul ein Elektroauto, welches aufzufallen weiß.

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Kommen wir nun aber einmal weg von der Optik, hin zu den inneren Werten und damit der Ausstattung der e-Soul 64 kWh wurde in der Ausstattungslinie Spirit bei uns vorstellig. Hierbei handelt es sich um die höchste Ausstattung in welcher der rein elektrische e-Soul am Markt erhältlich ist. Darunter angesiedelt sind die Ausstattungen Edition 7 (ab 33.900,00 Euro) sowie Vision (ab 37.590,00 Euro). Der Listenpreis der Spirit-Ausstattungslinie beginnt bei ab 39.390,00 Euro. Die Preise beziehen sich jeweils auf die 39,2 kWh-Variante des e-Soul. Auf die Unterschiede im Detail gehe ich in einem späteren Teil des Testberichts ein.

Neben den Ausstattungsvarianten wird auch hinsichtlich der Batteriegröße unterschieden. Hier gibt es den KIA e-Soul in zwei Akku-Größen am Markt. In der im vorherigen Abschnitt erwähnten 39,2 kWh-Variante, sowie in der 64 kWh-Variante, welche bei unserem Testwagen vorzufinden war. Hier sind die Preise der unterschiedlichen Ausstattungsvarianten stets 3.800,00 Euro über der “kleinen” Akku-Variante angesiedelt.

KIA unterscheidet allerdings nicht beim Laden der beiden Varianten. So können sowohl der KIA e-Soul 39,2 kWh, als auch der e-Soul 64 kWh per CCs oder Typ 2 geladen werden. Doch bevor es all zu sehr ins Detail geht, vergleichen wir Mal die alte Version des KIA Soul EV mit dem “Neuen im Bunde”, dem KIA e-Soul.

Aus Alt macht Neu - Unterschiede zum KIA Soul EV

Optisch, als auch von den technischen Daten, hat sich in der aktuellen Generation des e-Soul einiges getan: neues Fahrwerk, neue Infotainment- und Assistenztechnologien und vor allem ein deutlich leistungsstärkerer Elektroantrieb. Beim Akku setzt der e-Soul auf einen flüssigkeitsgekühlten Lithium-Ionen-Polymer-Batterie mit einer Kapazität von 64 kWh. Im direkten Vergleich zu seinem Vorgänger (30-kWh-Akku) bedeutet dies eine deutlich größere Reichweite. Selbst die “kleine” Batterie liegt mit 39,2 kWh über dem Soul EV.

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Der neue Elektromotor leistet 150 kW (204 PS; bisherige Modellgeneration 81,4 kW/110 PS) und mobilisiert ein maximales Drehmoment von 395 Nm (bisher: 285 Nm), das wie bei E-Mobilen üblich schon ab dem Start zur Verfügung steht. Wobei hier ebenfalls zu erwähnen ist, dass die Einstiegsvariante des E-Autos mit 100 kW/136 PS daherkommt. Damit aber auch deutlich mehr als die vorherige Generation.

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Des Weiteren setzt der Kia e-Soul in der dritten Generation auf ein neues Fahrwerk mit Mehrlenkerhinterachse – statt der bisherigen Verbundlenkerhinterachse. Dieses soll spürbar zum sportlicheren Fahrerlebnis beitragen, dass durch die neue Fahrmodus-Wahl noch intensiviert werden kann. Auf die vier Drive-Modi des E-Autos von KIA gehen wir in einem der nächsten Absätze ein.

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Zum ersten Mal setzt der Automobilhersteller das neue Telematiksystem UVO ein, mit dem der Fahrer zahlreiche Fahrzeugfunktionen beobachten und kontrollieren kann. UVO liefert unter anderem Echtzeitinformationen zu Ladestationen und bietet auch die Möglichkeit, das Laden zu programmieren.

Zudem ist das Fahrzeug durch UVO in der Lage, im Notfall einen Alarm an einen Server zu schicken, Rettungsdienste zu benachrichtigen und die GPS-Daten des Fahrzeugs zu übermitteln – wodurch zugleich ein Mikrofon eingeschaltet wird, damit die Rettungskräfte mit dem Fahrer oder den Fahrzeuginsassen sprechen können.

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Über die „Send2Car“-Funktion des UVO-Systems lassen sich zudem geplante Routen und Stationen (POI) direkt an das Navigationssystem des Kia e-Soul schicken. Auf das Design und optische Auftreten des KIA e-Soul gehe ich gesondert ein. Unterschiede zum Soul EV sind auf den ersten Blick sichtbar, soviel kann man bereits verraten.

Rein elektrisch unterwegs: die Fakten

Bekanntermaßen wird die dritte Generation des Soul in Europa künftig ausschließlich in einer reinen Elektroversion angeboten. Als Soul-Fan steht man dann lediglich vor der Wahl, welche der beiden Batterie-Versionen und Leistungsstufen es sein darf. Die Einstiegsvariante des vollelektrischen Autos kommt mit 39,2 kWh-Akku sowie einer Leistung von 100 kW/136 PS daher und einem Verbauch nach WLTP von 15,6 kWh/100 km.

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Darüber angesiedelt ist die 64 kWh-Variante des e-Soul, welche zudem mit dem leistungsstärkeren E-Antrieb daherkommt. Dieser bringt 150 kWh / 204 PS auf die Straße bei einem Verbrauch nach WLTP von 15,7 kW/100km. Nicht möglich ist es die “schwächere” e-Soul-Version mit dem stärkeren Antrieb zu bekommen, gleiches gilt auch umgekehrt. Beiden Varianten gleich ist jedoch eine CO2-Emission von 0 Gramm; wie bei E-Autos bekanntermaßen üblich.

Angetrieben wird der e-Soul über ein Frontantrieb, der den e-Soul in der Stadt auf einen kombinierten Stromverbrauch von 10,6 kWh/100 km beziehungsweise 10,9 kWh/100 km bringen soll. Wie er sich bei unserem Test im Alltag geschlagen hat, dazu in einem der folgenden Abschnitte mehr.

Drive-Modi des KIA e-Soul im Blick

Die Mehrhinterlenkachse des e-Soul soll spürbar zum sportlicheren Fahrerlebnis beitragen, das durch die neue Fahrmodus-Wahl noch intensiviert werden kann. Sie bietet vier Einstellungen (Komfort, Sport, Eco, Eco+), je nachdem, ob Fahrspaß oder Energieeffizienz im Vordergrund stehen sollen. Die Fahrmodi haben auch Einfluss auf das regenerative Bremssystem, die Klimatisierung und die mögliche Höchstgeschwindigkeit.

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Als Fahrer hat man die Wahl zwischen den zuvor aufgeführten Modi. Wobei der Wechsel auf eco+ sowie Sport am spürbarsten auffällt, in puncto Fahrverhalten. Im eco+-Modus – langes Drücken der Drive-Modi-Taste – wird die Geschwindigkeit des e-Soul auf 90 km/h begrenzt, sowie sämtliche Verbraucher auf ein Minimum zurückgefahren. Die Klimaanlage schaltet sich komplett an. Daher ist dieser Modus im Alltag auch nur in der Übergangszeit zu empfehlen. Im Winter und Sommer möchte man nicht freiwillig auf die Klimaanlage verzichten. Zumindest geht es mir so.

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Der Sport-Modus seinerseits verändert ebenfalls das Auftreten des e-Soul. Denn hier kommen alle Vorteile eines Elektroantriebs zum Tragen. Von der direkten Ansprache über die schnelle Beschleunigung hat man als Fahrer richtig Freude am E-Auto. Auch, wenn man sonst eher penibel auf die Restreichweite achtet. Diese geht bei der 64 kWh allerdings auch nicht ganz so schnell zurück. Daher durfte man mich durchaus das ein oder andere Mal im Sportmodus erwischen.

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Wenn man nicht bereits beim Strom geben spürt in welchem Fahrmodus man sich befindet reicht ein Blick aufs Display hinter dem Lenkrad. Je nach gewähltem Modus passt dies nämlich sein Erscheinungsbild an. Sprich, im Komfort, Eco und Eco+ Modus kommt es in unauffälligen Blautönen daher. Im Sport-Modus lassen sich rote, kräftige Elemente erkennen. Des Weiteren sinkt natürlich die Reichweitevorschau entsprechend. Unterschiede von 25 bis 35 km sind je nach ausgewähltem Fahrmodus normal.

Rekuperation: Von Null bis One-Pedal alles möglich

Vorab sei gesagt, dass das E-Auto von KIA sowohl automatisch die Rekuperationsstufen bestimmen kann oder diese durch den Fahrer manuell festgelegt werden können. Um zwischen manuell und automatischer Anpassung der Rekuperationsstufen umzuschalten, muss das rechte Rekuperationspedal am Lenkrad länger zum Fahrer gezogen werden. Der entsprechende Modus wird im Display oberhalb des Lenkrads visualisiert.

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Durch langes heranziehen des linken Rekuperationspedal am Lenkrad wird der KIA e-Soul rein durch Rekuperation heruntergebremst. Bis zum Stillstand. Hierzu gehört allerdings ein wenig Mut, dies in der Praxis anzuwenden. Zumindest ging es mir so. Nach den ersten Kilometer geht dies aber durchaus in Fleisch und Blut über und der e-Soul profitiert noch stärker von der Rekuperation. Beziehungsweise von dem „One Pedal“-Modus, wie er von KIA bezeichnet wird. Man muss lediglich beim Wechsel der Drive-Modi darauf achten, dass sich hierdurch auch die Rekuperationsstufe verstellt.

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Reichweite und Verbrauch des KIA e-Soul im Alltag

KIA gibt bezüglich der Reichweite des e-Soul 64 kWh zu verstehen, dass dieser mit einer kombinierten Reichweite von 452 Kilometern (Durchschnittsverbrauch 15,7 kWh pro 100 km) daherkommt. Im City-Zyklus soll er sogar bis zu 648 Kilometer mit einer Batterieladung zurücklegen. Das Grundmodell mit 39,2-kWh-Akku und 100 kW (136 PS) hat eine kombinierte Reichweite von 276 Kilometern (City-Zyklus: 407 km).

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An sich sind solche Herstellerangaben für eine erste Orientierung gar nicht verkehrt. Doch natürlich kommt die “echte” Reichweite erst zum Vorschein, wenn man selbst fährt. Schließlich findet die Reichweiten-Ermittlung dann nicht mehr unter nahezu klinischen Bedingungen statt, sondern eben direkt auf der Straße. In der Vergangenheit war bei den verschiedenen E-Autos, welche wir bisher Probe fahren konnten, eine Abweichung in Richtung Mehrverbrauch festzustellen.

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Auch beim KIA e-Soul war dies nicht anders. Wir haben uns mit 17,2 kWh- 19,5 kWh zwar im Bereich eines hinnehmbaren Energiemehrverbrauchs befunden. Müssen aber auch anmerken, dass dieser durchaus ansteigt, wenn man doch Mal mehr Strom gibt. Daher gilt durchaus darauf zu achten in welchem Drive-Mode man unterwegs ist und ob man sachte mit dem Strom-Pedal umgeht. Dann sollten tatsächlich auch die ermittelten Reichweiten zu erreichen sein. Diese werden von KIA mit 15,6 kWh/100 km (gewichtet, kombiniert) bei der 39,2 kWh-Soul-Variante angegeben und mit 15,7 kWh/100 km (gewichtet, kombiniert) bei der 64 kWh-Soul-Variante.

Energie tanken, so einfach kann es sein!

Nachladen kann der KIA e-Soul seinen Akku wahlweise per TYP 2-Ladeanschluss oder alternativ per CCS. Je nach dem für welchen Ladestandard man sich entscheidet ist der Akku mehr oder weniger schnell geladen. Nachfolgend habe ich die Ladeoptionen inklusive der Zeiten aus dem technischen Datenblatt eingebunden. In der Praxis waren lediglich minimale Unterschiede beim Laden festzustellen.

Ladezeiten - KIA e-Soul 39,2 kWh - 100 kW/ 136 PS

  • 230-V-Haushaltssteckdose; 12 A (serienmäßiges Ladekabel) - 19 Stunden
  • Wechselstrom-Ladestation (230 V) bei 4,6 kW Leistung - 9 Stunden 30 Minuten
  • Wechselstrom-Ladestation (230 V) bei 7,2 kW Leistung - 6 Stunden 10 Minuten
  • 50-kW-Gleichstrom-Ladestation (0 auf 80%) - 57 Minuten
  • 100-kW-Gleichstrom-Ladestation (0 auf 80%) - 54 Minuten
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Ladezeiten - KIA e-Soul 64 kWh - 150kW/ 204 PS

  • 230-V-Haushaltssteckdose; 12 A (serienmäßiges Ladekabel) - 31 Stunden
  • Wechselstrom-Ladestation (230 V) bei 4,6 kW Leistung - 15 Stunden
  • Wechselstrom-Ladestation (230 V) bei 7,2 kW Leistung - 9 Stunden 35 Minuten
  • 50-kW-Gleichstrom-Ladestation (0 auf 80%) - 75 Minuten
  • 100-kW-Gleichstrom-Ladestation (0 auf 80%) - 54 Minuten
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Exterieur und Interieur des KIA e-Soul im Detail

Erste Erfahrungen, beschriebene Eindrücke und eingebundene Fotos haben dir hoffentlich einen Eindruck des KIA e-Soul vermitteln können. Nun tauchen wir gemeinsam noch ein wenig mehr ein und betrachten das Exterieur und Interieur des Elektroautos von KIA etwas genauer.

Exterieur: Kantig wie eh und je mit dem gewissen Etwas

Festhalten kann man, dass sich der e-Soul im Vergleich zum Vorgänger in einem völlig neuen Design präsentiert. Gleichzeitig aber auch nicht das prägende Auftreten vernachlässigt, für welches bereits der Soul EV bekannt war. Die charakteristischen kantigen Konturen hat man bewusst beibehalten, ein wenig mehr Schwung verliehen, aber eben dennoch am vielfach preisgekrönten Kult-Crossover festgehalten. Auch der kurze Überhang an Front und Heck ist geblieben.

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Bei den Front- und Heckstoßfänger hat man darauf geachtet, dass das diese ein aerodynamisches Erscheinungsbild unterstreichen. Die “Augen” – schmale LED-Scheinwerfer, die durch eine schmale Chromleiste verbunden sind und dadurch eine horizontale Linie bilden – sind ein prägendes Merkmal des E-Autos. Denn diese lassen die Front optisch noch breiter und stabiler wirken. Unterstrichen wird dies durch die neuen Nebelscheinwerfer, die das Frontdesign seitlich kraftvoll abschließen.

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Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass der 4.195 mm lange, 1.800 mm breite sowie 1.600 mm keinesfalls träge wirkend daherkommt. Ganz im Gegenteil, dem e-Soul haftet in der jetzigen Generation ein durchaus sportliches Auftreten an. Welches er auch unter Beweis zu stellen vermag, wenn man im Sport-Mode die gut 1.757- 1.833 kg Leergewicht (64 kWh-Variante) von 0 auf 100 km/h in gerade einmal 7,9 Sekunden beschleunigt.

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Dass es sich beim KIA e-Soul um ein Elektrofahrzeug handelt, steht diesem ins Gesicht geschrieben. Denn wie beim Vorgänger ist der Ladeanschluss in die Blende integriert, die den Kühlergrill ersetzt. Die Farbpalette des KIA-Stromers wird mit der neuen Generation um neue Ein- und Zweifarblackierungen erweitert, welche bereits eingangs ausführlich erwähnt wurden.

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Interieur: Entspannt und lässig durch den Alltag

Man darf es durchaus noch einmal anmerken. Das E-Auto von KIA und ich waren nicht immer beste Freunde. Denn das Design des KIA e-Soul habe ich lange Zeit eher als gewöhnungsbedürftig empfunden. Mit jedem Blick auf die Karosserie wurde die Freundschaft aber dann doch größer. Vollkommen überzeugt hat mich das Interieur des Fahrzeugs. Absolut wertig verarbeitet und funktionell überzeugend.

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Wie beim Antrieb präsentiert sich der Kia e-Soul auch bei den Assistenz-, Infotainment- und Komforttechnologien auf dem modernsten Stand. Im Cockpit findet sich statt eines konventionellen Wählhebels ein Gangwahl-Drehschalter (Shift by Wire). Und das Infotainmentsystem beinhaltet einen 10,25-Zoll-Touchscreen, Smartphone-Integration und Bluetooth mit Spracherkennung.

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Absoluter Blickfang im Innenraum sind die seitlichen Lüftungsdüsen – die wie beim Vorgänger mit den Hochtönern kombiniert sind. Aus diesen scheinen neben Luft und Sound auch Farben zu strömen. Denn direkt vor den Auslässen befinden sich an den Türen auffällige, dreidimensionale Strukturen, deren Beleuchtung im Musikrhythmus pulsiert. Diese sind Teil der optionalen frequenzgesteuerten Ambientebeleuchtung an Fahrer- und Beifahrertür, die individuell konfiguriert werden kann. Zur Wahl stehen dabei acht Einzelfarben sowie sechs Themen und Farbvariationen, welche je nach Sound ihre Farbe wechseln.

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Definitiv ein wenig gewöhnungsbedürftig, vor allem wenn man zunächst nicht so richtig deuten kann woher denn nun der Wind weht… (musste sein) Dann kann es aber durchaus zur Entspannung und zum Wohlfühlen beitragen. Natürlich muss man auch anmerken, dass man in der Ausstattungslinie Spirit auf kein Extra verzichten musste. Ganz im Gegenteil, wie dir der Vergleich der Ausstattungslinien im nächsten Abschnitt zu vermitteln mag.

Eine induktive Smartphone-Ladestation in der Mittelkonsole, beheizbare und belüftete Vordersitze, ein Harman Kardon Premium-Soundsystem und ein Head-up-Display, das die aktuelle Geschwindigkeit sowie weitere Informationen wie Sicherheits- und Navigationshinweise, gehören ebenfalls mit dazu. Je nachdem wie man seinen e-Soul konfiguriert und natürlich mit entsprechendem Aufpreis.

Unterschiede der Ausstattungslinien

Nachfolgend habe ich die drei unterschiedlichen Ausstattungslinien hinsichtlich ihrer Ausstattungshighlights zusammengestellt. Die Daten beruhen auf der Preis/Daten-Liste Stand 17.09.2019.

Ausstattungslinie Edition 7

  • 17-Zoll-Leichtmetallfelgen mit Bereifung 215/55 R17
  • 2 Frontairbags (Beifahrerairbag abschaltbar)
  • 2 Seitenairbags
  • 2 Vorhangairbags
  • Adaptive Geschwindigkeitsregelanlage inkl. Stop&Go-Funktion (Smart Cruise Control, SCC mit S&G)
  • Aktiver Spurhalteassistent mit korrigierendem Lenkeingriff (Lane Keep Assist)
  • Bluetooth-Freisprecheinrichtung mit Spracherkennung
  • Dämmerungssensor
  • Drive-Mode-Select
  • Fahrersitz höhenverstellbar
  • Fernlichtassistent (High Bearn Assist)
  • Frontkollisionswarner mit Fußgängererkennung
  • Frontscheinwerfer mit LED-Technologie (Abblend- und Fernlicht)
  • KIA-Touchscreen-Radio (7-Zoll)
  • Klimaautomatik mit Antibeschlagsystem
  • Müdigkeitswarner
  • Notruf-Service e-Call
  • Schaltwippen am Lenkrad (Einstellung Rekuperation)
  • Smartphone Schnittstelle: Android Auto und Apple CarPlay
  • Smart-Key und Startknopf
  • Stauassistent
  • Virtuelles Motorsoundsystem zum Fußgängerschutz

Ausstattungslinie VISION

  • Dachreling
  • Digitaler Radioempfang DAB+
  • Harman/Kardon Premium Soundsystem mit insgesamt 10 Lautsprechern und externer Endstufe mit 640 Watt Gesamtleistung
  • Innenrückspiegel selbstabblendend
  • KIA-Kartennavigation - 10,25 Zoll
  • KIA-Navigationskarten-Update und KIA Connected Service
  • Lederlenkrad
  • Lenkrad beheizbar
  • Online-Dienst KIA UVO Connect mit KIA Live
  • Parksensoren hinten
  • Privacy-Verglasung (dunkel getönte Scheiben ab B-Säule)
  • Regensensor
  • Sitzheizung vorn (Sitzfläche und Lehne)
  • Vorheizsystem für die Batterie
  • Wärmepumpe für effizientere Innenraumklimatisierung

Ausstattungslinie SPIRIT

  • 12-Volt-Steckdose im Gepäckraum
  • Aktiver Querverkehrwarner zur Erkennung von Fahrzeugen im toten Winkel beim Querausparken
  • Ambientebeleuchtung, impulsgesteuert
  • Außenspiegel elektrisch anklappbar
  • Head-up-Display HUD
  • Induktive Ladestation für Smartphones
  • Parksensoren vorn
  • Spurwechselassistent mit Totwinkelwarner

KIA e-Soul: Preise & Förderung durch Umweltbonus

Sollten dich die bisherigen Eindrücke des e-Soul von KIA überzeugt haben, dann ist es nun wohl an der Zeit einen Blick auf die Preise zu werfen. Auch die Förderung durch den Umweltbonus für das Elektroauto von KIA wollen wir nicht unbeachtet lassen.

Bekanntermaßen wurde die Elektroauto Kaufprämie am 18.05.2016 im Kabinett beschlossen. Die eigentliche Kaufprämie fällt hierbei unterschiedlich hoch aus. Diese richtet sich in der Höhe danach, ob es sich um ein reines Elektrofahrzeug handelt, welches man erwirbt oder um ein Hybridfahrzeug mit Elektro- und Verbrennungsmotor. Des Weiteren soll diese künftig erhöht werden; wodurch Käufer des e-Soul nochmals profitieren. Für die Betrachtung der Preise und Fördermöglichkeiten haben wir uns an den zum Zeitpunkt der Veröffentlichung geltenden Werte orientiert.

Bei einem reinen E-Auto kann man mit einem Zuschuss von 4.000,00 Euro rechnen. Bei einem Plug-In-Hybrid mit 3.000,00 Euro. In jedem Fall trägt sowohl der Autohersteller, als auch unser Staat 50% des jeweiligen Umweltbonus. Nachfolgend werfen wir einen Blick auf die Listenpreise des e-Soul. Stand der Preisliste 17.09.2019 – Modelljahr 2020.

Für unseren Testwagen wären somit 43.190,00 Euro Listenpreis fällig geworden. Davon den Umweltbonus abgezogen gibt es den KIA e-Soul 64 kWh in der höchsten Ausstattungsvariante für knapp über 39.000,00 Euro. Interessant dürfte aber gerade die “Einstiegsvariante” mit 39,2 kWh Akku sein, welche es in der Ausstattungslinie Edition 7 nach Abzug des Umweltbonus auf 29.900,00 Euro bringt.

Eine Woche mit dem KIA e-Soul - ein Fazit

Manchmal hat man das Gefühl, dass eine Woche mit einem E-Auto doch einfach zu wenig ist. Vor allem, wenn man nicht die meiste Zeit dieser Woche im Auto verbringen kann. Ist aber eben so. Im Fall des KIA e-Soul eben auch. Und dennoch konnte ich genügend Erfahrung und Eindrücke sammeln, um diesen Test- und Erfahrungsbericht aufzubereiten. Aber was ist von e-Soul nun hängen geblieben?

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Das Elektroauto von KIA ist gewöhnungsbedürftig. Ist gar nicht im negativen Sinne gemeint. Ganz im Gegenteil. Es ist ein Auto mit Charakter, ein Auto mit konsequenter Linie und einem Design, welches eben zu polarisieren, aber auch zu gefallen weiß. Für mich ist es dabei geblieben, desto öfter ich den e-Soul betrachtet habe, desto besser hat er mir gefallen.

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Aber nicht nur die inneren Werte wussten zu überzeugen. Vor allem die Ausstattung, die Extras und vielfältigen Funktionen des Elektroautos haben im Alltag begeistert. Natürlich muss man anmerken, dass es sich hierbei um die höchste Ausstattungslinie des KIA e-Soul gehandelt hat, aber bereits in der Einstiegsvariante braucht sich dieser nicht zu verstecken. Meine Meinung.

Aus meiner Sicht legt sich das Elektrofahrzeug auch nicht auf eine bestimmte Zielgruppe fest, sondern jeder Fahrer kann sich genau das von dem Auto holen was er will. Kommt eben ganz auf die eigenen Ansprüche an. Für mich steht fest ich werde wieder einsteigen und kann mir auch vorstellen eine größere Tour mit diesem anzutreten. Bei der 64 kWh-Version kommt man einige Kilometer weit, bevor man Nachladen muss. Und selbst das geht in unter einer Stunde wieder auf 80% der Akkukapazität. Willkommen im Alltag, würde ich sagen. Oder!?

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Disclaimer

Der KIA e-Soul wurde mir für diesen Testbericht kostenfrei, für den Zeitraum von einer Woche, von KIA zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf meine hier geschriebene ehrliche Meinung.

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17 Antworten

  1. Hallo Sebastian, was mich noch interessieren würde, als Photovoltaik Besitzer, ist, ob der Kia Soul auch für bidirektionales laden vorgesehen ist? Und ob Kia die entsprechenden Gerätschaften dazu anbietet

  2. Hallo Sebastian,
    Dank für diesen praxisnahen Testbericht!
    3 kurze Fragen:
    a) Welche laufenden Kosten verursacht denn UVO?
    b) Eco+ – Modus : Klimaanlage wird doch komplett ab(!)- und nicht angeschaltet? (Wie auch aus dem weiteren Text erkennbar.)
    c) Lässt sich die AC-Ladeleistung programmieren (im Sinne von begrenzen mit ggf. ergänzender zeitlicher Vorgabe), um z.B. innerhalb der Kapazität einer eigenen PV-Anlage zu bleiben?
    Beste Grüße
    Michael

    1. Frage C:
      AC ja (unter “Batterie” eingeben), CCS leider nein (bei 80 kW Ladeleistung hohe Kühlleistung, Drosselung vom Fahrzeug aus m.E. batterieschonend)!

  3. Schöner Test. Ich mag den KIA.
    Was mich an dem Auto am meisten stört, ist die schlechte AC Ladeleistung.
    Warum macht man das ? DC mag alles schön sein. In der Praxis erlebe ich es leider aber immer wieder das Dinger besetzt , extrem teuer , zugeparkt oder nicht selten Kaputt sind. Da ist man dann Froh das man 22 KW AC Laden kann. Meine ZOE kann kein DC laden. Ich muss jedoch sagen das ich es noch nicht vermisse. Ich finde es auch wirklich spitze das auch die neue ZOE 22 KW AC laden kann. Das wird auch immer wieder gefragt. Scheint auch ein wichtiger Punkt für den Kauf zu sein. Zumal man den KIA einphasig eigentlich gar nicht an AC laden darf. Das Ding erzeugt an einer AC Wallbox eine Schieflast. Das ist verboten. Das ist auch der Grund warum der Nissan Leaf für mich von der Liste gestrichen wurde. Neben dem unsäglichen Chademo und der fehlenden Akku Kühlung. Das ist natürlich nur meine Erfahrung und muss nicht für jeden gültig sein.

  4. Hallo Sebastian,
    der Bericht des KIA e-Soul hat mir sehr gefallen.
    Habe am 7.1.2019 einen KIA e-Niro bestellt. Liefertermin ??? Ausstattung 64 kwh – Spirit
    In welcher Ausführung – Ausstattung kommt mein KIA e-Niro in 2020 ???
    Bitte nutze Deine guten Informationswege !!!
    Kann ich den Vertrag auch auf KIA e-soul ändern ? Kommt der schneller ?

    Viele Dank von einen interessierten Leser Deiner NEWS

    Stefan Mayer

    1. Stefan, diese Fragen werde ich nicht für dich beantwortet bekommen. Hierfür werden weitere Informationen benötigt – wie bspw Vertragsdetails, usw… Wirst hier den Weg über deinen Händler gehen müssen.

  5. Kommt technisch und bezüglich Reichweite an den Zoe mit 42 KWh heran. Aber finanziell nicht. Ich miete beim neuen Zoe die Batterie. Nehme an , dass auch Kia 8 Jahre Garantie gibt. Was kostet eine neue Batterie im 9. Jahr, falls ich dann erneuern muss. Für mich ist das, das ganz grosse Fragzeichen der E Mobillität. Hier macht man einen “Blindflug “ weil noch zu wenig Langzeiterfahrung besteht. Was denkst Du Sebastian, wäre da der gemietete AKKU nicht risikoloser ?

    1. Hatte es gerade heute mit zwei anderen E-Mobilitätsjournalisten darüber. Wird definitiv ein Thema sein, welches derzeit noch unterschätzt wird. Eine 100% Entscheidung könnte ich hierbei aber derzeit auch nicht treffen.

  6. Diese Antwort habe ich vermutet. Und von den Erfahrungen die langjährige E Fahrer haben, sollten die Deutschen Autobauer ist profitieren. 2012 habe ich den Chevi Volt der eine E Reichweite hatte die fast den damaligen reinen E Atos entsprach. Ausnahme TESLA. Meine Risiko Ueberlegung, war damals schon die Haltbarkeit der Batterie. Ich sagte mir, auch wenn die bald den Geist aufgibt , so ist dieses Auto immer noch ein Hybrid. Nun haben wir Fotovoltaik auf dem Dach und die Reichweite der reinen Elektrischen ist auf über 300 Km gestiegen. Also ein Grund den Range Extender jetzt einzutauschen um die Benzinkosten auch noch einzusparen.Besser jetzt für den noch 12 000.- zu lösen als in 2 Jahren 10 000.- drauf legen für einen neuen Akku und dann immer noch ein altes Auto zu haben. Fazit: Künftig sollte es einheitlichen 60 KWh Akkus mit gleichen Abmessungen einheitlichem Batteriemanagement auch betr. Kühlung für Deutsche Autos geben. Solche Akkus könnten sehr einfach mit Stappler über Kofferraum von hinten her, bei üblichen Tanksäulen ausgewechselt werden. Solche Lagerhaltung bei denen wäre erst noch günstiger als aufwendige Ladeinfrastruktur aufzubauen. Solches Austauschverfahren der Batterie wäre für die Kunden finanziell übersichtlicher und in der Praxis schneller gemacht als Tesla seine Autos bei Superchargern aufladen kann.

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