Karolino soll „in mehr als 150 technischen Punkten“ besser sein als der Microlino

Karolino als Premium-Konkurrenz zum Microlino

Copyright Abbildung(en): Artega

Artega-Chef und Auftragsfertiger Klaus Dieter Frers hat dem Fachmagazin Edison einige neue Details zum Karolino verraten, dem Elektro-Kabinenroller, den er von seinem Auftraggeber Microlino abgekupfert hat. Er bestätigte Edison, ein dem Microlino ähnliches Modell fertigen wollen, das im September auf der IAA vorgestellt und kurz darauf bereits ausgeliefert werden soll und er erklärte auch die größten Unterschiede zum Original.

Einblick in die Karolino Fertigung

Demnach biete Frers im Karolino auf Wunsch auch Komfortsitze an, sorge für eine Vernetzung mit dem Smartphone und baue zudem einen Sprachassistenten und ein Soundsystem ein. Zudem seien etwa das Chassis und das Fahrwerk „im Sinne höherer Steifigkeit bei geringerem Gewicht und deutlich verbesserten Fahr- und Bremseigenschaften neu konstruiert“ worden, in Sachen Optik und Innenraum könne man von hochwertigerer Qualität ausgehen. Änderungen im Bordnetz sowie der Einsatz besserer Batterien sollen die Reichweite erhöhen und den Karolino schnellladefähig machen. Diese Bauteile stammen zum Teil praktischerweise vom Automobilzulieferer Paragon, der ebenfalls Frers gehört. Der Akku im Karolino kommt von Voltabox, wiederum ein zu Frers gehöriges Unternehmen. Insgesamt sei der Karolino gegenüber dem Microlino „in mehr als 150 technischen Punkten“ verbessert, erklärt Frers.

Nun kann man sich aber auch fragen, warum Frers diese Verbesserungen nicht im Microlino einsetzt. Schließlich hatten die Microlino-Erfinder, die Schweizer Familie Ouboter, zuletzt über Qualitätsprobleme beim Auftragsfertiger Frers geklagt und die Auslieferung einmal mehr verschieben müssen. Die Ouboters arbeiten bereits seit 2015 am Microlino und wollten ihn bei Tazzari in Italien bauen. Frers ist erst seit Ende 2018 dank der Übernahme von Tazzari mit an Brod.

Details aus der Karolino Fertigung

Frers ist wohl der Meinung, dass er mit dem Kauf von Tazzari, wo der Microlino eigentlich hätte gebaut werden sollen, neben dem Entwicklungsprojekt und einigen Vorserienfahrzeugen auch die „Vertriebs- und Produktionsrechte für diese Fahrzeugplattform“ erworben habe, wie Edison berichtet.

Wir sind selber bestürzt von dieser Art und Weise“, schreiben die Ouboters auf Twitter. Frers hingegen kündige an, dass sein Unternehmen Artega „exklusiver Produzent des Schwestermodells Microlino für Europa“ bleiben wolle. Ob die Ouboters das mitmachen wollen, bleibt abzuwarten. Zuletzt teilten sie mit, bereits an einem „Plan B“ zu arbeiten. Wir sind schon gespannt, wie diese Geschichte noch weitergeht.

Geplant war, dass der Karolino als eines der Elektroautos der IAA 2019 zu sehen sein wird. Doch daraus wird nun wohl nichts.

Quelle: Edison – Karolino kommt, Microlino bleibt

Newsletter abonnieren

Montag, Mittwoch und Freitag die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.

Dir gefällt dieser Beitrag? Teilen auf

Diese News könnten dich auch interessieren:

4 Antworten

  1. Dann soll Herr Freers den Karolino in Massen produzieren und dann mit einer saftigen Strafe und den produzierten Autos auf der Halde sitzen bleiben. LG: Bernd

  2. Also ich hoffe dass die echten Microlino-Leute jemanden finden, der ihnen das Ding baut und auch die angeblichen 150 Verbesserungen implementieren kann, sodass nicht am Ende dieses unehrenhafte Verhalten der deutschen Firma belohnt wird, und am Ende erfolgreich ist!
    Vielleicht sollten die Schweizer Mal bei Magna in Österreich anfragen, da ist sehr viel KnowHow, dort in Graz wird die Mercedes G-Klasse gebaut, der geile neue elektrische Jaguar I-Pace, und teils der F-Pace glaube ich, der BMW 5er und Z4 Roadster….und was weiß ich noch.
    Ich hoffe jedenfalls dass Microlino erfolgreich wird, für solche Autos macht IMO der E-Antrieb auch komplett Sinn.

  3. Habe den Microlino auf einer Messe im Frühjahr 2016 gesehen und mich sofort auf die Bestellerliste bei Micro gesetzt. Seither kommt von Micro eine Verspätungs-Entschuldigung nach der anderen. Die Argumente schrammen an der Intelligenzbeleidigung der Newsletter-Empfänger entlang, ein echter Knieschuß! Den Knieschuß Nr. 2 setzten die Schweizer mit der Veröffentlichung ihrer Differenzen mit Artega – ob berechtigt oder nicht. Das war der größte Fehler überhaupt! Das zerstört nicht nur Vertrauen sondern lässt an der Kompetenz von Micro zweifeln, das Projekt jemals zur Serienreife zu führen. Nach heutigem Kenntnisstand würde ich einen Karolino bei Artega und den „Microlino“-Aufkleber in der Schweiz bestellen, denn nur der Name „Microlino“ gefällt mir im Moment noch besser.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).