Jaguar: Mängel in der Ladeinfrastruktur halten zunehmend davon ab, auf Elektrofahrzeuge umzusteigen

Jaguar pocht auf Ladestationen-Ausbau
Ruslan Lytvyn / Shutterstock.com
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Jaguars britischer Geschäftsführer Rawdon Glover hat sich im Gespräch mit Autocar über die Tatsache ausgetauscht, dass die Mängel in der britischen Ladeinfrastruktur interessierte Käufer zunehmend davon abhalten, auf Elektrofahrzeuge umzusteigen. Dabei sei vor allem die Anzahl der verschiedenen Anbieter am Markt, die Variabilität der von ihnen angebotenen Dienste und die Vielfalt der Zahlungsmethoden abschreckend. Hier müsse es einfachere Lösungen zur Stärkung des Vertrauens der Öffentlichkeit geben.

Glover ging im Gespräch zudem auf die von der britischen Regierung ins Leben gerufene Road to Zero-Strategie ein, in deren Rahmen er sich einen schnelleren Ausbau der britischen Infrastruktur in Bezug auf die Größenordnung wünschen würde. Sieht aber seinerseits auch Jaguar, andere Automobilhersteller sowie etablierte Lieferanten in der Verantwortung ihren Teil zum Auf- und Ausbau der Infrastruktur beizutragen.

Grundsätzlich müsse man es einfacher machen “mit Elektroautos zu leben, von der Sicherstellung der geografischen Abdeckung bis hin zur Anhebung der Standards, so dass Ladepunkte immer funktionieren, bis hin zur Einführung eines Systems”, bei dem man mit eine Karte – idealerweise der eigenen Kreditkarte – überall bezahlen kann.

Aus seiner Sicht stellen “so viele Anbieter mit jeweils eigenen Zahlungssystemen, bei denen man sich auf ganz eigene Weise anmelden müsse, eine unnötige Hürde dar”, so Glover. Hier sieht er die Regierung in der Verantwortung eine Richtung vorzugeben. Aus unserer Sicht nicht nur für Großbritannien, sondern idealerweise Europaweit sollte eine solche Richtung vorgegeben werden.

Das wachsende Interesse der Neuwagenkäufer an Elektrofahrzeugen hat dazu geführt, dass sich der Absatz von Jaguar I-Pace im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt hat und die Nachfrage weiterhin über dem Niveau von Modellen mit Verbrennungsmotor liegt.

Begründet wird dies vonseiten Glover auch damit, dass man bei Jaguar auf die besonderen Gegebenheiten im Verkaufsgespräch eingehe. Reiche beispielsweise ein E-Auto für 50 Wochen des Jahres aus, man benötigt aber für eben diese anderen zwei Wochen mehr Reichweite am Stück, dann findet man hierfür auch eine Lösung.

Quelle: Autocar – Jaguar UK boss: EVs still aren’t easy enough to live with

4 Kommentare

  1. Also Entschuldigung, aber die Quelle ist hier nicht korrekt wiedergegeben. Er spricht über das Ladenetzwerk in UK! Sicherlich ist auch sonst wo nicht alles optimal, aber besonders UK hat Nachholbedarf. Das ist aber auch das einzige womit er recht hat. Der rest des Artikels ist außerdem 4 Wochen alt und wohl vor der neuen Jaguar E-Strategie entstanden. Jedenfalls ist das alles ziemlich ungenau. Gerade die Sales mit dem Vorjahr zu vergleichen, wo er noch nicht auf dem Markt war? So ein Quatsch. Und er hat absolut unrecht. Es ist einfach mit einem EV zu leben. Auch unserem I-Pace. Vor allem wenn er zuhause lädt! Erschreckend seine Aussagen. JLR hat noch nen langen Weg vor sich.

    1. Haben es herausgearbeitet, dass es primär um das britische Ladenetz geht. Nichtsdestotrotz treffen gerade die Punkte “von der Sicherstellung der geografischen Abdeckung bis hin zur Anhebung der Standards, so dass Ladepunkte immer funktionieren, bis hin zur Einführung eines Systems” auf eine Vielzahl von betroffenen E-Auto-Fahrer zu. Und zu Hause laden kann leider auch nicht jeder.

  2. In Österreich bremst die Politik bewusst den Ausbau einer Ladeinfrastruktur. Man träumt von Wasserstoff und dieselt erst mal weiter. Tatsächlich könnte die fehlende Ladeinfrastruktur in den Städten der Elektromobilität zum Verhängnis werden. Wasserstoff würde hingegen ausschließlich an großen Tankstellen verkauft. Da brauchen sich die Stadtverwaltungen nichts überlegen. Neuerungen mag der Bürger nicht.

  3. Bin froh nur eine 220 er Steckdose zu benötigen. Die bekomme ich in jedem Hotel und den Strom gratis. Falls ich keine 5 Stunden Zeit habe das Auto so abzustellen, fährt man einfach im Hybridmodus ( 5 Liter Normalbenzinverbrauch/100 Km) weiter und braucht sich nicht zu befürchten liegen zu bleiben. Gesamtverbrauch bei 85 000 Km 2,2 Liter und noch etwas Strom. Letzterer auch gratis da die PV Anlage vom Dach amortisiert ist.

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