Hyundai entwickelt gewichtsbasierte Leistungsregelung für kommerzielle Elektrofahrzeuge

Hyundai entwickelt System für Leistungsregelung

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Der koreanische Fahrzeughersteller Hyundai Motor Group hat ein System entwickelt, mit dem das Bruttogewicht eines leichten gewerblichen Elektrofahrzeugs geschätzt und die Leistung entsprechend optimiert werden kann. Die Entwicklung dieses Systems ist eine Premiere für die Industrie. Die Technologie will Hyundai künftig in leichten elektrischen Nutzfahrzeugen einsetzen.

Die Möglichkeit, das Bruttogewicht eines Fahrzeugs während der Fahrt zu berechnen, bedeutet, dass die Drehmomentabgabe eines Elektrofahrzeugs optimiert werden kann, um die geschätzte verbleibende Reichweite zu maximieren. Die Technologie verringert das potenzielle Durchdrehen der Räder und die Traktion, wenn ein Fahrzeug weniger Nutzlast trägt, und erhöht die wirtschaftliche Effizienz.

Die neue Technologie ermöglicht auch Änderungen der Drehmomentabgabe basierend auf der Topographie, indem die zum Bergauffahren eines Fahrzeugs erforderliche Drehmomentmenge basierend auf dem Bruttogewicht angepasst wird. Das ermöglicht es, unnötige fahrzeugbezogene Kosten effektiv zu reduzieren.

„Hyundai hat diese Technologie entwickelt, weil wir uns bewusst sind, dass wir bei der Entwicklung von Elektrofahrzeugen für den gewerblichen Einsatz einen anderen Ansatz wählen müssen. Wir bereiten uns auf eine Zukunft vor, in der wir kommerzielle Elektrofahrzeuge anbieten können, die unter allen gegebenen Straßenbedingungen und unabhängig von der Nutzlast, die sie tragen, mit den optimalen Spezifikationen arbeiten. Diese Fahrzeuge werden sehr sparsam im Betrieb sein.“ – Chae Mo Yang, Gruppenleiter der Eco-Technology Performance Development Group

Die preisliche Wettbewerbsfähigkeit ist der Schlüssel zum Erfolg zukünftiger Nutzfahrzeuge in Unternehmen. Vor diesem Hintergrund hat die Hyundai Motor Group die Gewichtsschätzungstechnologie entwickelt, bei der Beschleunigungssensoren anstelle – wie man eigentlich meinen möchte – von Gewichtssensoren verwendet werden. Durch die Weiterentwicklung dieser Technologie kann sie auf ein Fahrzeug angewendet werden, das nicht mit einem kostspieligen Luftfedersystem ausgestattet ist.

Mit Beschleunigungssensoren wird das Bruttogewicht nach dem zweiten Newtonschen Bewegungsgesetz geschätzt. Kurz gesagt, je weniger Masse und mehr Energie auf das Objekt (das Fahrzeug) wirken, desto schneller bewegt es sich. Wenn also ein Objekt mit konstanter Geschwindigkeit geschoben wird, kann das Gewicht des Objekts in Abhängigkeit von seiner Beschleunigungsrate berechnet werden.

Auf Basis dieser Berechnung schätzt das Fahrzeug die Entfernung, die es fahren kann, und passt seine maximale Drehmomentabgabe an. Insbesondere basiert die Schätzung der möglichen Reichweite des Fahrzeugs auf der genauen Messung des aktuellen Gewichts und der Geschwindigkeit des Fahrzeugs, wodurch die Effizienz für den gewerblichen Einsatz verbessert wird.

Wenn das Fahrzeug beispielsweise eine schwere Last trägt, informiert das Fahrzeug den Fahrer automatisch über die geschätzte Reichweite, um das Ziel sicher zu erreichen.

Die Hyundai Motor Group hat bereits mehrere Anstrengungen unternommen, umweltfreundliche Nutzfahrzeuge zu entwickeln, um einen Beitrag zur globalen Reduzierung der Treibhausgase zu leisten. Im vergangenen Jahr etwa unterzeichnete die Hyundai Motor Group eine Absichtserklärung mit dem Schweizer Unternehmen H2 Energy, um ein Joint Venture zu gründen. Im Projekt Hyundai Hydrogen Mobility wollen die beiden Partner in den kommenden fünf Jahren mehr als 1000 Schwerlast-Brennstoffzellen-LKW auf die Straße bringen.

Quelle: Green Car Congress – Hyundai Motor Group develops first performance control for commercial EVs using weight estimation

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Die haben 1 echte Vision & Leidenschaft, Geschick, technisches Know-How. Alle Achtung!

Beweist eindrucksvoll, dass die technischen Verbesserungsmöglichkeiten bei der elektrischen Antriebskombination noch riesig sind.

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