Portrait Frank Thelen 2018

Frank Thelen: Räumen wir mit den Vorurteilen über E-Autos auf!

Copyright Abbildung(en): Frank Thelen

Seriengründer und Tech-Investor Frank Thelen hat auf XING Klartext mit den Vorurteilen über Elektroautos aufgeräumt. Wir freuen uns diesen Artikel auf unserem Portal mit dir zu teilen. Haben diesen zum Wochenende nochmal auf die erste Seite geholt.


  • Aufgrund der Produktion seien E-Autos genauso schmutzig wie Diesel
  • Die Rohstoffgewinnung für Lithium-Ionen-Batterien sei umweltschädlich
  • Das sind nur zwei von vielen Vorurteilen, mit denen ich aufräumen möchte

In den Medien werden aktuell vermehrt Stimmen laut, die das grüne Image von Elektroautos kritisieren und einen fatalen Denkfehler aufdecken wollen. Sie verbreiten Folgendes: Berücksichtige man die Produktion der Autos und deren Batterien sowie die Erzeugung des Stroms, den die Fahrzeuge benötigen, kämen mehr CO2-Emmissionen zusammen, als bei einem Diesel oder Benziner. Doch wie steht es wirklich um die Ökobilanz der E-Autos? Ich möchte hier aufgeführte Argumente auf die Probe stellen.

Aussage: E-Autos emittieren mehr als Diesel

Es ist wahr, dass Elektroautos Strom brauchen und daher nur so sauber sein können wie der von ihnen verbrauchte Strom. Würden E-Auto-Besitzer zu 100 Prozent Kohlestrom verwenden, möge die Rechnung aufgehen, dass moderne Verbrenner eine bessere CO2-Bilanz besitzen als Elektroautos haben. Jedoch kommen bereits heute über 40 Prozent unseres Stroms aus erneuerbaren Energien. Und mit dem steigenden Anteil erneuerbarer Energien führen im neuen Ökotest des ADAC, dem Ecotest, auch entsprechend erstmals Elektroautos das Ranking an. Je mehr erneuerbare Energien wir nutzen, desto sauberer und nachhaltiger werden also Elektroautos, während Verbrenner unserer Umwelt immer gleichbleibend schaden werden.

Aussage: Die Stromversorgung erneuerbarer Energien ist unzuverlässig

Dies ist kein Argument gegen erneuerbare Energien, sondern eines für innovative Konzepte. Stromspeicher können eine effektive Lösung bieten, um mit der schwankenden Verfügbarkeit erneuerbarer Energien umzugehen, indem man in Stunden hoher Erzeugung (mit beispielsweise hohem Windaufkommen oder an sonnigen Tagen) und niedriger Nachfrage Strom in die Speicher einspeist und diesen in Phasen mit niedriger Produktion bzw. hoher Nachfrage verschiebt. Hierfür fehlen uns aktuell noch die richtigen technischen Lösungen, aber wir sind auf einem guten Weg.

Kraftblock ist ein Beispiel für einen ökonomisch und ökologisch sinnvollen Speicher, der seinen Teil dazu beitragen kann, dass die Sorge um die Volatilität Erneuerbarer Energien bald der Vergangenheit angehört. Das deutsche Startup Sonnen verkauft Speicher an private Häuser und verwaltet dies intelligent, lädt die Speicher voll, wenn ausreichend Strom aus erneuerbaren Energien vorhanden ist. Sogar die eAutos selbst können zum Speicher werden.

Aussage: Die verwendeten Batterien sind schlecht für die Umwelt

Ein weiteres Argument gegen Elektroautos ist, dass die Lithium-Ionen-Batterien schlecht für die Umwelt sind. Zwar sind sie heute noch nicht ideal, aber in Summe bereits besser als Diesel und andere Verbrenner. Das Wichtigste: Batterien haben 10x mehr Optimierungspotential als Verbrenner, die weitgehend ausentwickelt sind. Tesla beispielsweise will immer mehr auf die Verwendung seltener Rohstoffe für Batteriematerial verzichten und sich dagegen künftig auf Nickel konzentrieren. Und mit Maxwell und vielen anderen Firmen und Forschungsprojekten werden wir weitere Sprünge in den verwendeten Materialien, langlebigkeit und Energiedichte sehen.

Aussage: Bei der Herstellung von Batterien wird zu viel CO2 ausgestoßen

Seit 2017 kursiert in der Presse folgende Behauptung: Durch die Herstellung einer Tesla-Batterie würden mehr als 17 Tonnen CO2 ausgestoßen und man müsse acht Jahre damit fahren, damit es sich ökologisch rechne. Die zitierte Studie wurde jedoch falsch interpretiert. Zum einen wurden in der oft zitierten Studie Hybridfahrzeuge zu den Verbrennern gerechnet, was deren Durchschnittsemissionen natürlich senkt. Zum anderen basieren die prominenten 17 Tonnen auf dem Beispiel einer 100-Kilowattstunden-Batterie – einer Batterie, die wesentlich größer ist als die eines durchschnittlichen Elektroautos.

Der Journalist, der die Zahl in die Pressewelt gesetzt hatte, führt gegenüber dem Handelsblatt selbst an, dass es falsch sei, die Ergebnisse der Studie direkt auf Batterien von E-Autos anzuwenden. Elektrowagen haben ihm zufolge zudem den Vorteil, ihren CO2-Fußabdruck viel mehr senken zu können als Verbrenner. Somit seien sie eine Antwort auf den Klimawandel.

Aussage: Die Rohstoffgewinnung schadet der Umwelt

Es stimmt, die Rohstoffe der Batterien sind knapp. Doch ist das Vorkommen an Erdöl sehr viel knapper als das von Lithium oder Kobalt. Und es stimmt auch, dass der Abbau schlecht ist – sowohl für die Umwelt als auch für die indigene Bevölkerung vor Ort. Meine Hoffnung ist aber, dass die Forschung hier langfristige Perspektiven aufweist, beispielsweise indem grüne Alternativen zu den kritischen Rohstoffen verwendet oder Rohstoffe recycelt werden. Schon heute konnte zum Beispiel Tesla den Anteil dieser Rohstoffe um Faktoren reduzieren und die Ladezyklen (Lebensdauer) um ein vielfaches erhöhen.

Es ist also ein Problem, das man weiterhin adressieren sollte, für das es aber eine Lösung zu finden gilt, anstatt es als ein Argument für den Diesel oder andere Verbrenner zu nutzen, da Erdöl definitiv knapp ist – und die Klimaerwärmung unserer Umwelt unmittelbar schadet.

Aussage: Batterien sind ein Abfallprodukt

Was passiert mit den Batterien ausrangierter Autos? Anders als die Lithium-Ionen-Akkus ausrangierter Handys und anderer Elektrogeräte, stellen die Batterien der Elektroautos eine in jeder Hinsicht größere Herausforderung bei der Entsorgung dar. Das Recycling der Batterien ist momentan noch sehr teuer. Eine Möglichkeit ist Reusing statt Recycling, also die Wiederverwendung. Meist haben die ausrangierten Batterien noch bis zu 70 bis 80 Prozent ihrer Ladekapazität. Dadurch eignen sie sich zwar nicht mehr für ein Elektroauto, aber zum Beispiel als Stromspeicher für zu Hause. Auch Anwendungen wie Straßenbeleuchtung oder Backup-Power für Datenzentren werden getestet.

Die Möglichkeiten zur Verwertung und Wiederverwendung der Batterien würde dann auch noch einmal die CO2 Bilanz der Elektroautos verbessern.

Aussage: E-Autos sind die Zweitautos der Elite

E-Autos werden häufig als Zweitwagen angeschafft. Das liegt zugegebenermaßen daran, dass sowohl die Reichweite als auch die Infrastruktur noch nicht voll entwickelt sind und Elektroautos sich derzeit besser für Kurzstrecken eignen. Schauen wir auf Tesla, hat das Model S aktuell eine Reichweite von 632 Kilometern – bei energiesparender Fahrweise. In der Praxis sind das oft nur 500 Kilometer. Ich gehe jedoch davon aus, dass die Batterien im Jahr 2025 eine deutlich höhere Reichweite aufweisen werden.

Aussage: Den Benziner gegen ein E-Auto einzutauschen, ist verschwenderisch

Ja, ein Neukauf ist auf kurze Sicht nicht sonderlich umweltfreundlich, doch wir brauchen eine Wende hin zu einer nachhaltigeren Art zu leben und dazu gehört eben auch eine klimaneutrale Mobilität, wie sie langfristig mit Elektroautos möglich sein wird. Entscheidend ist, dass es nicht so weitergehen kann wie bisher. Ich fordere nicht, dass bestehende Autos verboten werden, doch ab jetzt müssen wir konsequent auf E-Mobilität setzen.

Fazit

Es ist nur menschlich, an altbekanntem festzuhalten. Und klar, wir Deutschen haben ein ganz besonderes Verhältnis zum Diesel. Aber vielleicht hilft es auch, sich die historische Entwicklung einmal vor Augen zu führen.

Auch der Dieselmotor hatte Startschwierigkeiten und man begegnete ihm zu Beginn mit Skepsis. Seinen internationalen Aufstieg hatte er auch der Ölkrise und seinem geringeren Ölverbrauch zu verdanken. Ironischerweise verstärkte die damalige Debatte um den Klimawandel seine Beliebtheit – er hatte nämlich einen geringeren CO2-Ausstoß als die anderen Motoren. Entsprechend entschied die Bundesregierung ab 1973, den Dieselmotor gegenüber dem Benzinmotor steuerpolitisch zu unterstützen. Diejenigen, die heutzutage in der Subventionierung der Elektromobilität also eine Verschwörung der Politik sehen, sollten sich vor Augen führen, dass der Dieselmotor damals ebenso subventioniert wurde.

Mit Elektromobilität haben wir nun eine umsetzbare Lösung, die sowohl umweltfreundlich als auch gesund ist, und die zudem mittelfristig enormes Potenzial mitbringt, noch nachhaltiger zu werden. Beim Vergleich von Elektroautos zu Verbrennern dürfen wir keinen Denkfehler begehen, indem wir von heutigen Umständen ausgehen. Der Anteil erneuerbarer Energien wird steigen. Elektroautos werden langfristig viel weniger CO2 emittieren als Diesel-Autos und andere Verbrenner. Sie werden das Smog-Problem lösen und außerdem zu weniger Lärm auf den Straßen beitragen.

Laut Scientists4Future werden es technologische Entwicklungen bald möglich machen, auf ein bezahlbares Energiesystem zu wechseln, das gänzlich auf erneuerbaren Energien basiert. Hierbei ist es aber auch wichtig, dass die Politik die zukunftsweisenden Technologien fördert.

Wenn der Diesel als Verbrennungsmotor einst der “Umweltmotor” war, müssen wir ihn loslassen, wenn er es nicht mehr ist, anstatt Angst vor neuen Technologien zu haben. Dennoch bin ich gegen Dieselverbote, da diese keine sozial nachhaltige Lösung sind. Stattdessen sollte ab 2025 kein einziges neues Fahrzeug mit Verbrennungsmotor zugelassen werden. Alte Fahrzeuge sollten aber uneingeschränkt weiter fahren dürfen.

Wir sollten also nicht den Unkenrufen folgen, die meinen, ein Wandel sei nicht möglich, sondern es gemeinsam versuchen. Wir müssen uns nur bewusst machen, dass das, was wir heute als selbstverständlich und altbekannt betrachten, auch einmal neu war. Wenn es nun bessere Alternativen gibt, ist es nicht rational, an Altem festzuhalten.

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Wer hat diese Person also wieder bezahlt? Man sollte erst Konzepte zur Infrastruktur und Recycling schaffen, bevor man bewährtes abschafft. Ich ausserdem kein Interesse 2 Tage für eine Reise nach Hamburg ca. 800km einzuplanen. Die Ressourcenverschwendung gut funktionierende Autos abzuschaffen halte ich für nicht ökologisches denken. So lange ein e.-auto keine 800km Reichweite hat und in 5min voll geladen ist, kommt mir so ein Fahrzeug nicht ins Haus. Mir wurde eingetrichtert das Batterien Sondermüll sind und mit Vorsicht zu handhaben sind und auf einmal sind sie das weltheilmittel.

Ob in den Berechnungen zur Umweltbilanz zahlreiche Ölkatastrophen oder langjährig geführte Kriege gegen manche Förderregionen beziffert und berücksichtigt wurden, bin ich mir nicht sehr sicher. Wenn das nur als nicht zu bewertende Begleitumstände gesehen wird, die in der Bilanz keinen Niederschlag finden, ist das meiner Meinung grob verzerrend. Der Umstieg zur elektrischen Mobilitätsenergie wird sicher für alle teurer, bietet dem Raubbau an Umwelt und Menschenleben aber kaum mehr eine Basis. Ich lasse mich nicht vom Weg abbringen und fahre nie wieder einen Verbrenner.

Top Artikel.
Exceptionally well formed and with Common Sense.
Sehr ausgewogen und hilfreich in der Diskussion mit interessierten aber dennoch sehr skeptisch eingestellten Leuten.

E-Auto als Zweitauto? Also bei mir ist es das Hauptauto, 3 Monate 12.000km ohne Probleme. Also wieso solls nicht als Hauptauto klappen? Waren sogar in Kroatien auf Urlaub. Wir reden von einem günstigen Ioniq (1 jahr alt, 26.000€), nicht von einem teuren Tesla mit fetter Batterie.

Gutes Statement für E-Mobilität! Zu bemerken wäre noch, dass den Berechnungen des ADAC unverständlicherweise der Strommix von 2013 zugrunde liegt, was die Ökobilanz der E-Autos sehr viel schlechter erscheinen lässt als sie heute 2019 ist!

Hallo Robert wäre schön wenn du bei der Realität bleiben würdest natürlich hat es der ein oder andere da mal irgendwas geschafft, aber um ein Benziner oder Diesel zu ersetzen sollte man bei dem hier und jetzt bleiben und nicht in der Zukunft was eventuell kommen wird interessiert mich nicht wenn ich morgen ein E-Auto kaufe. Und dieses Rennen fand leider nicht im Winter statt bei -3 Grad. Außerdem was bringt es mir wenn in Zukunft irgendwo eine Batterie vielleicht hergestellt werden soll die umweltverträglicher ist und ich jetzt eine Batterie kaufe wo eindeutig unsere Kinder das Problem der Entsorgung noch haben werden.
Ich finde es so richtig genial wie die Leute die das E-Auto in den Himmel loben immer auf das hinweisen was in Zukunft kommen soll.

Diese Argumente sind alt und schlüssig, jeder der sich ernsthaft mit der Elektromobilität beschäftigt kennt die negativen Beispiele und weiß es besser. Alle Ölfahrer vergessen was ihr Fahrzeug an Dreck macht und welche Schäden in den letzten hundert Jahren durch die Ölförderung entstanden sind, davon spricht man halt nicht gerne. Wer sich mit den Elektroautos beschäftigt, der kennt auch deren Wirkungsgrad und die Gründe dafür, keine andere Technik ist in der Lage einen guten Teil der verbrauchten Energie zurück zu holen und hat am Ende diesen geringen Verbrauch, das geht nur mit Elektromobilität, die nur geringe Abwärme produziert. Das ist auch ein wichtiger Grund mit dieser Variante ein Fahrzeug zu betreiben weiter zu machen, alles andere ist Verschwendung!

das ist die typische aussage eines mannes der elobby , vollkommen einseitig und leicht durchschaubar.
ich habe selbst überlegt meinen 911er turbo durch einen tesla s zu ersetzen da emobiele besser beschleunigen .
hab mir von einem energiephysiker die gesamte schadstoffbilanz durchrechnen lassen. der porsche turbo ist deutlich weniger schädlich als der tesla s.

Alle reden von der E-Mobilität, warum nicht von Wasserstoff-Mobilität. Diese ist nachweislich effektiver. Ich werde kein E-Auto kaufen, solange das E-Auto nicht die gleiche Leistung bringt wie ein Verbrenner, das gilt selbst verständlich auch für den Anschaffungspreis.
Wenn ich tanke dauert dies Minuten, wenn ich laden muss geht dies schon in Stunden.
Meinen Tank muss ich nicht mieten, die Batterien schon. Daher, solange die E-Mobilität in Kinderschuhen steckt,steht es für mich wirtschaftlich außer Frage. Bei Wasserstoff Mobilität bin ich dabei, aber auch nur wenn es aus kinderschuhen raus ist.

Schöner Artikel. Mich stört an der Aussage „Elektroautos sind die Zweitautos der Elite“ nur die „Elite“. Wenn man sich überlegt, in welchem Bereich E-Autos ihre größten Stärken haben, dann ist das im Kurzstreckenverkehr mit viel Bremsen und Anfahren. Dann kann man die Rekuperation nutzen und bei den Strecken, die in Familien oft gefahren werden (Kindern zum Sport, in die Jugendmusikschule, man selbst zum Einkaufen oder ins Fitness (…)), wird der Verbrenner erst gar nicht warm und verbraucht so auch deutlich mehr als der oft berechnete Durchschnittsverbrauch. Und wenn ich dann noch an die bei vielen Kurzstrecken nicht funktionierende Rußpartikelfilterreinigung und die Stickoxide anschaue, fällt der Diesel völlig raus.
Bei einem Einsatz als Zweitauto spielen auch das Thema Reichweite und Ladeinfrastruktur keine Rolle. Mehr als 300 km pendelt und fährt man wohl kaum an einem Tag und geladen wird zu Hause. In vielen Familien arbeiten mittlerweile beide Partner und sind zwei Autos vorhanden. Wenn hier ein Auto zum Pendeln durch ein E-Auto ersetzt werden würde (natürlich nicht einfach so, sondern wenn der Zweitwagen eh fällig wäre), wäre schon viel gewonnen. Das E-Auto soll meines Erachtens die Familienurlaubskutsche noch gar nicht ersetzen, sondern erst einmal ergänzen. Dann hat man auch die Zeit und Gelegenheit, die Entwicklung der Akkus und Lademöglichkeiten weiter voranzutreiben.

Frank Thelen ist in seiner Darstellung und Argumentation eigentlich noch sehr „entgegenkommend“ gegenüber den Verneinern der e-Autos. Mir tun eigentlich alle diejenigen leid, die heute noch neue Diesel- oder Benzinautos kaufen, besonders die grösseren. Ich sehe darin „stranded assets“, leider….

Wenn ich das so lese ,was die Freunde des Diesels hier so von sich geben, muss ich schon glauben, dass der alte Spruch : „Wer Diesel fährt,der nimmt auch Trinkgeld „nicht so ganz falsch ist!

Das Problem sind die Preise der aktuellen E-Autos, doppelt so teuer, doppelt so schwer mit der halben Reichweite eines Verbrenners, siehe das e-tron Monster…

Wieso sollte ich für einen E-Corsa 30000 € hinblättern?
Das waren mal 60000 DM.. Für einen Kleinwagen….
Aber die weltfremden Manager behaupten ja immer noch, dass dich jeder solche Auto leisten kann, „die breite Masse“.
Klar, wenn man auch für Murks Millionen Euro an Abfindung bekommt, klein Problem.
Laut dem Kostenrechner von BMW wurde sich bei meiner Fahrweise und Benzinpreis zum Beispiel der i3 erst nach über zehn Jahren amortisieren, dann spare ich also und fahre eine Krücke mit 70% Restakku, wenn überhaupt und ne neue Batterie, dann nicht mehr auf Garantie, kostet laut BMW 7000 Euro plus Einbau…

Kein Wunder, dass BMW nicht vom E-Auto überzeugt ist….

Als ich den Artikel gelesen habe, habe ich meine Hoffnungen etwas in die Kommentare gesetzt. Leider muss ich feststellen, dass es anscheinend nur absolute Gegner und blinde Befürworter der E-mobilitat gibt.

Zu den „Vorurteilen“ mit denen aufgeräumt werden sollte, muss ich festhalten das zwischen den Zeilen gelesen fast jedes war zu sein scheint. Fast jede sogenannte Entkräftigung basiert fast nur auf dem Prinzip Hoffnung. (In Zukunft wird der Abbau ökologischer, der Strommix besser, die Effizienz höher, die Infrastruktur vielfältiger, das Recycling rentabel,…)

Ich bin bei weitem kein Gegner, nur sollte man immer schön in der Realität bleiben. Aktuell sind E-Autos und deren Batterie salopp gesagt: teuer, mittelmäßig effizient, fragwürdig umweltfreundlich. ABER: Sie haben auch enormes Potenzial und man sollte ihnen die Zeit, den Raum und auch die Förderung geben dies zu beweisen und sich zu entfalten.

Bei der ganzen blinden Hexenjagd gegen Verbrenner sollte man also auch bedenken, dass bis 2025, wie oft genannt, die Zeit einfach zu knapp ist. Und auch andere Technologien wie Wasserstoff gehen mir etwas zu schnell unter. Es wird einen Umschwung geben und auf lange Sicht hat der Verbrenner wahrscheinlich nur noch in nieschen Überlebensmöglichkeiten aber Verbote, Vorgaben und auch Förderungen sollten stets mit Augenmaß vergeben werden und auch Technologie unabhängig und nicht nur für E-Mobilität.

Es wäre schön gewesen etwas differenziertereres zu lesen. Aber anscheinend gibt es heutzutage in der Technik genauso wie fast überall nur noch schwarz oder weiß.

Ich weiss Herrn Thelen sehr zu schätzen. Habe schon einige wirklich gute Beiträge von Ihm gelesen.

In diesem Statement haben sich doch ein paar Fehler eingeschlichen.

1. Die Erdöl Vorkommen sind aktuell so groß, dass diese in 150 Jahren noch nicht erschöpft sind. Und hier sind die Neuerschließungen noch nicht mitgerechnet.
2. Auf die Reichweiten und deren Abhängigkeit zu den Temperaturen wird hier nicht eingegangen. Von Ökonomischer Nutzung sind wir noch weit entfernt.
3. Gemäß Bundesumweltamt (Stand 03.2019) liegt der Anteil erneuerbarer Energien beim Bruttoendenergieverbrauch bei ca. 17% (nachzulesen unter http://www.umweltbundesamt.de)

Dies nur mal 3 Beispiele.

Allgemein muss man folgendes bedenken:

0,038 Prozent CO2 sind in der Luft.
Die Natur produziert davon 96%.
4% der Mensch.
Das sind dann 4% von 0,038% also 0,00152%
Der Anteil Deutschlands hieran ist 3,1%.
Somit beeinflusst Deutschland 0,0004712% des CO2 in der Luft.

Somit darf sich jeder selbst die Frage stellen, ob e-Autos momentan Sinn machen.

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