Lithium-Ionen-Akkus benötigen kaum Wasser

Forscher: Lithium für typischen Tesla-Akku lässt sich mit 30 Tassen Kaffee gleichsetzen

Copyright Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 1523049686

Hoher Wasserverbrauch, Zerstörung der Umwelt: Der Abbau von Lithium, einem Hauptbestandteil in Elektroauto-Akkus, wird von einigen Leuten kritisch gesehen. Bereits in der Vergangenheit konnten wir mit ersten Vorurteilen aufräumen. Nun legt Maximilian Fichtner, Direktor am Helmholtz-Institut für elektrochemische Energiespeicherung in Ulm, nach und zeigt auf, dass der enorme Wasserverbrauch bei der Gewinnung von Lithium gar nicht so enorm ist, wie immer kommuniziert.

So gibt Fichtner zu verstehen, dass für das benötigte Lithium eines Akkus mit einer Kapazität von 64 Kilowattstunden (kWh) nach den gängigen Berechnungsmethoden 3.840 Liter Wasser verdunsten. Dieser Wert sei gleichzusetzen mit dem Wasserverbrauch bei der Produktion von 250 Gramm Rindfleisch, zehn Avocados, 30 Tassen Kaffee oder einer halben Jeans. Zur Einordnung sei gesagt, dass ein 64-kWh-Akku im Mittelfeld der verschiedenen Varianten des Tesla Model 3 liegt und für eine Reichweite von rund 450 Kilometer ausgelegt ist.

Des Weiteren ist es so, dass wenn man aktuell eine Lebensdauer von 2.000 Be- und Entladezyklen annimmt, man auf eine Gesamtfahrleistung von 900.000 Kilometern kommt – bei guter Behandlung. Fichtner geht derzeit davon aus, dass 2025 3.000 Zyklen normal sein werden. Dann sollte man unter besten Bedingungen durchaus 1.350.000 Kilometer für 30 Tassen Kaffee zurücklegen können. Vereinfacht ausgedrückt. Eine Ansage.

„Ich wundere mich ohnehin immer, dass in der Öffentlichkeit nie über das Lithium in Laptops oder Mobiltelefonen gesprochen wird – aber beim E-Auto ist es auf einmal ein Problem.“ – Maximilian Fichtner, Direktor am Helmholtz-Institut für elektrochemische Energiespeicherung in Ulm

Bekanntermaßen ist allerdings nicht nur Lithium ein Problem. Kobalt spielt eine ebenso entscheidende Rolle. So sei erwähnt, dass die Batterien des ID.3 zwölf bis 14 Prozent Kobalt enthalte, Tesla-Batterien enthalten um die 2,9 Prozent. In absehbarer Zeit werden die Hersteller von Elektrofahrzeugbatterien weiterhin knappen, teuren Kobalt verwenden müssen. Trotz eines Anstoßes auf eine höhere Nickelzusammensetzungen zu setzen, so die Aussage des Werkstofftechnologiekonzern Umicore. 2025 werden völlig kobaltfreie Batterien auf dem Markt sein, sagt Fichtner angesichts des aktuellen Entwicklungsstandes voraus.

Autokonzerne wie BMW, Volvo und VW stellen durch das Management ihrer Lieferketten ohnehin sicher, dass das Kobalt für ihre Akkus aus einwandfreien Quellen stammt. Interessant ist auch die Tatsache, dass laut Fichtner der Verkehr zurzeit einen Endenergieverbrauch von rund 800 Terawattstunden (TWh) hat. Würde man diese Verkehrsleistung komplett mit batterieelektrischen Fahrzeugen erbringen, wären wegen der höheren Effizienz nur etwa 200 TWh notwendig. Wasserstoffautos mit Brennstoffzelle würden dagegen circa 1.000 TWh brauchen. Die Richtung sollte damit klar sein.

Quelle: Der Tagesspiegel – Wenn elf Avocados umweltschädlicher als eine E-Auto-Batterie sind

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „Forscher: Lithium für typischen Tesla-Akku lässt sich mit 30 Tassen Kaffee gleichsetzen“ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
37 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Für 30 Tassen Kaffee brauch ich deutlich weniger als 3840 Liter Wasser

Ich nehme dann den Kaffee!
Das Problem liegt nicht in der Antriebstechnologie, sondern in der Art der Fortbewegung. Auch Elektroautos verstopfen die Straßen – der Individualverkehr ist das Problem. Und das sage ich als begeisterter Verbrennerfahrer…

#Erneuerbare Energien/Energiemix
Meiner Meinung nach wird mit diesen Angaben falsch gerechnet.
1. Solange nicht sämtlicher derzeit benötigter Strom nachhaltig produziert werden kann, muss jedes zusätzliche E-Auto und jede Lithium Batterie mit Kohle oder Atomkraft betrieben b.z.w hergestellt werden, und zwar zu 100%.
2. Die derzeit angegebene EE-Quote ist geschönt. Wind und Strom-Kraft Werke dürfen einspeisen, ob Strom gebraucht wird oder nicht. Notfalls müssen andere Länder den Überschuss abnehmen und lassen sich das bezahlen. Auf der anderen Seite dürfen Atom und Kohle Kraftwerke nicht heruntergefahren werden, um bei Windstille und Dunkelheit schnell liefern zu können.
Ich bin der Meinung, es muss alles getan werden, was hilft, den Klimawandel aufzuhalten.
Aber das scheint mir nicht zu funktionieren, ohne den Liebhabern Elefantenstarker und -schwerer Fahrzeuge weh zu tun.

Kommt drauf an wie gross deine tasse ist – oder ?

Es ist aber nachweislich kein Grundwasser, das Wasser ist bereits versalzen.
Würde im ZDF Bericht wissentlich falsch dargestellt.
In einigen Wochen oder Monaten drehen sich die Medien wieder und schreiben doch wieder mehr Tatsachen.
Die Welt hat sich bereits seid dem letzten Jahr entschiedenen den Baterieweg einzuschlagen. Die brauchen die Deutschen nicht. In den kommenden werden Betterien zu 99,9 wiederverwendbar. Dann ist es ein geschlossener Kreis!
Es passiert mit uns , aber auch ohne uns, und ausschlaggebend werden die Kosten sein. In 4 Jahren will fast jeder die neue Technik und Elektroautos gehen viel, viel seltener kaputt( kein Getriebe,kein Kat, kein Motor mit 2000 heissen sich drehenden Teilen.

Diese News könnten dich auch interessieren:

NIO: Europaexpansion langsamer als geplant
Toyota-Elektrolimousine bZ3 soll noch dieses Jahr starten
Mazda CX-60 e-Skyactiv PHEV mit Langestrecken-Qualität?

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).