Breites Bündnis fordert Warngeräusch für alle Elektrofahrzeuge

Warngeräusche für alle E-Autos gefordert

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Anlässlich des Tages der Verkehrssicherheit am 15. Juni 2019 haben sich auf Initiative des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) sieben Verbände und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat zusammengeschlossen. Gemeinsam fordern sie unter dem Motto „Elektrisch fahren tut hörbar gut!“ den sofortigen Einbau eines künstlichen Warngeräusches in alle Hybrid- und Elektroautos.

Zum Bündnis gehören der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), die Bundesvereinigung Lebenshilfe, der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV), der Deutsche Verkehrssicherheitsrat, der Fachverband Fußverkehr Deutschland (FUSS e.V.), der Sozialverband Deutschland (SoVD) und der Sozialverband VdK Deutschland.

Die lautlosen Elektrofahrzeuge stellen für Fußgänger und Radfahrer eine Unfallgefahr dar, die größer sei als bei herkömmlichen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Ab Juli 2021 müssen deshalb alle neu zugelassenen Hybrid- und Elektrofahrzeuge ein Warngeräusch von sich geben. Die dafür benötigte Technik nennt sich „Acoustic Vehicle Alerting System“, kurz AVAS.

Das Problem: Jedes Fahrzeug, das bereits ohne AVAS auf den Straßen fährt oder in den kommenden zwei Jahren auf die Straßen kommt, wird dauerhaft lautlos fahren und so zu einem gefährlichen Mischverkehr aus hörbaren und lautlosen Autos beitragen. Gefährdet seien nicht nur blinde und sehbehinderte Menschen – auch für Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung, Kinder, Fahrradfahrer, ältere und unaufmerksame Verkehrsteilnehmende besteht ein Sicherheitsrisiko. Das Bündnis appelliert deshalb an alle Käufer und Besitzer von Hybrid- und Elektrofahrzeugen, diese bereits jetzt mit einem AVAS auszustatten.

Die Kooperationspartner über ihr Engagement für mehr Sicherheit

Auch Menschen, die mit dem Fahrrad unterwegs sind, werden durch ein künstliches Motorengeräusch an Sicherheit gewinnen“, sagt Burkhard Stork, Bundesgeschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs e. V. (ADFC). „Beim Radfahren spielt der Sehsinn die wichtigste Rolle, doch er richtet sich vor allem nach vorn. Wenn Elektrofahrzeuge außerhalb des Blickfelds akustisch wahrnehmbar sind, können Rad fahrende früher auf sie aufmerksam werden und reagieren.“

„Die Lebenshilfe freut sich über die positiven Effekte von Elektromobilität. Aber für Kinder und Erwachsene mit kognitiven Beeinträchtigungen – und dazu zählen auch Menschen mit einer geistigen Behinderung – ist es geradezu lebenswichtig, dass Gefahren im Straßenverkehr hörbar bleiben.“ – Prof. Dr. Jeanne Nicklas-Faust, Geschäftsführerin der Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.

Wir danken unseren Kooperationspartnern, die uns beim Kampf für mehr Sicherheit auf den Straßen unterstützen“, sagt Klaus Hahn, Präsident des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes e.V. (DBSV). Die Breite des Bündnisses mache deutlich, dass das Hören auf Geräusche für alle Verkehrsteilnehmer wichtig sei und die Gefahr durch geräuschlose Fahrzeuge nicht nur blinde und sehbehinderte Menschen betrifft.

Quelle: DBSV – Pressemitteilung vom 13.06.2019

Über den Autor

Michael ist freier Autor und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Gerade die Lärmreduzierung in Städten und besonders in Wohngebieten wäre mit den „lautlosen“ Fahrzeugen möglich.
Es muss wieder mehr Aufmerksamkeit von allen Seiten in den Strßenverkehr kommen, denn auch Fahrräder, e-Scooter usw. sind „lautlos“ unterwegs ==> §1 StVO
Ich bin der meinung, dass die Rollgeräusche der Räder und erhöhte Aufmerksamkeit der e-Fzg-fahrer reichen sollte.

Vollkommen deiner Meinung. Es wird immer wieder über zu stärken Lärm in den Städten sowie Agglomeration berichtet, was zu mehr Hörgeschädigte kommt.
Es braucht überhaupt keine zusätzliche Lärmgeräusche von Elektroautos.
Bk

Stimme Leser zu. Statt der akustischen Umweltverschmutzung weiter Vorschub zu leisten sollten alternative Technologien entwickelt werden, die es Sehbehinderten ermöglichen, sich nähernde Fahrzeuge zu erkennen.

Für mich ist nicht ersichtlich warum Elektrofahrzeuge ein AVAS haben müssen und moderne 6 Zylinder Fahrzeuge nicht. Ein aktueller 5er BMW oder eine E-Klasse 6 Zylinder ist so leise, dass diese Autos auch nicht gehört werden. Bevor wir jetzt den guten alten Krach der Motoren zurück fordern, sollten wir zunächst darüber nachdenken im Verkehr aufmerksamer zu sein. Die meisten Unfälle mit leisen Fahrzeugen würden wahrscheinlich schon vermieden, wenn die Fußgänger nicht permanent auf ihr Smartphone starren würden.

Erstaunlich, dass ausgerechnet der ADFC ein Warngeräusch fordert. Die Konsequenz daraus wäre nämlich auch ein Warngeräusch für alle Fahrräder. Gerade als Fahrradfahrer würde ich mir wünschen, dass Autos mich weniger übertönen würden und ich in der Kakophonie der Autos weniger untergehen würde.

Es gibt bereits Warnsysteme in Elektroautos, die bei langsamer und leiser Fahrt automatisch Alarm geben, sobald sich etwas in der entsprechende Nähe des Autos bewegt. Gehört im Ampera e, auch der kommende Corsa und Peugeot können das. Mehr ist auch nicht nötig. Ein permanentes künstliches Motorengeräusch kann doch niemand ernsthaft einfordern?

Der ADFC sollte sich lieber für Schulungen von Radfahrern einsetzten, sehen statt sehr häufig blind und egoistisch rumzufahren. Fast täglich kommt es zu schweren Unfällen zwischen PKW/LKW und Radfahrern, weil Radfahrer nicht mehr gelernt haben, beim überqueren einer Straße, blickkontakt zum Fahrzeug aufzunehmen.

Ich denke man sollte allen die sich mit diesem Gesetz wichtig tun oder Geld verdienen wollen
eine gesetzlich verordnete Glocke im Straßenverkehr um den Hals hängen, als Abschreckung
für weitere sinnlose Gesetze die wir nicht brauchen

autarc

Der Allgemeine deutsche Fahrradclub kann ja schon mal vorab aktiv werden und allen Mitgliedern als Jahresprämie einen Fahrrad-Geräuschgenerator schenken. Auf amazon wird der turbospoke angeboten, bestehend aus Speichenknatterkarte und nachgemachtem Auspufftopf als Verstärker. Alternativ auch Lautsprecher vorne (Tarzan „ahugahagahuga“) und hinten (Permanentflatulenz).

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