Im Gespräch mit Claus Möhlenkamp über die Bedeutung der Brennstoffzelle für Freudenberg

Freudenberg Sealing Technologies

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– Werbung / In Zusammenarbeit mit Freudenberg Sealing Technologies –

Die Freudenberg Sealing Technologies (FST) setzt für ihre künftige Strategie, bei der Begleitung des Wandels der Mobilität, auf die Brennstoffzelle. Hierbei wird man sich zunächst auf entsprechende Heavy-Duty-Anwendungen konzentrieren, für die man Brennstoffzellen-Systeme an den Start bringt.

Im zuvor verlinkten Artikel sind wir bereits auf die wichtigsten Informationen aus unserem Pressegespräch mit Freudenberg Sealing Technologies eingegangen. Für die aktuelle Podcast-Folge habe ich mir dann aber noch den CEO, Claus Möhlenkamp, geschnappt und mich mit ihm gut fünfzehn bis zwanzig Minuten über die Strategie und die Bedeutung der Brennstoffzelle für Freudenberg Sealing Technologies unterhalten.

Möhlenkamp: “Den Wandel den wir erleben, der ist ungeheuer.”

Einleitend habe ich Möhlenkamp darum gebeten Stellung zu beziehen, wie er den aktuellen Wandel der Mobilität einschätzt. Schließlich ist er schon seit über 25 Jahren im Unternehmen, davon acht Jahre als CEO und bekommt den Wandel somit an vorderster Front mit.

“Den Wandel den wir erleben, der ist ungeheuer. Einen solchen Wandel habe ich in einer solchen Form und mit einer solchen Intensität noch nicht erlebt” – Claus Möhlenkamp, CEO Freudenberg Sealing Technologies

Aus Sicht von Möhlenkamp befindet man sich “in einem Transformationsprozess von der klassischen Verbrennertechnologie hin zur Batteriebetriebenen Fahrzeugen, Hybriden oder Brennstoffzellenfahrzeugen in der Zukunft. Und das ist eine sehr große Herausforderung und ein spannendes Thema zugleich.” Einen Transformations-Prozess, welchen man bei FST als Chance nutzen möchte.

Brennstoffzelle wird immer attraktiver in sich veränderndem Markt

So habe man mit den Komponenten eines Brennstoffzellen-Stacks bereits heute “technologisch einen sehr hohen Reifegrad”. Diese Erfahrung, aus über zwanzig Jahren Forschung will und wird man nun weiter in die Entwicklung einbringen.

Man konzentriere sich daher auf die Entwicklung der Brennstoffzelle, verliert dabei aber auch nicht den E-Antrieb und die Batterie aus dem Auge. Ebenso entscheidend, neben der Festlegung auf eine klare Strategie für die Brennstoffzelle, erscheint aber auch der Schritt in Richtung System/Modul-Lieferant für Heavy-Duty-Anwendungen. Im Automobilgeschäft bleibt man weiterhin auf der Komponentenseite. Am Ende wird man mit allen Optionen und Varianten planen müssen, so der CEO von FST.

“Die Brennstoffzellentechnologie wird wettbewerbsfähig. Insbesondere in der Hybridvariante, also der Kombination mit einer Batterie, wird die Technologie an die Kosten eines klassischen Verbrennungsmotors heranreichen.” – Claus Möhlenkamp, CEO Freudenberg Sealing Technologies

Und eben diese Kosten-Parität erlaubt es den Wandel schneller voranzutreiben. So ist man natürlich zu einem getrieben durch die anhaltende Klima-Diskussion Lösungen für den Markt anzubieten, aber vor allem der Faktor Kosten trägt zu einer wesentlichen Veränderung bei. Sprich, wenn die Kosten heruntergehen wird der Kunde gewillter sein technologisch umzusteigen, als wenn dies nicht der Fall ist.

Klima-Diskussion und Kostendruck treiben den Wandel

Möhlenkamp gibt dazu zu verstehen, dass “neben regulatorischen Regelungen wie durch Emissions-Gesetze, auch der TCO (Total-Cost-Of Ownership)-Gedanke zunehmend in den Vordergrund tritt. Unsere Kunden bestätigen uns, dass es auf der Emissionsseite riesige Vorteile bringt, aber auch auf der Kostenseite mittlerweile ein ernstzunehmendes Thema ist.” In diesem Fall kommt eine attraktivere Kostenstruktur mit dem Vorteil der Emissionsfreiheit zusammen und schafft damit eine Win-Win-Situation.

“Wir brauchen gar nicht so sehr zu überzeugen, das System überzeugt an sich. Wir schaffen auch bei den Heavy-Duty-Systemen Leistungen, die attraktiv sind. Und insofern ist dies aus meiner Sicht ein sehr attraktiver Ansatz.” – Claus Möhlenkamp, CEO Freudenberg Sealing Technologies

“Deshalb werden die Brennstoffzellen von Freudenberg Sealing Technologies auch auf deutlich höhere Haltbarkeit ausgelegt als für den Einsatz in Pkw. Erste Tests haben gezeigt, dass eine Lebensdauer von ca. 35.000 Betriebsstunden erreichbar ist”, so Möhlenkamp weiter.

Erstes Brennstoffzellen-“Leuchtturmprojekt” steht in den Startlöchern

Zum Einsatz soll ein erstes, größeres Brennstoffzellensystem im Jahr 2021 kommen. Freudenberg Sealing Technologies setzt hierbei auf eine phasenweise Einführung und die Serienfertigung ab 2024.

Zunächst wolle man die benötigte Leistung beispielsweise auf einem Kreuzfahrtschiff für den Hoteleriebetrieb von ca. 5-10 MW testen, bevor dann das Gesamtsystem von ca. 50 MW komplett auf die Brennstoffzellentechnologie umgestellt werden soll. Dies sei vergleichbar mit der Leistung von 500 – 1.000 PKW. Ausführlicher hatten wir dies bereits in diesem Artikel betrachtet.

Zum Ende des Interviews gab uns Claus Möhlenkamp, CEO von FST, folgende Worte mit auf den Weg, welche durchaus Hoffnung geben, dass neben chinesischen Herstellern und Zulieferer durchaus noch Platz für einige deutsche Unternehmen ist.

“Wir fahren zweigleisig. Zum einen entwickeln und optimieren wir das klassische Dichtungsgeschäft weiter und legen zum anderen den Schwerpunkt auf den Auf- und Ausbau der Brennstoffzellentechnik.” – Claus Möhlenkamp, CEO Freudenberg Sealing Technologies

Weitere Details, Infos, usw… hörst du dir aber am besten selbst im Podcast an. Bin mir sicher, dass sich diese zwanzig Minuten deiner Zeit lohnen.

Gerne kannst du mir auch Fragen zur E-Mobilität per Mail zukommen lassen, welche dich im Alltag beschäftigen. Die Antwort darauf könnte auch für andere Hörer des Podcasts von Interesse sein.

Über Kritik, Kommentare und Co. freue ich mich natürlich. Also gerne melden, auch für die bereits erwähnten Themenvorschläge. Und über eine positive Bewertung, beim Podcast-Anbieter deiner Wahl, freue ich mich natürlich auch sehr! Danke.

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Eine Antwort

  1. Eine interessante Entwicklung, die, zumindest im Bereich Hochseeschifffahrt hoffen lässt.

    Ein bisschen Sorge bereitet mir der Betrieb der Brennstoffzellen mit Methanol. Das muss nicht aus ökologisch erzeugtem Wasserstoff hergestellt werden, sondern kann auch aus Kohle, Holz, Biogas usw. synthetisiert werden.

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