Darum zieht es den Sion mit fast 10.000 Vorbestellungen nach Schweden

Sono Motors fertigt den SION künftig in Schweden
Sono Motors

Anfang März teilte Sono Motors mit, dass das Serien-Design des Sion steht. Auch hat sich das deutsche Start-Up dazu geäußert wo das erste Serien-Solar Electric Vehicle (SEV) vom Band laufen wird: in Schweden.  Dort soll die erste Generation des Sion von National Electric Vehicle Sweden (NEVS) am Standort Trollhättan produziert werden.

Ab dem zweiten Halbjahr 2020 beginnend sollen dort über einen Zeitraum von acht Jahren zunächst 260.000 Fahrzeuge vom Band laufen.  Nach der Hochlaufphase sollen jährlich rund 43.000 Sion im Zwei-Schicht-Betrieb gefertigt werden. Produziert wird mit einhundert Prozent erneuerbarer Energie.

Partnerschaft mit NEVS soll Zeit, Kosten und Ressourcen sparen

„Eine Produktionsstätte aufzubauen, erfordert viel Zeit, Kosten und Expertise. Für uns als junges und flexibles Unternehmen stand deshalb von Beginn an fest, auf bestehende Ressourcen zurückzugreifen und den Sion mit einem erfahrenen Partner zu produzieren.“ – Sono Motors

Bereits 2012 kaufte der chinesische Investor Kai Johan Jiang die Vermögenswerte des schwedischen Automobilherstellers SAAB und beschloss, das Unternehmen in einen reinen Elektroautohersteller umzuwandeln. Anfang Januar 2019 schien dann Evergrande ein wenig Kleingeld über zu haben und tätigt die nächste Investition in ein Elektroauto-Start-Up. Hierdurch hat Evergrande die Mehrheit an NEVS, dem vollelektrischen Nachfolger von SAAB übernommen und steht somit nun auch mit Sono Motors in Verbindung.

Bereits vor etwas mehr als einem Jahr brachte NEVS den SAAB 9-3 als erstes vollelektrisches Auto wieder in Produktion. Nun wird mit dem Sion ein weiteres E-Auto vom Band laufen. Dieses Mal nicht unter der eigenen Marke, sondern gefertigt als reines Produkt einer Partnerschaft zwischen Ideengeber und Auftragsfertiger.

Sono Motors profitiert eigener Aussage nach davon, dass NEVS  ein Experte im Bereich der Elektromobilität ist und das Start-Up mit langjähriger Erfahrung in der Entwicklung und Produktion bereichert. Gemeinsam habe man eine neue Produktionslinie entwickelt, die sich mit geringem Aufwand in das bestehende Werk integrieren lässt.

Auf eine Lackieranlage und Stanzwerkzeuge könne dabei aufgrund der Solarintegration des Sion und seiner Außenhaut aus schwarzem Polymer verzichtet werden. Bei einer herkömmlichen Fertigung benötigt beides viel Energie.

Wird China Einfluss auf den Sion nehmen?

Mit der Zusammenarbeit von Sono Motors mit NEVS und damit indirekt mit Evergrande kommen Befürchtungen auf, dass der Sion dem Druck aus China nicht stand halten kann. Positiv zu sehen ist, dass man in der Tat von dem Wissen und der Expertise aus China profitieren kann.

Dennoch könnte sich das Ganze auch negativ auswirken. Als Auftragsfertiger ist NEVS ganz nah dran an der Fertigung des Fahrzeugs und kann einiges lernen, was man sich ansonsten mühsam erarbeiten müsste. Wissen, welches so in anderen, eigenen Fahrzeugen einfließen kann. Die Frage, die sich hier stellt ist nur wie ernst es NEVS mit der Rolle als Auftragsfertiger meint.

Die Befürchtungen, dass der chinesische Einfluss bei Sono Motors dazu führen wird, dass Preise erhöht, Batterien aus China eingebaut oder gar die Solarzellen gestrichen werden, können wir so nicht unterschreiben. Schlußendlich gibt immer noch das Münchner Start-Up die Richtung vor und entscheidet selbst was, wie, wo und wann gemacht wird.

Nachhaltige Produktion & Preis im Fokus bei Sono Motors

Sono Motors betont, in Hinblick auf die europäische Fertigung, dass dies dazu beiträgt zwei der wichtigsten Unternehmensziele zu erreichen: „der Aufbau einer ressourcenschonenden und effizienten Lieferkette zu einem fairen Preis.“ Die Produktion in Schweden sei dafür ausschlaggebend. Allein schon wegen der Symbolwirkung des Landes, welches ab 2030 auf den Einsatz von Verbrenner verzichten und bis 2040 seinen Strom aus 100% erneuerbaren Energiequellen beziehen will.

Nachhaltigkeit sei bei Sono Motors „kein Buzzword“, man meine es ernst damit. Und es sei der zentrale Grund, warum es das Unternehmen und den Sion überhaupt gibt, wie man selbst zu verstehen gibt.  Das Start-Up teilt zudem mit, dass der Sion werde ab Werk klimaneutral sein werde und dazu unter anderem exklusiv mit erneuerbarer Energie produziert wird. Alle unvermeidlichen während des Herstellungsprozesses entstehenden CO2-Emissionen sollen kompensiert werden.

Zum Marktstart kommt der Sion in einer Ausstattungsvariante zum Preis von 25.500 Euro auf den Markt. Weitere Fahrzeugmodelle auf der Plattform des Fahrzeugs sind geplant. Derzeit liegen Sono Motors rund 9.957 angezahlte Reservierungen für den Sion vor.

Quelle: Sono Motors // Ecomento.de – Darum baut Sono Motors seinen Solar-Van in Trollhättan

3 Kommentare

  1. Ich habe bisher ein gutes Gefühl, dass aus dieser Sono-Motors & NEVS-Partnerschaft eine spannende Win-Win-Basis und Situation gedeiht. Wo denn sonst, wenn nicht hier und dort..! – Knackpunkt für beide Firmenpartner ist jetzt die hermetisch (versiegelte) schwarze PV-Beschichtung auf Langlebigkeit und Witterungseinflüsse zu testen; am besten zusammen mit einem Kunstoff- und PV-Partner wie Solvay (Solar-Impulse) z. B. Denn es geht ja weiterhin um ein vollwertiges „SOLARAUTO“ auf den Markt zu bringen. Wenn nicht, dann kann leicht daraus ein „flop“ werden, den die aufkeimende, weltweite Sion-Gemeinde sich aber am Wenigsten wünschen würde.

  2. Diese Gemeinde wird noch auf die Welt kommen. Wenn die Münchner hierzulande keinen finden der dieses
    Auto zu ihrem genannten Preis auf die Beine kriegen, werden die Chinesen den Rotstift ansetzen müssen.

  3. Ergänzung zum Mitsubishi Outlander Test. Sicher ein sehr komfortables schweres Allrad Auto für solche die noch eine Alphütte am Wochenende besuchen. Statt das Auto dort zu entladen , eine Notstromanlage ist eigentlich vorhanden, wäre wirtschaftlicher mit dem Strom zu fahren.Jegliches Stromzwischenspeichern ist unwirtschaftlich. Bin aber sonst mit allen Vorzügen einverstanden, ausser: PHEV Verbrauch 1,8Liter/ 100 Km.
    absout unmöglich in der Praxis. Im Verbrennermodus wenn die kleine Batterie leer ist gehen da 10 Liter durch pro 100 Km. (die reicht bei dem Auto keine 50 Km.) Minus ca 25% durch das Rekuperieren. Solche Verbrauchsangaben sind 3x Betrug.
    – Kundentäuschung wegen zu hohem Verbrauch
    – Umweltschädigung da man fälschlicherweise zu tiefe Verbräuche in deren Daten angibt
    – Steuerbetrug weil man fälschlicherweise in zu tiefe günstige Klasse kommt.

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