ElringKlinger: „Der Brennstoffzellenmarkt wird nach der ersten Hochlaufphase spätestens zwischen 2025 und 2030 richtig anziehen“

Treppenaufgang im Licht
Symbolbild | Photo by Twixes on Unsplash

ElringKlinger gab bereits im September 2017 zu verstehen, dass man davon ausgehe, dass sich mittelfristig die Brennstoffzelle durchsetzen wird. Verständlich, dass man diese Entwicklung herbeisehnt, profitiert das Unternehmen doch davon, dass bei einem Elektroauto je Fahrzeug ein deutlich höherer Umsatz erzielt werden kann als bei denen mit Verbrennungsmotor. Eine Einheit für Brennstoffzellenautos bringt beispielsweise einen Umsatz von mehreren Tausend Euro aufwärts. Die in Deutschland noch wenig genutzte Technologie sei vor allem in China gefragt.

Deutsche Hersteller in puncto Brennstoffzellenfahrzeuge noch nicht Vorne mit dabei

Der Chef des Autozulieferers ElringKlinger Stefan Wolf gab im Gespräch mit der Automobilwoche zu verstehen, dass der Brennstoffzellenmarkt nach der ersten Hochlaufphase spätestens zwischen 2025 und 2030 richtig anziehen werde. Diese Aussage ist vor allem mit Blick auf die deutschen Hersteller nachvollziehbar.

Alleine Daimler bietet derzeit ein entsprechendes Fahrzeug an, BMW wird wohl erst 2020 so weit sein und VW forscht derzeit noch. Audi und Hyundai gehen eine Kooperation bei Brennstoffzellen-Technologie-Entwicklung ein. Dies soll durch einen wechselseitigen Tausch von Patenten und Zugang zu nicht wettbewerbsrelevanten Bauteilen geschehen.

Ausländische Hersteller und Zulieferer machen sich für Brennstoffzellenautos bereit

Vorreiter bei der Brennstoffzellentechnologie sind ausländische Hersteller wie Toyota, Honda oder Hyundai. Toyota sieht den weltweiten Absatz von Brennstoffzellen-Elektrofahrzeugen bereits nach 2020 deutlich steigen, von heute 3.000 auf mindestens 30.000 pro Jahr. Um sich auf dieses Wachstum vorzubereiten, stellte das Unternehmen im Mai vergangenen Jahres zwei große neue Anlagen vor.

Und auch der Automobilzulieferer Freudenberg hat sich bereits entsprechend aufgestellt. Freudenberg Sealing Technologies hat Anfang des Jahres 2018 mit einer Akquisition und einer strategischen Beteiligung seine Geschäftsaktivitäten im Energiesektor und für die Elektromobilität verstärkt. Die Aktivitäten im Bereich Brennstoffzellen- und Batterietechnologie werden fortan in einer eigenen Division ausgebaut.

ElringKlinger sieht hohes Potential in Sachen Brennstoffzellentechnologie

Wolf gibt gegenüber der Automobilwoche zu verstehen, dass er „hoffe, dass die europäischen Hersteller bald stärker erkennen, welche Vorteile die Brennstoffzellentechnologie hat“. Aus seiner Sicht lasse sich, im Gegensatz zur Elektromobilität, viel einfacher eine Infrastruktur aufbauen, weil das bestehende Tankstellennetz genutzt und einfach nachgerüstet werden könnte.

Auch beim Automobilzulieferer ElringKlinger spielt die Brennstoffzelle eine vergleichsweise kleine Rolle. Auch, wenn der Zulieferer schon seit Jahren auf die Technologie setzt und bereit ist auszubauen. Die Basis hierfür sei laut Wolf vorhanden, so könne man die Jahresproduktion auf 10.000 komplette Brennstoffzellenstacks und mehr recht schnell hochfahren.

Das Unternehmen verfüge über eine relativ hohe Wertschöpfungstiefe. Die entsprechende Infrastruktur dafür sei Ende 2019 fertig. Trotzdem werde ElringKlinger überlegen, ob man bei dem Thema nicht mit einem Partner zusammenarbeiten werde.

Quelle: Automobilwoche – ElringKlinger-Chef Stefan Wolf: Markt für Brennstoffzellen-Autos zieht erst 2025 an

3 Kommentare

  1. Da stellen sich mit zwei Fragen:
    Wie weltfremd kann man als Firmenchef eigentlich sein? Wasserstoff ist keine Zufunftstechnologie. Zu teuer, zu kompliziert, zu ineffizient. Das schnelle Tanken ist ein Märchen. 5min. um den Wasserstoff ins Auto zu bekommen. Eine Stunde bis der Wasserstoff vom Metallhydridspeicher aufgenommen wurde.
    Die zweite Frage.
    Warum gibt es immer noch Platformen die so einen Blödsinn verbreiten.
    Das sind keine Elektroauto-News sonder Elektroauto-Märchen.

  2. Auch wenn Herr Wolf und ElringKlinger sich permanent wiederholen ändert das nichts an dem wesentlich schlechteren Wirkungsgrad der Brennstoffzelle.
    Apropos Infrastruktur, wir haben EU-weit ÜBERALL zumindest Schuko verfügbar.

    Möglicherweise wäre Sono Motors auch gut beraten gewesen die Akkuproduktion für den Sion an eine Firma zu vergeben die BEV ernst nimmt, dem Akkupreis hätte es sicherlich nicht geschadet!

  3. Bin der gleichen Meinung. H2 kann gar nichts werden. Dies kaufen z. Zt . bei Toyota mit dem Mirai, nur „Gutbetuchte„
    die sich auch den Tesla oder I-Pace leisten können. Was bei Raps-Diesel und vermutlich auch anderen synthetischen Treibstoffen technisch nicht ging, ist beim Wasserstoff die fehlende Wirtschaftlichkeit. Weiss Herr Wolf überhaupt ,dass Wasserstoffautos E Motoren haben und zusätzlich zum kraftwerkähnlichen Sperrgut im Auto auch noch eine Batterie brauchen. Und gerade solche wollten sie, heimisch gebaut, günstig an Sono Motors liefern . Sono Motors wacht auf.

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