E-Mobilitätsmarkt kann im Quartal 01/2020 mit explosionsartigem Wachstum rechnen

Explosionsartiges Wachstum E-Mobilitätsmarkt Europa
shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 1396989893
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Im Dezember 2018 hat man sich in der EU auf neue CO2-Grenzwerte für Pkw für die Zeit nach 2020 verständigt. Bis 2030 sollen die CO2-Emissionen von Neuwagen um 37,5 Prozent gegenüber 2021 sinken. Ab 2020 gilt ein Grenzwert von 95g CO2/km für alle neu zugelassenen Pkw. Eine Tatsache, welche zu einem explosionsartigem Wachstum am Elektromobilitätsmarkt im Quartal 01/2020 führen wird, so die Meinung von Matthias Schmidt, Automotive Analyst.

Von Januar bis Juni 2019 wurden 160.652 rein elektrische Fahrzeuge in der EU zugelassen; Ziel sei es einen Absatz von 300.000 solcher Fahrzeuge bis Ende des Jahres zu verzeichnen. Aufgrund der aktuellen Entwicklung und Wachstums darf man davon ausgehen, dass die im letzten Jahr 198.000 zugelassenen Elektroautos bereits in den nächsten beiden Monaten erreicht werden. 2019 will alleine die Volkswagen Gruppe über 300.000 E-Autos weltweit auf die Straße bringen. Kombiniert mit den anderen Automobilherstellern ist somit eine deutliche Steigerung gegenüber 2019 zu erwarten. Sogar noch höher, als die derzeit konstant über 80 Prozent liegende Wachstumsrate gegenüber 2018.

Getrieben wird das zu erwartendem, explosionsartige Wachstum der Hersteller durch die dann geltenden Grenzwert von 95g CO2/km für alle neu zugelassenen Pkw. Dies entspricht einem durchschnittlichen Verbrauch von 3,6 Liter Diesel bzw. 4,1 Liter Benzin. Um dies über die gesamte Flotte hinweg zu erreichen wird an E-Autos und Plug-In-Hybriden kein Weg mehr vorbeiführen.

Im dritten und vierten Quartal werden die ersten dieser neuen Modelle folgen, unter anderem der Porsche Taycan, der es aktuell auf bereits 30.000 Vorbestellungen bringt. Auch wird erwartet, dass der VW ID.3 entsprechend Absatz findet. Die exklusive Sonderedition ID.3 1ST bringt es aktuell auf 22.000 Vorbestellungen.

Kurze Ergänzung zu den Grenzwerten: Die Zielwerte der Hersteller variieren und richten sich nach dem durchschnittlichen Fahrzeuggewicht der Flotte. Der CO2-Grenzwert von Toyota etwa liegt bei 95,1 Gramm CO2 pro Kilometer – die Japaner verkaufen viele eher leichte Kompaktwagen. Die schweren Geländewagen von Jaguar-Land-Rover dürfen durchschnittlich 130,6 Gramm emittieren. Im Detail hat Michael dies bereits in seinem Artikel “CO2-Grenzwerte der EU: Vielen Herstellern drohen hohe Geldstrafen” betrachtet.

Quelle: Matthias Schmidt – West European BEV Monthly Update June 2019

Ein Kommentar

  1. Das ist ein gefährlicher Irrglaube! Mangels Infrastruktur werden Elektroautos in erster Linie von Firmen gekauft. Dort verdienen die Hersteller aber kaum etwas. Bleiben dann noch Hausbesitzer am Stadtrand mit Lademöglichkeit. “Explosion” wird es im 1. Quartal nur dadurch geben, dass die Hersteller derzeit bewusst das Angebot verknappen um eine günstige Berechnung des Flottenverbrauchs 2021 zu erreichen. Ändert sich nichts an der Ladeinfrastruktur in Städten, wird bald eine Marktsättigung eintreten.

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