Aufs Huhn gekommen: Was Eierschalen und E-Mobilität verbindet

Eierschale und E-Mobilität stehen künftig in Verbindung
shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 585265235

Was haben Hühner, deren Eier und E-Mobilität gemeinsam? Auf den ersten Blick nichts. Und dennoch bringt Edison diese dreier Gespann in Verbindung. Grund genug darauf auch ein wenig einzugehen. Künftig könnte die Eierschale verwendet werden, um als günstiger Lithium-Ionen-Kondensator zu fungieren.

Der Chemiker Maximilian Fichtner des Helmholtz-Instituts in Ulm hat gemeinsam mit australischen Kollegen entdeckt, dass die Eierschale an sich über vielversprechende elektrochemische Eigenschaften verfügt. Ausschlaggebend sei hierbei der hohe Anteil (90 %) an Calciumcarbonat (CaCO3), welcher es ermöglicht Lithium gut zu speichern. Die Schale eines Hühnereis besteht aus einem Verbundwerkstoff aus CaCO3 und einer proteinreiche Fasermembran.

“Es gibt überraschenderweise immer wieder neue Beispiele, in denen Naturstoffe gute bis sehr gute Voraussetzungen mitbringen, um daraus Materialien für elektrochemische Speicher herzustellen.” – Maximilian Fichtner, Chemiker vom Helmholtz-Institut Ulm

Die Forscher haben für ihre Versuche sowohl die verkalkte Schale als auch die Schalenmembranen verwendet. Hierzu wurden diese zunächst gewaschen, getrocknet und zerkleinert. Die Schale in Pulverform wird so zu einem leitfähigen Material und wird dann als Elektrode gegen eine metallische Lithium-Anode in einem nichtwässrigen Elektrolyten verwendet.

Die Test-Zelle konnte bei über 1.000 Lade- und Entladezyklen überzeugen und eine Kapazität von 92 Prozent aufrechterhalten. Laut Fichtner sei dieses Ergebnis vergleichbar mit der Leistung von herkömmlichen Kohlenstoff-Materialien. Jedoch habe man den Vorteil, dass Eierschalen nachhaltiger seien, als andere verwendete Materialien, welche meist fossilen Ursprungs sind.

Neben diesem Anwendungsfeld finden Eierschalen auch in der Biokeramik, bei Kosmetika oder in der Farbstoffindustrie einen zweiten Einsatz. Des Weiteren habe die proteinreiche, faserige Eierschalenmembran bereits als Separator in Superkondensatoren fungiert, wie Edison zu berichten weiß.

Quelle: Edison – Akkus aus Biomüll: Eierschalen liefern Rohstoff für Elektroden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.