E-Cannonball 2019: Vom Bodensee nach Berlin mit dem Elektroauto

Vom Bodensee nach Berlin mit dem E-Auto

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Für 60 Elektroautos geht es am kommenden Samstag, den 28. September, vom Konstanz am Bodensee nach Berlin. Ziel der ungewöhnlichen Verbrauchs-Vergleichsfahrt ist es zu beweisen, dass Elektromobilität nicht nur Zukunftstechnologie ist, sondern auf deutschen Straßen absolut alltagstauglich ist.

Vom Zoe über e-tron und I-PACE hin zu Tesla E-Autos alles am Start

Am Elektro-Cannonball 2019 nehmen E-Fahrzeuge teil, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Renault ZOE wird ebenso vertreten sein wie der Audi e-tron, Jaguar I-PACE sowie diverse Tesla-Modelle. Laut dem Veranstalter werden quasi alle derzeit verfügbaren Elektrofahrzeuge mit am Start sein.

„Für ein gutes Abschneiden kommt es darauf an, den Sweetspot jedes Elektroautos genau zu treffen. Die Fahrer müssen berechnen, wo der beste Kompromiss aus Akku-Kapazität, nächstgelegener Ladestation, Ladegeschwindigkeit und Effizienz des jeweiligen Elektroautos liegt. Durch ein Lade-Handycap werden außerdem reichweitenstärkeren Fahrzeugen Hürden mit auf den Weg gegeben, die die Köpfe zum rauchen bringen dürften“, erläutert Mitveranstalter Michael Schmitt.

Vor gut einem Jahr forderte YouTuber Schmitt den YouTuber Kröger zu einer Vergleichsfahrt heraus. Am Ende fuhren insgesamt 29 Elektroautos unterschiedlicher Hersteller die Strecke zwischen Hamburg und München. Keiner der beiden Kontrahenten, Michael Schmitt mit einem Hyundai Kona und Ove Kröger mit einem Tesla Model S aus dem Jahr 2013, konnten schließlich den E-Cannonball für sich entscheiden.

Der Sieg ging 2018 an ein Tesla Model 3, welches vom Elektroauto-Vermieter Nextmove direkt aus den USA importiert und in Einzelabnahme zugelassen wurde. Man könnte fast davon ausgehen, dass der Sieg wieder an ein Model 3 geht. Doch so einfach wollen es ihm die Veranstalter nicht machen. „Mit kleinen, aber wirkungsvollen Handycaps wollen wir den Ausgang des Spiels wieder offen machen“, erklärt Ove Kröger. Im Kern soll es aber weiterhin eine Spaßveranstaltung bleiben, die aufzeigt, dass es bereits heute möglich ist, mit voll elektrisch fahrenden Serienfahrzeugen die Strecke von Konstanz nach Berlin an einem Tag zu bewältigen.

Vonseiten der Veranstalter hält sich Michael Schmitt noch bedeckt mit welchem E-Auto er an den Start geht. Ove Kröger hingegen wird sicher mit seinem nagelneuen Tesla Model S mit der maximalen derzeit verfügbaren Ausstattung teilnehmen. Im vergangenen Jahr verfolgten zeitweise bis zu 20.000 Menschen per GPS-Tracking die Teilnehmer und außerdem via zahlreicher Livestreams auf YouTube den E-Cannonball. Die Veranstalter sind davon überzeugt, dass der E-Cannonball in diesem Jahr noch einmal weitaus größer wahrgenommen wird.

Köpfchen vor Bleifuß bei elektrischer Gleichmäßigkeitsfahrt gefragt

Titelverteidiger Stefan Moeller von Nextmove ist ebenfalls wieder mit am Start. „Wir schätzen unsere Chancen auf die Titelverteidigung auf zehn Prozent ein. Das Feld ist größer und bunter geworden“, äußert er sich bescheiden. Und tatsächlich hat sich alleine die Fahrzeuganzahl mehr als verdoppelt. Schmitt gibt zu verstehen, dass es sich beim E-Cannonball 2019 „um eine abgewandelte Form einer Gleichmäßigkeitsfahrt“ handelt.

So gehe es darum das Verhältnis zwischen Fahrgeschwindigkeit und Energieverbrauch zu finden, als auch Ladegeschwindigkeit und Akkugröße auszunutzen, um die optimale Reisezeit zu finden. „Es kommt also nicht auf die Leistung der jeweiligen Fahrzeuge an. Vielmehr ist eine möglichst gleichmäßige Fahrt nach der vorherigen Sweetspot-Kalkulation der Teilnehmer der entscheidende Faktor für das Abschneiden. Köpfchen vor Bleifuß“, so Schmitt weiter.

Das spannende Event ist nicht zuletzt auf Grund seiner Sponsoren möglich, allen voran der Euronics Deutschland eG als Hauptsponsor. Das Unternehmen nimmt außerdem mit eigenem Team teil.
„Der Ansatz der Veranstaltung spiegelt genau das wider, was uns zu unserer Investition im Bereich E-Ladestationen bewogen hat. Daher freut es uns besonders, dass wir in diesem Jahr als Hauptsponsor und auch mit einem eigenen Team beim E-Cannonball dabei sein dürfen“, sagt Benedict Kober, Sprecher des Vorstands der Euronics Deutschland eG.

Sowohl interessierte Zuschauer als auch Medienvertreter sind an den Start- und Zielevents willkommen: Am Freitag, 27. September, von 13 bis ca. 18 Uhr auf dem Fernbus-Parkplatz Insel Mainau und am Samstag, 28. September, von 13 bis ca. 18:30 Uhr im Hotel Van der Valk Berlin-Mahlow.

Quelle: Per Mail

Über den Autor

Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Unsere Urlaubsfahrt mit dem e-Golf, Bj. 2018 geriet am 30.06.19 zu einer unfreiwilligen Test- Fahrt, da es der mit 38 Grad heisseste Tag werden sollte und unser Ziel Travemünde
850 km entfernt war von unserem Heimatort Staufen i.Br.
Dort sollte es mit der Fähre nach Helsinki, Finnland gehen. Die 5 Ladestationen waren genau geplant und für jedes Nachladen ca. 1Stunde eingerechnet.
Leider hatten wir nicht berechnet, dass bei der herrschenden Hitze der Akku großem Stress ausgesetzt war und jede Ladung fast die doppelte Zeit benötigte. Zu unserem Glück waren alle angefahrenen Ladestationen immer frei, so dass wir trotz allem rechtzeitig gegen Mitternacht bei der Fähre ankamen. Bis 1 Uhr am Folgetag mussten wir einchecken….
In Finnland könnten wir an unserem Mökki mit AC-Strom an der Schukosteckdose problemlos laden und unterwegs gab es immer wieder DC- Stationen zum Schnelladen, auch wenn das gut geplant sein wollte!
Die Rückfahrt durch Schweden bis Malmö verlief ebenfalls ohne Schwierigkeiten. Hier gab es ein gutes Netz von Schnellladestationen.
Fazit:
Für weite Fahrten wie diese wünschen wir uns eine deutlich größere Reichweite. Und so warten wir darauf, dass bald E-autos mit Akkus von 70 bis 100 kWh auf den deutschen Markt kommen, die für Normalverdiener bezahlbar sind!

Lieber Walter Busch,
vielen Dank für Ihren Erfahrungsbericht. Ich habe mich gut in Sie reinfühlen können.
Ja, Langstrecke ist aktuell noch etwas für „Überzeugungstäter“.

Mit Fahrzeugen ab 50kWh, wie die Zoe 50, Corsa-e und bald dem ID.3 wird es in die richtige Richtung gehen. Bis dahin bleiben für Langstrecke PHEV eine Möglichkeit, aber eben nur ein extremer Kompromiss.
Auf bezahlbare eAutos mit Akkus von 70 bis 100 kWh werden wir auf dem deutschen Markt noch lange warten müssen. Auch wenn die Technik günstiger wird (1kWh unter 100 Euro) werden die (dt.) Autobauer vorerst die Preise hoch halten um Einnahmen generieren zu können.

Daher werde ich meinen Focus eher auf eAutos mit um die 50-60 kWh und mittlerer Reichweite richten und 1-2 Ladestops mehr in Kauf nehmen.
Denn auch 30.000 Euro für eine „Blechkiste“, welche 70% ihrer Lebenszeit nur rumsteht, ist sehr viel Geld!

Schauen wir positiv in die Zukunft!

Seit 2013 bin ich mit Fahrzeugen der Firma Tesla zwischen dem Nordkap und Afrika unterwegs. Natürlich waren damals die Tesla teuer und nicht jeder konnte sie sich leisten. ABER!
Mittlerweile bekommt man einen Model 3 mit 75kWh Akku für 50k€. Das erscheint auf den ersten Blick als viel. Aber mit einem guten Stromtarif zu Hause, dem geringen Verbrauch und den viel geringeren Betriebskosten kommt man bei den jährlichen Gesamtkosten auf die Preise eines vergleichbaren Verbrenners (3er, C-Klasse, A4).
Noch sind wir nicht in der Golf-Klasse angekommen und auch der ID.3 ist mit großer Batterie teuer. Doch in 3-5 Jahren sieht das ganz anders aus. Bis dahin sollte man keinen neuen Verbrenner mehr kaufen, sondern sich an den Gebrauchtmarkt halten, damit man a) Geld spart und b) die Hersteller unter den entsprechenden Druck setzt.

Habe gerade mal nachgeschaut. Mit der Bahn von Berlin brauche ich 10.23 Std. Zahle dafür 40 Euro. Bin mal gespannt wie lange die e Autos brauchen und wie entspannt das ganze abgeht. Und wie hoch die Kosten sind.

Nach 3 Wochen Tesla M3 Fahrt fühle ich mich als Fremdkörper auf einer Tanstelle und trauer dem Verbrenner nicht nach. Mein schönes Audi Cabrio habe ich noch zum Abgewöhnen als Saisonfahrzeug laufen.
Die Stromkosten von Konstanz bis Berlin würden bei meiner lässigen Fahrweise 30 € betragen.
Für E-Autos braucht man keine Werbung machen. Das wird zum Selbstläufer.

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