E-Auto-Start-up Bordrin produziert iV6 bei FAW-Tochter

Copyright Abbildung(en): Bordrin

In China geht in diesen Tagen ein neues Elektroauto-Start-up an den Start: Bordrin Motors will noch vor Jahresende beim etablierten staatlichen Hersteller FAW, der unter anderem mit VW und Toyota Joint Ventures unterhält, mit der Produktion beginnen. Dafür werden Werke der Tochtermarke FAW Xiali Automobile Co. in der nordchinesischen Hafenstadt Tianjin genutzt, wo normalerweise Fahrzeuge des unteren Preissegments vom Band laufen sowie die China-Versionen der Toyota-Modelle Avalon, Corolla, Crown, Reiz und Vios.

Das erste Elektroauto von Bordin wird der iV6, der im ersten Quartal nächsten Jahres in den Handel kommen soll. Der China-Stromer weist große Ähnlichkeit zum kommenden Crossover-SUV Model Y von Tesla auf, nicht nur außen, sondern auch innen, wo ein großes, mittig platziertes Display das ansonsten sehr nüchtern gehaltene Cockpit dominiert.

Bordrin

Der Bordrin iV6, der im April auf der Shanghai Auto Show im April vorgestellt wurde, hat eine Reichweite von mehr als 530 Kilometern mit einer Akkuladung. Beim Schnellladen an passenden Ladepunkten soll innerhalb von zehn Minuten Strom für 100 Kilometer in die Batterien fließen. Wahlweise ist das Modell mit Frontantrieb und 120 kW Motorleistung oder mit Allradantrieb und 230 kW zu haben. Letztere Variante knackt beim Spurt die 100-km/h-Marke in gut fünf Sekunden.

Die Partnerschaft in Höhe von 2,54 Milliarden Yuan (umgerechnet gut 324 Millionen Euro) wird zu 80,1 Prozent im Besitz von Bordrin sein. FAW Xiali wird die restlichen 19,9 Prozent der Anteile halten.

Die Vereinbarung wird es Bordrin ermöglichen, seine Elektroauto-Produktion in China auch ohne eigenes Werk zu starten. Gleichzeitig wird sie auch FAW Xiali zugute kommen, da das Unternehmen Anfang 2018 seine Produktionskapazität aufgrund zurückgegangener Verkäufe und schwerer Verluste deutlich zurückgefahren hatte. Eigentlich mit einer jährlichen Produktionskapazität von 400.000 Fahrzeugen ausgestattet, montierte FAW Xiali 2018 nur 21.600 Fahrzeuge und lieferte 18.800 aus.

Zweites Modell und eigenes Werk bereits in Planung

Bordrin wurde 2016 von dem ehemaligen Ford-Chefingenieur Ximing Huang in Shanghai gegründet. Im Jahr 2018 kündigte das Elektroauto-Start-up Pläne für den Bau eines Werks in Shanghais Stadtteil Lingang an, wo momentan der US-Hersteller Tesla ein großes Montagewerk errichtet. Das Werk in Lingang soll laut Bordrin irgendwann im Jahr 2020 mit der Produktion beginnen.

Auf den iV6 soll der iV7 folgen, ein Luxus-SUV mit deutlich futuristischerem Design und einer Reichweite von bis zu 700 Kilometern.

Bordrin

Quelle: Bordrin – Homepage // Automotive News China – EV startup Bordrin to build first product at FAW subsidiary

Über den Autor

Michael ist freier Autor und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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