Dyson erklärt Elektroauto-Projekt als gescheitert – Wirtschaftlich nicht rentabel lautet das Urteil

Dyson beschäftigt sich mit E-Autos - drei E-Fahrzeuge bisher geplant
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Dyson, das britische Unternehmen, das vor allem für seine Staubsauger bekannt ist, hatte große Elektroauto-Pläne. Bis zu 2,5 Milliarden Pfund sollten in das Projekt zum Bau von Elektroautos gesteckt werden. Doch nun ist Schluss damit.

Zwar hätten die Ingenieure von Dyson ein “fantastisches Elektroauto” entwickelt, aber es wird wohl nie auf die Straße kommen, da es nicht “kommerziell nutzbar” sei. Sprich, Dyson ist es nicht gelungen ein wirtschaftlich rentables E-Fahrzeug auf die Straße zu bringen. Doch zunächst zurück zum Anfang.

Dyson: Vom Staubsauger zum Elektroauto

Vom Staubsauger zum Elektroauto – Dyson schlägt neue Wege ein – unter diesem Titel haben wir erstmals über die Pläne des bekannten Staubsaugerherstellers in Bezug auf die Ausweitung des eigenen Portfolios hingewiesen. Im Oktober vor einem Jahr kündigte Dyson an, dass man das erste E-Auto-Werk in Singapur errichten wird. Mit dem Aufbau der Produktion sollte noch 2018 begonnen werden, um das erste Dyson-Auto wie angekündigt 2020 oder 2021 auf die Straße zu bringen.

Für Dyson sei das erste Modell lediglich eine Möglichkeit, um in den Markt vorzustoßen und Kontakte zu Zulieferer aufzubauen. Lediglich einige tausend Exemplare sollen gefertigt werden, um den Markt zu erkunden. Für die darauf folgende Modelle seien allerdings erheblich größere Stückzahlen geplant. Dies erklärte auch, warum man bei diesen auf die hauseigene Feststoff-Batterietechnik setzen möchte.

Bereits seit Mai 2018 setzt Dyson ein 400-köpfiges Team für die Automobiltechnik ein. Insgesamt werden bis zu 700 Mitarbeiter an Dysons E-Auto-Projekt arbeiten. Insgesamt sollten bis zu 700 Mitarbeiter an Dysons E-Auto-Projekt arbeiten. Im Rahmen eines Fünfjahres-Investitionsprogramms, das 2021 ausläuft, wird der größte Teil von 2,5 Mrd. Pfund in die Automobilsparte von Dyson gepumpt. Doch damit ist nun Schluss.

Dyson erklärt Elektroauto-Projekt für beendet

In einer E-Mail an alle Mitarbeiter gab Geschäftsführer Sir James bekannt, dass das Unternehmen erfolglos versucht habe, einen Käufer für das 2017 gestartete Projekt zu finden. Die 2,5 Milliarden Pfund, die für das Elektroauto-Projekt vorgesehen sind, würden immer noch für die Entwicklung anderer Produkte ausgegeben, einschließlich der Batterietechnologie, sagte Dyson.

Die ersten Elektroautos waren bereits entwickelt und wurden getestet, werden aber nicht auf die Straße kommen. Die 523 Mitarbeiter, welche im Rahmen des Projekts beschäftigt wurden, 500 davon in Großbritannien, sollen nun andere Aufgaben im Unternehmen erhalten.

“Dies ist kein Produktversagen oder ein Versagen des Teams, für das diese Nachricht schwer zu hören und zu verarbeiten sein wird”, schrieb Sir James. Aber er gab auch zu verstehen “Wir haben uns während des gesamten Entwicklungsprozesses sehr bemüht, wir sehen einfach keinen Weg mehr, es wirtschaftlich rentabel zu machen.”

Der CEO von Dyson gab allerdings auch zu verstehen, dass die “Investitionsbereitschaft ungebrochen ist und wir unsere Wurzeln sowohl in Großbritannien als auch in Singapur weiter vertiefen werden.” So soll beispielsweise die selbstentwickelte Batterietechnologie künftig im Unternehmen Verwendung finden.

Quelle: BBC.com – Dyson has scrapped its electric car project

Ein Kommentar

  1. Spontan fallen mir zwei Gründe ein:
    1. Auch wenn ein BEV einfacher als ein Verbrenner zu konstruieren und zu bauen ist: So einfach wie ein Staubsauger nun doch wieder nicht.
    2. Der Brexit verspricht keine “barrierefreien” Zugänge zu den nichtbritischen Märkten Europas und der Welt, sondern macht die wahrscheinlich teuren Produkte noch teurer.
    Tip: Absichten über künftige Produktentwicklungen und Investitionen erst mal nur betriebsintern reifen lassen und nicht über ungelegte Eier gackern. Als eierloses Huhn steht man sonst wie ein begossener Pudel da.

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