Deutschlands eHighway schafft es nicht auf die Überholspur

eHighway nimmt in Deutschland keine Fahrt auf

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Im Dezember 2018 begannen die Funktionstests für die anstehende Inbetriebnahme des eHighways – ein Teilstück der A 5 im Süden Frankfurts am Main, wo zum ersten Mal ein Oberleitungs-Lkw auf einer deutschen Autobahn unterwegs ist. Doch auch fünf Monate nach Start des Projekts gibt es keine neuen Erkenntnisse.

15 Lkw mit Stromabnehmern sollten ursprünglich für das Projekt zum Einsatz kommen, hergestellt und entwickelt vom schwedischen Lkw-Hersteller Scania. Seit dem 07. Mai 2019 finden weitere Testfahrten statt. Im August – drei Monate nach dem Start des Projektes – lagen noch keine auswertbaren Ergebnisse vor. Anfang Oktober gibt es immer noch nichts Neues.

Schuld daran sind die fehlenden Daten. Denn aktuell sind gerade einmal zwei der geplanten fünfzehn LKW im Einsatz. Bis Juni 2020 werden dann alle fünf LKW auf dem eHighway unterwegs sein. Die Chance die Überholspur beim elektrifizierten Transport zu erreichen sind eher gering.

Die drei verbleibenden Lkw sollen erst im Februar, März und Juni 2020 in Betrieb genommen werden. Ursprünglich davon ausgegangen, dass mit Fertigstellung des eHighway die Datensammlung beginnt musste man sich nun eingestehen, dass dies mangels Fahrzeuge nicht umzusetzen war.

Planung und Realität driften beim eHighway auseinander

Hierzu gab der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne), in einer Antwort auf eine Anfrage der FDP, zu verstehen: “Erst zu einem Zeitpunkt, zu dem die e-Highway-Versuchsanlage in Hessen bereits fertiggestellt war, wurden die Auslieferungstermine der OH-Lkw bekannt gegeben.”

Der eHighway ist im Vergleich zu Verbrennungsmotoren doppelt so effizient. Das bedeutet nicht nur eine Reduzierung des Energieverbrauchs sondern auch eine Verringerung der lokalen Luftverschmutzung. Kernelement des Systems ist ein intelligenter Stromabnehmer in Kombination mit einem Hybridantriebssystem.

Entsprechend ausgerüstete Lastwagen versorgen sich während der Fahrt aus der Oberleitung mit elektrischer Energie und fahren dann lokal CO2-emissionsfrei. Auf Straßen, die nicht mit Oberleitungen ausgestattet sind, treibt der Verbrennungsmotor die Lastwagen an.

Die Gesamtprojektkosten im Teilprojekt ELISA I (Kurzform für elektrifizierter, innovativer Schwerverkehr auf Autobahnen) belaufen sich auf 14,6 Millionen Euro, die das Bundes­ministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) trägt.

Insgesamt drei Teststrecken sollen für Erkenntnisse im Langstreckenverkehr sorgen

In der Theorie gehe man davon aus, “dass man circa 1.000 Kilometer in Deutschland mit Oberleitungen versehen müsste”sollte sich das System sich als wirkliche Alternative herausstellen. In Schweden und Kalifornien laufen ähnliche Projekte bereits, für Deutschland haben auch Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein Feldversuche dieser Art angekündigt. Wirklich mehr wissen wir dann, wenn belastbare Daten des Pilotprojektes vorliegen.

Quelle: heise.de – Elektro-Highway: Fehlende LKW verzögern Feldversuch in vollem Umfang

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7 Antworten

  1. So eine Geldverschwendung! Die größte CO2 Einsparung gibt es, wenn der Großteil des LKW Transportes auf die Schienen verlagert wird. Wenn dann tausende von LKW Fahrten eingespart sind, werden CO2 gespart, die Straßen und vor allem Brücken geschont, was alleine schon Millionen an Steuergeldern spart. Gleichzeitig reduzieren sich Staus, wenn weniger Elefantenrennen auf den Autobahnen stattfinden und der PKW-Verkehr wieder fließt.

    1. dem Stimme ich voll und ganz zu. des weiteren, bis dieses Projekt umgesetzt werden kann und genügend LKWs dann auch als Hybrid unterwegs sind, so das genügend CO2 eingespart werden, kann vergehen weitere 10-15 oder sogar 20 Jahre..super idee

    2. Die Schweiz macht es gerade vor.
      Ein Konsortium aus Handel und Spedition hat bei Hyundia 1.800 Wasserstoff LKW bestellt.
      Europäische Hersteller konnten nicht liefern.
      Die ersten LKW werden 2020 ausgeliefert.
      Der Wasserstoff wird zu 100 % aus ökostrom produziert.

      1. Wasserstoff wird zu 95-99% aus fossilen Rohstoffen hergestellt. Wieso investieren wohl ausgerechnet Unternehmen wie: Air Liquide, Linde, OMV, Shell und TOTAL in Wasserstoff?

        Die H2 Herstellung mit Strom ist teurer und ineffizient. Darum wird gebetsmühlenartig behauptet, Wasserstoff würde dereinst aus regenerativem “Überschussstrom” erzeugt, weil sauber und billig. Wie dieser Strom ohne entsprechende Netze zum Elektrolyseur gelangen soll?
        Am “schweizer Beispiel” ist die Wahrheit über die H2 Herstellung mit Strom zu erkennen. Dort wird Bandstrom (Flusskraftwerk), also kein “Überschussstrom”, verschwendet, subventionierter obendrein. Dieser Strom wiederum fehlt im Netz und muss durch konventionelle Kraftwerke erbracht werden. Es handelt sich also um ganz “normalen” Strom, keinesfalls “100% regenerativ”.
        Wasserstoff ist ökonomischer und ökologischer Unsinn.

  2. ich gebe dem Michael voll recht,aber die Spetiteure haben noch etwas Angst wenn sie umsatteln wollen das sie nicht noch mehr Steuern (öko,Sonnen,Umwelt u u u.)zahlen müssen. Einheitssteuer auf Umwelt bewustes fahren.Dann her mit den Hyprid oder Wasserstoff LKW . ich freu mich schon drauf.

  3. Wir werden vermutlich erleben, dass die LKWs mit Brennstoffzellen unterwegs sind, weil Standzeiten aus betriebswirtschaftlichen Gründen zu vermeiden sind. Die Betankung mit Wasserstoff verhindert lange Ladezeiten, die bei den BEVs in der Regel nicht zu umgehen sind. Die Oberleitung ist in der Wartung zu aufwendig und damit letztlich nicht konkurrenzfähig

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