Daimler nicht überzeugt von Oberleitungs-LKW

Daimler hält nichts von Oberleitungs-LKW

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In Hessen startete vor wenigen Wochen ein sehenswertes Pilotprojekt: Auf einem Teilstück der Autobahn A5 zwischen Frankfurt und Darmstadt wurden Oberleitungen installiert, damit umgerüstete LKW daraus Strom für einen Elektroantrieb ziehen können. Auch auf der A1 bei Lübeck werden erste Oberleitungen aufgebaut.

Die Technologie funktioniert im Endeffekt wie ein Zug, nur mit dem Unterschied, dass es sich eben um einen LKW auf einer Autobahn handelt statt um einen Zug auf Schienen. Langfristig gesehen will die deutsche Bundesregierung mehrere Autobahn-Teilstücke mit Oberleitungen für LKW ausstatten, damit diese E-Trucks auf Strecken mit hohem Güterverkehrsaufkommen Diesel-Fahrzeuge ersetzen und so den CO2-Ausstoß senken sowie die Luft verbessern können, so die Welt.

Daimler hingegen, einer der weltweit größten Lkw-Hersteller, hält nach Informationen der Welt nichts von den Plänen. „Es gibt bereits ein ähnliches System zum Gütertransport mit Oberleitungen, das sehr gut funktioniert: Es heißt Deutsche Bahn“, zitiert die Welt den Hersteller. Daimler wolle, um LKW sauberer zu bekommen, auf rein batteriebetriebene Modelle setzen. „Wir sind davon überzeugt, dass wir mit dem Elektro-Lkw ein flexibles und jetzt schon verfügbares Konzept haben — ohne teure, aufwendige und langwierige Planungsmaßnahmen“, sagt ein Daimler-Sprecher gegenüber der Welt. „Der elektrische Actros fährt jetzt schon als Prototyp und ab 2021 in Serie.“

Außerdem sei eine Infrastruktur an Ladesäulen für E-Lkw leichter aufzubauen, als Autobahnen mit Oberleitungen zu überspannen. Letzteres sei extrem planungs- und kostenintensiv und somit zeitraubend. Auf drei bis vier Millionen Euro komme ein einziger Kilometer Autobahn mit Oberleitungen, gut 2000 Kilometer seien allein in Deutschland nötig, um signifikante Besserungen fürs Klima möglich zu machen.

Batterie-LKW hingegen, selbst für längere Strecken, seien jedoch schon fast serientauglich. Für den Actros peilt Daimler 200 bis 300 Kilometer Reichweite an.

Quelle: Die Welt – Elektromobilität: Warum Daimler die Oberleitungs-Lastwagen ausbremsen will

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Mercedes hat Recht. Ein Quatsch sind Oberleitungen für LKW s. Die Ware auf der Langstrecke auf die Schiene und dann elektrisch mit kleineren Farhzeugen austragen wie die Post.

Ich gebe Daimler völlig Recht und freue mich über deren vernünftige Herangehensweise, zumal die Bahn ja eigentlich ein Konkurrent ist. Ich halte dieses Autobahn-Oberleitungsprojekt für hochgradigen Schwachsinn und Geldverschwendung. Viel bessere wäre es, die Bahn zu ertüchtigen, mehr Transporte abzuwickeln und flexibler zu werden. Die dafür nötigen Investitionen wären zudem sicher niedriger als die für das Oberleitungsnetz.

Das ist etwas kurz gedacht. Kleinere Fahrzeuge wie die Post? Wie werden Waren denn aktuell transportiert? Bahn und eben 40 Tonner oder Gigaliner. Gerade die Industrie benötigt diese flexible Transportmöglichkeit. Ich verstehe Daimlers Aussage und stehe auch dahinter, wobei die Reichweite aber sehr knapp bemessen ist und genau dann greift das Oberleitungskonzept. Ein E-Truck wie Daimler. Ihn einführt, gepaart mit dem Oberleitungskonzept um die Fahrzeuge während der Fahrt zu laden. Die Batterie kann dann im Überlandtransport eingesetzt werden.

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