Continental rechnet mit Verbrenner-Aus ab 2040

Copyright Abbildung(en): Continental

Die Autoindustrie durchläuft den grundlegendsten Wandel seit ihrer Entstehung. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Elmar Degenhart sieht den Zulieferer Continental dafür bestens gerüstet. Er erklärte im Rahmen der Hauptversammlung des Technologieunternehmens, dieser Weg sei „ein Marathon, der in vollem Gange ist.“ Er fügte hinzu: „Technologisch, organisatorisch und mental sind wir bereits voll auf die Mobilität von morgen eingestellt.“ Auf drei Technologiefeldern gestaltet Continental das Ökosystem der Mobilität in den kommenden 20 Jahren: alternative Antriebe, autonomes Fahren sowie Vernetzung und Cloud samt Datenmanagement.

Zukünftige Antriebsart: öko-effizienteste Wahl abhängig vom Einsatzzweck

Nach 2030 geht wahrscheinlich die letzte Generation der Diesel- und Benzinmotoren an den Start“, skizzierte Degenhart einen möglichen Fahrplan für die Antriebe der Zukunft. „Nach 2040 könnte der Verkauf von neuen Diesel- und Benzinmotoren stoppen. Ab 2050 sind Straßen und Städte idealerweise frei von CO2-Emissionen.“

Dabei stelle sich die Frage nach dem öko‑effizientesten Antrieb für den jeweiligen Einsatzzweck. „Für kleinere, leichte Fahrzeuge wird der reine Elektroantrieb wahrscheinlich die beste Wahl – vor allem in der Stadt und wenn eine Reichweite unter 300 Kilometern genügt. Dies aber nur, wenn der Strom in der Produktion und im Betrieb aus sauberen Quellen kommt“, erklärte Degenhart.

Für gewichtige Fahrzeuge, die meist häufiger und auf längeren Strecken unterwegs sind, sei die Batterie nicht öko-effizient, meint der Continental-Chef. „Was dem Klima schon heute hilft: Das sind der super-saubere Diesel und der saubere Benzinmotor kombiniert mit einem Elektroantrieb“, sagte Degenhart. Er sprach sich gleichzeitig gegen Populismus in der Antriebsfrage aus: „Populismus vermehrt nur die Emotionen. Er verringert nicht die Emissionen. Das geht nur über die öko-effizienten Antriebe. Sie allein sind akzeptabel und bezahlbar. Damit schützen sie jedes Klima am besten: das ökologische, das wirtschaftliche und das soziale.“

Autonomes Fahren: Assistenzsysteme reduzieren Unfallzahlen

Weltweit sterben täglich 3700 Menschen im Straßenverkehr. Über 100.000 werden dort jeden Tag verletzt. Wir machen das Fahren sicherer. Das ist unser Auftrag“, sagte Degenhart. Heute stecken weltweit in jedem Fahrzeug durchschnittlich zwei Sensoren für Fahrerassistenzsysteme. Es handelt sich dabei meist um Kameras, Radar- oder Ultraschallsensoren. „Für das teilautomatisierte Fahren braucht das Auto im Durchschnitt um die 18 Sensoren. Bei vollautomatisierter oder autonomer Fahrfunktion wächst diese Zahl auf 30 an – wir wachsen mit“, so der Vorstandsvorsitzende.

Bereits heute ist Continental ein weltweit führender Anbieter in diesem Technologiebereich. 2019 rechnet das Unternehmen allein bei Systemen für das assistierte Fahren mit einem Umsatz von mehr als zwei Milliarden Euro.

„Software ist der Sauerstoff für das Ökosystem Mobilität“

Immer mehr Fahrzeuge werden per Software miteinander vernetzt. Während Autos heute bereits über 100 Millionen Zeilen Softwarecode für ihre Funktionen benötigen, bedürfe es für die kommenden Funktionen einer Verzehnfachung des Softwareumfangs. „In den kommenden Jahren verzehnfacht sich der heutige Umsatz von Software in der Automobilindustrie“, erklärte Degenhart den Trend auf Basis von Marktdaten.

Mit dem schnellen Übertragen von Daten beschleunigen wir unser Servicegeschäft für Fahrzeugflotten: für Nutzfahrzeuge und Mietwagen. Zu unseren digitalen Lösungen gehört das Erfassen von Fahrzeugdaten aus der Ferne. Wir beobachten zum Beispiel den Reifenzustand. Oder wir machen das intelligente Mobiltelefon zum Autoschlüssel“, gab Degenhart Beispiele für neue und erfolgreiche Funktionen im Softwaregeschäft.

Entsprechend groß ist der Bedarf des Unternehmens an Softwareentwicklern. Bereits heute beschäftigt das Technologieunternehmen weltweit rund 49.000 Ingenieure. Mehr als ein Drittel davon hat einen Softwarehintergrund. In der globalen unternehmenseigenen Softwareakademie werden allein 2019 über 2000 Mitarbeiter weitergebildet. Bis zum Jahr 2022 soll die Anzahl der Software- und IT-Experten bei Continental von derzeit 19.000 auf 25.000 erhöht werden.

Neuaufstellung richtet Continental auf Mobilität der Zukunft aus

Um schneller auf die zunehmend volatilen Marktveränderungen reagieren zu können, stellt sich das Unternehmen derzeit neu auf. „Vor allem verteilen wir mehr Verantwortung. Führungskräfte erhalten mehr Freiräume. Sie entscheiden künftig mehr selbst. Wir sorgen für einfachere Abläufe“, erläuterte Degenhart die Ziele des Unternehmensumbaus. Im künftigen, auf Fahrzeugelektronik spezialisierten Unternehmensbereich Automotive bündelt Continental einen bedeutsamen Teil ihrer Forschung und Entwicklung. Die Ziele sind kürzere Entwicklungszeiten und ein noch flexibleres und gezielteres Eingehen auf Kundenwünsche.

Quelle: Continental – Pressemitteilung vom 26.04.2019

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2 Antworten

  1. also demnach soll von jetzt bis 2025 noch weiter Verbrennertechnik entwickelt werden… zu welchem Zweck ? weitere Verbesserung ? wenn der Verbrauch bzw. der CO2 Austoss nochmals um mindestens 15 % reduziert wird (aber dabei keine grösseren Autos !), dann meinetwegen.
    Aber ist da überhaupt noch etwas “drin” ?

  2. Ueber das zu reden was 2040/50 sein wird ist Quatsch. Diejenigen sind dann schon in Rente oder haben keine Arbeit mehr in der Automobilproduktion. Da sollen wir uns heraushalten. Dies müssen wir den Jungen überlassen die jetzt gerade aus der Schule kommen.

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