Continental-Chef Degenhart: Batteriezellenfabriken – Deutschland auf der Produktionsseite „nicht wettbewerbsfähig“

Deutsche Batteriezellenfertigung nicht wettbewerbsfähig
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Bekanntermaßen will die deutsche Bundesregierung bis zum Jahr 2021 eine Milliarde Euro für die Herstellung von Batteriezellen für Elektroautos bereitstellen, aus einem Fördertopf des Wirtschaftsministeriums. Für Automobil-Zulieferer Continental ist diese Subvention jedoch nicht ausschlaggebend für den Aufbau einer eigenen Batteriezellenfertigung. Continental-Chef Degenhart unterstrich mit diesem erneuten Statement, dem Tagesspiegel gegenüber, seine Position aus dem Herbst vergangenen Jahres.

In Salzgitter, Niedersachsen soll VWs Batteriezellenfertigung für die eigene, massive E-Offensive des Konzerns entstehen. Northvolt scheint dabei auch eine Rolle zu spielen. Und dennoch wird der Aufbau einer Batteriezellenfertigung in Deutschland bei den großen Zulieferern keine Nachahmer finden. Continental-Chef Elmar Degenhart gab ganz klar zu verstehen: „Für mich gibt es aus Kostengründen keinen nachvollziehbaren Grund, in Deutschland zu investieren.“

Zu groß seien die Nachteile, allein die hohen Energiekosten würden das Projekt scheitern lassen. Auch die Zulieferer Bosch und ZF haben sich bereits gegen eine Investition in Lithium-Ionen-Zellen ausgesprochen. An Degenharts Entscheidung ändere auch eine Förderung nichts. Denn man könne es sich nicht erlauben, Investitionsentscheidungen aufgrund von Subventionen zu tätigen.

So sei laut Degenhart Deutschland zwar stark in der Entwicklung, aber auf der Produktionsseite „nicht wettbewerbsfähig“. Daher sei es auch “unternehmerisch fahrlässig” in eine Zellfertigung zu investieren, solange man nicht davon überzeugt sei, daraus ein attraktives Geschäftsmodell entwickeln zu können.

Vonseiten Degenhart kommt auch Kritik an der Bundesregierung zur Geltung. „Die Politik versteht die Komplexität nicht in ausreichendem Maße und ist nicht mehr technologieoffen“, sagte der Chef des Dax-Konzerns. „Sie hat die CO2-Regulierung ab 2025 strenger als erwartet gestaltet und zwingt die Industrie damit in die Lithium-Ionen-Technologie.“

Quelle: DerTagesspiegel – Continental will nicht in Batteriefabrik investieren

3 Kommentare

  1. Völlig richtige Einschätzung des Conti-Chefs über eine Batteriezellenfabriken in Deutschland.
    Der Zug ist längst abgefahren, Richtung Asien. Was die Bundesregierung hier machen will ist reine Steuergeld Vernichtung. Man (und auch Frau M.) hat die eMobilität einfach nicht ernst genommen. Wir haben schließlich das Auto mit Verbrennungsmotor erfunden, das genügt. Das Elektroauto können wir nicht gebrauchen und auch nicht ernst nehmen. Ja, ja: Geh’ mit der Zeit, sonst gehst du mit der Zeit!

  2. Es ist sehr interessant eure Beiträge zu lesen. Meine Frage: Habt ihr auch schon etwas über den neuen Peugeot e 208 geschrieben und wenn Ja wo kann ich das finden? Übrigens, den e-Go live 60 werde ich nicht bestellen. Danke für eure Antwort.

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