Bundesfinanzminister Scholz plant Offensive zur steuerlichen Förderung von Elektromobilität

Bundesfinanzminster Scholz plant E-Offensive
shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 368529578
shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 368529578

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) befürwortet eine Förderung von Elektroautos bis Ende des kommenden Jahrzehnts. Gegenüber der FAZ gab er bereits in der Vergangenheit zu verstehen: “Ich finde es industriepolitisch wichtig, dass wir unsere gegenwärtig bis 2021 begrenzten Förderprogramme für batterieelektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride auf das ganze nächste Jahrzehnt ausdehnen.“

Verlängerte Dienstwagenregelung und Ausweitung auf Lieferwagen

Wie der Spiegel nun erfahren habe, will Scholz nicht nur die sogenannte Dienstwagenregelung bis 2030 verlängern, sondern auch bei anderen Stellhebeln ansetzen.  Sinnvoll erscheint auch die von ihm angedachte Ausweitung auf Lieferwagen mit Elektroantrieb, die innerstädtisch unterwegs sind. „Damit verbessern wir die Luftqualität und erreichen unsere Klimaziele schneller.“ Mit der steuerlichen Förderung möchte die Bundesregierung einen Anreiz zur Bestellung von Elektrowagen schaffen. Denn mit dieser neuen Regelung wird ein Elektrofahrzeug in vielen Fällen günstiger als ein vergleichbares Fahrzeug mit Verbrennungsmotor.

E-Auto Leasing und Firmenfahrräder spielen ebenfalls eine Rolle in Plänen von Scholz

Des Weiteren sollen E-Fahrzeuge, welche geleast werden, ebenfalls von ihrem alternativen Antrieb profitieren. Bislang werden 20 Prozent der dafür anfallenden Gebühren dem Gewerbeertrag zugerechnet (Firmen-Leasing), künftig sollen es nur 10 Prozent sein. Entsprechend geringer fällt die Steuerlast aus.

Ebenfalls sollte aus Sicht von Scholz der Einsatz von Firmenfahrrädern noch mehr gefördert werden. Nutzen Eigentümer oder Beschäftigte ein Dienstrad, sollen sie über 2021 hinaus bis 2030 den geldwerten Vorteil daraus nicht mehr versteuern müssen. Die Maßnahmen, welche Scholz rund um die E-Mobilitätsoffensive geschnürt hat, sollen den Fiskus 2021 rund 180 Millionen Euro, 2023 schon 330 Millionen Euro kosten. Näheres hierzu wird er am kommenden Mittwoch dem erstmals tagenden Klimakabinett präsentieren.

Mit seinem Vorstoß mischt sich Scholz in die Zuständigkeiten vor allem von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) ein. Man darf daher gespannt sein, inwiefern die Vorstellungen der Beiden Hand in Hand gehen oder ob tatsächlich an unterschiedlichsten Konzepten zur Elektromobilitätsförderung gearbeitet wird.

Quelle: Spiegel.de – Scholz will Subventionen für Elektromobilität ausweiten

2 Kommentare

  1. Scholz mischt sich nicht nur in die Zuständigkeit von Altmaier ein, er unterstützt auch VW-Chef Diess durch seine einseitige Förderungsbereitschaft, welche keine Technologieoffenheit unterstützt. Wenn man sieht, wie Brennstoffzellenfahrzeuge in anderen Ländern unterstützt und in China sogar favorisiert werden, kann einem Angst und Bange werden, dass Deutschland Chanchen als künftiges Forschungs- und Industrieland verspielt.

  2. Die 0,5%-Regel ist sehr sinnvoll – werden dadurch Anreize geschaffen, die noch teuren eAutos in den Markt zu holen. Über Firmenwagen wird jährlich eine nicht zu unterschätzende Menge an Autos neu zugelassen und somit in den Markt geholt. Perspektivisch ist hiermit aber nicht der Neuwagenmarkt gemeint, sondern ca. 3 Jahre später der Gebrauchtwagenmarkt!
    Der Gebrauchtwagenmarkt ist für sehr viele Menschen der Zugang zu einem bezahlbaren Auto. Und wenn nun durch die 0,5%-Regel der Anreiz geschaffen wird, ein eAuto statt eines Verbrenners als Dienstwagen zu ordern, so wird dieses Fahrzeug nach 3 Jahren zu einem bezahlbaren Preis auf dem Gebrauchtmarkt ankommen. Somit stellt dann auch der Personenkreis auf die eMobilität um, der sich weder heuten noch morgen einen Neuwagen (geschweige ein neues eAuto) leisten kann!
    Klar gehen durch die 0,5%-Regel vorerst Steuergelder verloren, aber somit könnten unsere deutschen OEMs anfangen, den Markt der eAutos für sich zu ENTDECKEN und VERNÜNFTIGE eFahrzeuge in angemessener Zahl zu produzieren. Das Steuergeschenk ist somit eine Art Konjunkturprogramm für die deutsche OEMs, da sehr viele Unternehmen vorrangig deutsche Hersteller als Dienstwagen in ihren Fuhrparks pflegen.

    Die vermeintlichen Steuergeschenke sind der Versuch, das deutsche eAuto am Markt zu etablieren. Wenn der Markt nicht von allein reagiert bzw. anläuft, dann muss er halt durch Steuervergünstigungen angestossen werden.

    Das eMobilität die Zukunft ist, wird wohl kaum noch jemand ernsthaft bestreiten wollen…!

    PS:
    Brennstoffzellenfahrzeuge sind auch eAutos 😉 Das die aktuelle Batterietechnik nicht der “Grosse Wurf” ist und bleibt, sollte bekannt sein. Da werden noch tolle Entwicklungen kommen.
    Die BZ wird für den normalen eAutofahrer leider zu teuer bleiben bzw. passt von der Baugröße nicht in einen Kleinwagen. Zudem kommt Strom aus jeder Steckdose. Wasserstoff hingegen ist um ein vielfache Aufwendiger und teurer zu betreiben als das heutige Tankstellennetz für Benzin und Diesel. Zudem sind die “Make Ready Kosten” so hoch, dass diese durch den Nutzen nicht mehr amortisiert werden können.

    Leider setzen sich nicht alle sinnvollen Technologien durch, da der Nutzen in der Breite nicht ablichtbar wird…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.