Bund verlängert Umweltbonus offiziell bis Ende 2020 – bei Beibehaltung identischer Fördersätze

Bund verlängert Umweltbonus bis Ende 2020
shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 521969716

Vor gut zwei Wochen war noch die Rede davon, dass es schon bald für reine E-Autos 6.000 Euro Umweltbonus, sowie für PHEV 4.500 Euro fällig werden sollen, sofern diese nicht mehr als 30.000 Euro kosten. Eine Ansage! Doch leider ist es nun anders gekommen.

Die Kaufprämie für Elektroautos und Plug-in-Hybride – umgangssprachlich Umweltbonus – wurde offiziell bis Ende 2020 verlängert; allerdings in seiner bestehenden Form, ohne Erhöhung der Förderung.

Die hierfür notwendige Förderrichtlinie des Wirtschaftsministeriums wird am 5. Juni 2019 im Bundesanzeiger veröffentlicht und gilt dann unmittelbar nach Auslaufen der bisherigen Förderrichtlinie ab 1. Juli 2019. Geändert hat sich lediglich eine Punkt bei der Förderung von E-Autos, diese betrifft den Einbau eines akustischen Warnsystems für blinde und sehbehinderte Menschen. Die Fördersumme beträgt hier pauschal 100 Euro.

So erhalten Käufer von rein batteriebetriebenen Fahrzeugen einen Zuschuss von 4.000 Euro, Fahrer eines Hybridfahrzeug mit Elektro- und Verbrennungsmotor erhalten eine Prämie in Höhe von 3.000 €. Bei den Hybridfahrzeugen ist ausschlaggebend, ob sich diese an der Steckdose laden lassen. Allerdings nur, wenn es sich um ein Neufahrzeug mit einem Netto-Listenpreis für das Basismodell bis maximal 60.000 Euro handelt.

Da es sich um ein staatliches Förderprogramm handelt, ist es nachvollziehbar, dass der Steuerzahler zumindest einen Anteil für die Kaufprämie für Elektroautos trägt. Allerdings lasten die für Programm bereitgestellten eine Milliarde Euro nicht nur auf den Schultern der Steuerzahler, auch die Autoindustrie trägt ihren Teil dazu bei.

“Wir verlängern die Kaufprämie für Elektroautos bis Ende 2020, denn wir brauchen Kontinuität bei der Förderung. Die Kaufprämie hat sich in der Praxis bewährt. Die Zahl der Anträge steigt stetig an – zwar langsamer als wir das erhofft hatten, aber umso wichtiger ist es, Kontinuität bei der Förderung zu gewährleisten.” – Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie

Die Förderung erfolgt bis zum oben genannten Fristende oder bis zur Ausschöpfung der vorgesehenen Bundesmittel in Höhe von 600 Mio Euro. Dass sich die Förderung erschöpft, ist aber recht unwahrscheinlich.

Verkehrsminister Scheuer wirft erneut Erhöhung des Umweltbonus in den Raum

Ab 2021 ist die Rede davon, dass der Anteil des Bundes an der Prämie anschließend von bisher 2.000 auf dann 4.000 Euro verdoppelt wird – allerdings nur für E-Autos bis zu einem Listenpreis von 30.000 Euro. Für E-Autos bis zu einem Listenpreis von 60.000 Euro soll der Bundesanteil auf 2.500 Euro steigen. Inwiefern sich die Automobilindustrie an dieser Erhöhung der Prämie beteiligt ist bisher noch unklar.

Erst kürzlich hatte Scheuer verkündet, dass bis 2030 zehn Millionen Elektro-PKW benötigt werdne, um die gesteckten Klimaschutzziele zu erreichen. Des Weiteren brauche man allerdings auch noch 500.000 Elektro-Nutzfahrzeuge und 300.000 Ladepunkte, wie er auf eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur zu verstehen gab.

Quelle: bmwi – Pressemitteilung vom 31. Mai 2019

4 Kommentare

  1. An die Redaktion, man sollte hier nicht zwei Sachen durcheinander werfen. Die Verlängerung des aktuellen Umweltbonus war seit Monaten im Gespräch, im BMWi, das Ministerium was auch das Geld auszahlt, über die BAFA. Ich hatte mehrfach kommentiert, dass die Hirngespinste, die nicht ausgegoren Fantasien von Herrn Scheuer nichts, aber auch Garnichts damit zu tun haben. Der aktuelle Umweltbonus kommt aus dem Etat des BMWi. Diesen zu verlängern war exakt richtig. Im laufen Jahr, einige Wochen vor Auslauf einer Förderung, dauernd Meldungen über ungelegte Eier von Herrn Scheuer oder sonstige Zwischenrufe aus den andern Ministerien, damit zu verbinden mag für eine Schlagzeile gut sein. Das ist für mich aber eher Bildzeitungsniveau . @ Mini Fan: Und an die gerichtet die hier eine kommendes Förderprogramm für den VW I.D.3 sehen, ab 2021 soll ja viel neues kommen, sollten die Sprüche von Herrn Scheuer, er forderte am Mittwoch ein Milliarden Programm für Wasserstoff und zusätzlich synthetische Kraftstoffe aus Pflanzen zu fördern, mal in Einklang mit der Strategie Herrn Diess passt bringen. Es ist genau richtig jetzt ohne Änderung zu verlängern, und nach der Sommerpause mit den Erörterungen einer Zukunftsstrategie zu beginnen. Allerdings ist mir momentan schleierhaft von wem dieser Dilettanten eine Strategie erarbeitet werden kann.

  2. #eMobilitätsberater Berlin,
    die von ihnen geschilderten Ausführungen mögen in der Sache richtig sein, auch ist es ihr gutes Recht die Tatsachen richtig zu stellen, manchmal wünscht man sich als E – Mobilist aber das ihr das Thema Elektromobilität in Berlin Mal langsam ernst nehmt und überall Kontinuität produziert. Dann hätten wir zum Beispiel mittlerweile eine ordentlich strukturierte Ladestruktur und klare Konzepte diese auszubauen und unser Steuergeld wäre damit nicht in diversen kommunalen Kanälen versumpft.

    Nichts für ungut.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.