Bosch übernimmt Elektromotoren-Hersteller EM-motive vollständig

Detailaufnahme Bosch E-Motor

Copyright Abbildung(en): Bosch AG

2011 als paritätisches Gemeinschaftsunternehmen von Bosch und Daimler gegründet hat sich EM-motive zu einem der erfolgreichsten Elektromotoren-Hersteller Europas entwickelt. Bis heute wurden von EM-motive rund 450.000 Elektromotoren produziert.

Bosch hat nun, Anfang Januar 2019, das Unternehmen vollständig übernommen. Wie Dr. Stefan Hartung, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH und Vorsitzender des Unternehmensbereiches Mobility Solutions, zu verstehen gibt, ist der “vollständige Erwerb von EM-motive der nächste konsequente Schritt auf dem Weg zur Marktführerschaft bei der Elektromobilität”. Da die Übernahme Bosch nun die Chance bietet, noch breiter am Markt aufzutreten.

Bosch zieht Option zur Gesamtübernahme des Joint Venture von Daimler

Bereits bei der Gründung des Unternehmens habe man sich eine entsprechende Option auf den Erwerb der Anteile gesichert. Die vollständige Übernahme war damit bereits im Joint Venture Vertrag als Möglichkeit angelegt. Für die derzeit insgesamt etwa 340 Mitarbeiter von EM-motive in Stuttgart und Hildesheim hat die Änderung der Gesellschafterverhältnisse ihres Unternehmens keine unmittelbaren Auswirkungen.

“Die Elektromotoren des Unternehmens finden sich beispielsweise bereits in Fahrzeugen von Daimler, Porsche, Fiat, Volvo sowie Peugeot und StreetScooter. Bosch möchte mit der Neuausrichtung nun insbesondere weitere Kunden im stark wachsenden globalen Markt gewinnen.” – Dr. Mathias Pillin, Mitglied des Bereichsvorstands Powertrain Solutions mit Zuständigkeit für das Marktsegment Elektrofahrzeuge

Eine Zustimmung der Kartellbehörde steht noch aus. Sollte diese erfolgen, wird der bestehende Betrieb, die EM-motive GmbH, an die Robert Bosch GmbH übergehen. Über den Kaufpreis und die weiteren Modalitäten des Erwerbs vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. Gegründet hat man das Unternehmen gemeinsam mit Daimler, um den Einstieg in die Elektromotoren-Fertigung für beide Partner wirtschaftlich zu gestalten.

Bei anfänglich kleinen Stückzahlen teilten die Konzerne die hohen Investitionen für Entwicklung und Fertigung von Elektromotoren auf. Das ermöglichte Bosch und Daimler einen frühen Einstieg in die Elektromotoren-Fertigung. Bei Bosch sei man trotz der dortigen „ökonomischen und politischen Unsicherheiten“ von einer wachsenden Nachfrage für Low-und Zero-Emission-Fahrzeuge überzeugt. Jedoch setzt Bosch auch dort nicht nur auf einen Antrieb.

Bosch sieht E-Mobilität ganzheitlich

Im September 2018 wurde bekannt, dass man mit BYTON gemeinsam die Bereiche Antriebsstrang-, Bremssystem- und Fahrerassistenzsysteme vorantreiben möchte. Ebenfalls haben wir Mitte August darüber berichtet, dass Bosch den eCityTruck-Antrieb in zwei Varianten für Nutzfahrzeuge auf den Markt bringtBosch möchte hiermit eine schnell integrierbare Lösung schaffen, die zu den unterschiedlichen Anforderungen der Automobilhersteller passt.

Die Antriebslösungen lassen sich für leichte Nutzfahrzeuge zwischen zwei und 7,5 Tonnen skalieren und decken somit einen großen Teil des Nutzfahrzeugmarktes ab. Im August 2018 setzt Bosch noch eine Schippe drauf und setzt Lkw-Sattelanhänger unter Strom und macht dadurch Elektromobilität auch für heutige Sattelzüge möglich.

Quelle: Bosch AG – Pressemitteilung vom 24. Januar 2019

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