BMW hält eigene Zellproduktion „nicht für sinnvoll“

BMW hält eigene Zellproduktion nicht für notwendig

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Der Autohersteller BMW zeigt sich wenig begeistert davon, dass die Bundesregierung den Aufbau einer hiesigen Batteriezellenproduktion vorantreibt: „Ich halte es nicht für sinnvoll, dass jeder Autobauer seine eigenen Zellen herstellt“, sagte BMW-Finanzvorstand Nicolas Peter Ende Juni am Rande einer Veranstaltung in München.

Das Unternehmen sei zwar gerne bereit, sich einem Konsortium anzuschließen oder mit bestehenden Produzenten zusammenzuarbeiten, sieht jedoch keine Notwendigkeit für darüber hinausgehendes Engagement, sagte er. BMW unterstützt bereits das chinesische Unternehmen CATL, das in Erfurt ein riesiges Batteriewerk mit einem anvisierten Produktionsvolumen im niedrigen dreistelligen Gigawattbereich bauen will, um unter anderem BMW zu beliefern.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich zuvor in Berlin gut drei Stunden lang mit den Vorstandsvorsitzenden von BMW, Volkswagen und Daimler über die Bemühungen zur Förderung von Elektroautos ausgetauscht. Die Diskussion endete allerdings ohne konkrete Ergebnisse. Die Gespräche sollen fortgesetzt werden, unter anderem um Pläne für einen optimierten Ausbau der Infrastruktur für Elektroautos vorzubereiten. Eine Entscheidung soll im Herbst bei einem weiteren Treffen mit Autoherstellern und der Regierung fallen.

Im Anschluss an das Treffen kritisierte Verkehrsminister Andreas Scheuer die größte Industrie des Landes, weil sie nicht genug attraktive Elektroautos gebaut habe. „Ich habe ein kleines Problem damit, dass die interessanten Produkte erst in den nächsten Jahren erscheinen werden“, sagte Scheuer. „Wo können Verbraucher jetzt in Autohäusern verschiedene Produkte anschauen und Elektromobilität hautnah erleben?

Merkels Regierung wird derzeit vor allem von jungen Wählern unter Druck gesetzt: Sie sagen, dass die Verantwortlichen in Berlin nicht genug dafür tun, um die Klimaziele zu erreichen. Als Fernziel gilt, die Modernisierung der Automobilindustrie voranzutreiben und bis 2030 ein Ladesystem für sieben bis zehn Millionen Elektroautos aufzubauen. In Deutschland gibt es derzeit rund 17.000 öffentliche Ladepunkte.

Quelle: Bloomberg – BMW Drags Feet on Merkel’s Call for German Battery Champions

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4 Antworten

  1. Reine Katastrophe, A . Merkel hättte sich besser dagegen eingesetzt dass die Chinesen mit Catl gar nicht nach Deutschland kommen. Sind wir den so Blöd, dass man alleine hier nicht mal mehr solche Akkus bauen kann?
    Die jungen Umweltaktivisten schreien nicht nur nach E Autos. Hier muss auf die Firmen den Staat und Konzernen Druck gemacht werden nicht nur auf die Autofahrer…………..

  2. BMW / Nicolas Peter hat leider Recht.
    Für eine eigene Zellproduktion ist es längst zu spät.
    Der Vorsprung den Tesla und die Chinesen haben ist praktisch nicht mehr aufzuholen, zumindest nicht wirtschaftlich.
    Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.
    Oder: Geh mit der Zeit, sonst gehst du mit der Zeit.
    Aber unsere Petrolheads sind stur, unbeweglich und uneinsichtig, bis es eben zu spät ist.
    Eine kleine Firma aus Kalifornien (Tesla) baut die besten Elektroautos und hat ein weltweites Ladenetz aufgebaut. Aber unsere große, stolze Auto-Industrienation ist nicht einmal in der Lage ein eAuto zu bauen, das annähernd gute Eigenschaften und technische Daten hat wie die Autos der kleinen Firma aus Kalifornien. Gute Nacht Deutschland.

  3. Und einen Monat später heißt es jetzt “BMW behält Zellenentwicklung in eigener Hand” …
    Ja, es gibt einen Unterschied zw. Zellentwicklung u. Zellproduktion,
    aber idealerweise gehört beides nun einmal zusammen.

  4. Die Jugend schreit nach E-Autos usw. zum Schutz der Umwelt, richtig !
    Es gibt knapp 44 Millionen Autos in Deutschland – alle “austauschen”…, ist ja ganz einfach, aber wegen der “unfähigen” deutschen Ingenieure bisher gescheitert. Oder könnte das was mit Marktwirtschaft zu tun haben ?
    Das “beste” E-Auto, der Tesla, taugt nicht als
    Auto für Jedermann, zu teuer. Herr Musk schrieb zudem seit Jahren rote Zahlen.
    Alles kommt zu seiner Zeit, wenn der Markt dazu “reif” ist, die politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen passen. Jetzt ist es soweit.
    VW startet Ende des Jahres die Großserienproduktion in Eisenach. Opel Anfang nächsten Jahres. Der Rest wird/muss folgen, oder er könnte untergehen.

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