BMW-Betriebsratschef schlägt Batteriezell-Allianz deutscher Unternehmen vor

BMW Betriebsrat schlägt deutsche Batterie-Allianz vor

Copyright Abbildung(en): NothingIsEverything / Shutterstock.com

Manfred Schoch, Betriebsratschef und stellvertretender Aufsichtsratschef von BMW, fürchtet die massenhafte Abwanderung von Arbeitsplätzen in der Elektromobilität aus Deutschland. Sollten es die deutschen Hersteller versäumen, die Produktion von Batteriezellen selbst in die Hand zu nehmen, werde Deutschland in dieser wichtigen Technologie abgehängt.

Aber das sehen die Herren im Vorstand noch nicht“, stellte Schoch im Interview mit dem Nachrichtenmagazin Focus fest. „Sie kaufen die Zellen lieber ein und glauben, dass sie langfristig günstige Verträge mit den Chinesen schließen können“, so der Gewerkschafter. Dabei würden heute schon die Batteriepreise steigen. „Da machen die Herren Zetsche, Diess und Krüger keine gute Figur.“

Bisher kaufen die deutschen Pkw-Hersteller Zellen bei asiatischen Herstellern ein und bauen sie anschließend zu kompletten Akkus zusammen. An die Produktion der Zellen selbst wagen sie sich nicht, weil die Kosten hierfür in die Milliarden gehen würden. Außerdem ist noch nicht klar, welche Zelltechnologie sich langfristig durchsetzen wird.

Schoch plädiert trotzdem dafür, dass die Hersteller schon jetzt eine aktivere Rolle übernehmen. Er schlägt eine konzertierte Aktion mehrerer deutscher Konzerne vor. „BMW könnte sich mit Daimler, VW, Siemens, Conti und Bosch auf eine standardisierte Zelle einigen“, schlägt er vor. „Wenn wir dieses Thema genauso intensiv diskutieren würden wie die Diesel-Nachrüstung, kämen wir auf den richtigen Weg.“

BMW geriet in den vergangenen Jahren in die Kritik, weil sich der Hersteller bei der Markteinführung neuer elektrisch angetriebener Modelle zurückhielt. Schochs Worten zufolge steht dahinter die Sorge um deutsche Arbeitsplätze. BMW lasse sich mit der Markteinführung des i4 und des iNext bis 2021 Zeit, um die Fertigung in Deutschland so umzubauen, dass in den Fabriken gleichzeitig Verbrenner und Elektroautos hergestellt werden könnten.

Der Betriebsrat will, dass die Elektromobilität für BMW in Deutschland stattfindet und nicht nur in China oder in Mexiko. Wenn wir für den i4 eine Fabrik auf die grüne Wiese gestellt hätten, beispielsweise in Mexiko, könnten wir die Produktion schon 2019 oder 2020 anfahren. Ich habe aber bewusst dafür gekämpft, dass er nicht nach Mexiko kommt. Dafür nehmen wir eine Verzögerung in Kauf.

Quelle: Focus – Presseaussendung vom 25.01.2019

Über den Autor

Michael ist freier Autor und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „BMW-Betriebsratschef schlägt Batteriezell-Allianz deutscher Unternehmen vor“ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Diese News könnten dich auch interessieren:

Peugeot: „Bis 2025 werden wir unsere Modellpalette zu 100 Prozent elektrifiziert anbieten“
SsangYong X200 – eine weitere futuristische Elektro-SUV-Studie
Škoda: „E-Autos genauso sicher wie Verbrenner“
0
Would love your thoughts, please comment.x
()
x

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).