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Haben die Automobilhersteller bereits einen Weg gefunden, den neuen WLTP-Emissionstest zu betrügen?

Photo by Chris Liverani on Unsplash
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Nach Unterlagen der Interessengruppe Transport & Umwelt haben Wissenschaftler der Europäischen Kommission Beweise dafür gefunden, dass Automobilhersteller bei den Ergebnissen des weltweiten harmonisierten Leichtfahrzeug-Testverfahrens (WLTP) betrogen haben könnten. Geschehen konnte dies, indem sie entweder höhere Ergebnisse angeben haben, als sie registriert hatten oder indem sie die Testfahrzeuge neu konfigurierten.

Die europäische Regulierungsbehörde erhoffte sich von dem Wechsel von dem eher ungenauen NEFZ-Testzyklus zum WLTP-Test, zukünftig eine genauere Schätzung der Emissionen während des realen Fahrens zu erreichen. Die WLTP ist die Grundlage für die Berechnung der Emissionsziele 2025 und 2030 für die europäische Automobilindustrie, sodass die Automobilhersteller, wenn sie die Ergebnisse manipulieren können, mit weniger ehrgeizigen Emissionszielen davonkommen könnten.

Laut der Interessengruppe Transport & Umwelt zeigen die Dokumente der Kommission, dass die Automobilhersteller bei Tests die Start-Stopp-Funktion ausschalten. Sie passen auch die Schaltmuster an und verwenden verbrauchte Batterien, um mehr Kraftstoff zu verbrennen und mehr CO2 auszustoßen. Darüber hinaus geben die Automobilhersteller höhere Werte an, als sie tatsächlich messen, was wiederum zu einer Aufblähung der offiziellen Emissionswerte führt. Das hat die Kommission festgestellt: Infolgedessen würden auch die Ziele für 2025 und 2030 aufgrund des überhöhten Ausgangspunkts 2021 geschwächt.

„Jetzt ist es klar, dass sie diese neuen Tests nutzen, um die ohnehin schon schwachen CO2-Standards zu untergraben. Sie wollen diese mit minimalem Aufwand erfüllen, damit sie weiterhin Diesel verkaufen und die Umstellung auf Elektroautos verzögern können.“ – William Todts, Geschäftsführer der Interessengruppe Transport & Umwelt

Höhere Emissionen werden zu höheren Steuern führen, sodass die Automobilhersteller einen Anreiz haben, zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass kein Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil durch Betrug bei den Tests erlangt. Europäische und US-Behörden untersuchen bereits die Kollision von Automobilherstellern bei einer Vielzahl von Technologien. Aus Sicht von Todts kann der Betrug nur funktionieren, wenn die Autohersteller zusammenarbeiten. Daher muss aus seiner Sicht die Kommission die laufenden Kartelluntersuchungen ausweiten, um zu untersuchen, ob es hier zu Absprachen gekommen ist.

Quelle: ChargedEVs – Have automakers already found a way to cheat the new WLTP emissions test?

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