Volkswagen kündigt an Fertigung von Batteriezellen der nächsten Generation anzugehen

Volkswagen AG

Im Rahmen des Rückblicks auf das erste Halbjahr 2018 kündigte der VW Konzern an, dass man das Riesenprojekt einer Fertigung von Batteriezellen der nächsten Generation anzugehen. Konzernchef Herbert Diess begründet dies damit, dass man sich nicht mehr langfristig von wenigen asiatischen Herstellern abhängig machen dürfen.

Aus diesem Grund werde Volkswagen in seinem Gemeinschaftsunternehmen mit dem kalifornischen Start-up Quantum Scape in den kommenden zwei bis drei Jahren erkunden, ob Feststoffzellen – ein technologischer Sprung zu den bisher verwendeten Lithium-Ionen-Batterien – industriell produziert werden könnten. Sollte dies der Fall sein, wird man eine entsprechende Pilotfertigung 2022/23 starten, gefolgt von der Fertigung in Serie ab 2024/25.

Für Volkswagen und seine Marken ist die Batteriezelle ein ebenso entscheidendes Element, wie für andere Automobilhersteller. Diese gelten als Kernstück des E-Autos und bestimmen wie weit ein solches fahren kann. Aktuell kaufen die deutschen Autobauer ihre herkömmlichen Lithium-Ionen-Zellen bei Herstellern aus Japan, Korea und China ein. Politiker und Gewerkschafter fordern verstärkt, dass das Zukunftsgeschäft mit den Batterien der nächsten Generation nicht allein den Asiaten überlassen bleibt. Die Automobiler sollen die Produktion der Zellen selbst angehen. Zumindest Diess scheint nun offen für diesen Vorschlag zu sein und stellt eine Fabrik für Feststoff-Batterien in Europa in Aussicht, unter Umständen sogar in Deutschland.

Sein Vorschlag für eine europäische Produktion von Batteriezellen der aktuellen Lithium-Ionen-Technik wurde nicht aufgenommen. Nun habe man sich bei VW allerdings entschieden, sich beim nächsten Schritt selbst zu engagieren, um die E-Mobilität voranzutreiben. Die Wolfsburger hatten dazu unlängst ihre Beteiligung an dem Start-up Quantum Scape erhöht und investieren dort 100 Millionen Dollar. Diess dämpfte allerdings auch die Erwartungshaltung und verweist darauf, dass „nicht alle Start-ups es in die Serienproduktion“ schaffen. Man werde jedoch „alles tun, damit sie es schaffen“, so der VW Konzernchef weiter.

Seiner nachfolgenden Äußerung nach hat an aber eine gemeinsame Zellfertigung für Lithium-Ionen-Batterien in Europa wohl noch nicht ganz ausgeschlossen.

„Ich würde es nicht ausschließen, dass wir das ein oder andere europäische Konsortium anschieben können, weil wir eine europäische Fabrik brauchen.“ – Herbert Diess, Konzernchef VW

Andere Hersteller wie Volvo haben sich deutlich zur E-Mobilität bekannt; sehen aber, dass eine eigene Batteriezellenfertigung derzeit keine Option ist. Auch Mercedes Buses befindet sich gemeinsam mit AKASOL in der Entwicklung der zweiten Generation der Li-Ionen-Batteriesysteme für die eigenen E-Busse. Eine eigenständige Fertigung sei aber auch hier nicht geplant. Dafür machen sowohl CATL mit einer Batteriezellenfabrik in Thüringen, als auch Energy Absolute mit dem Bau einer Li-Ion-Batteriefabrik in Asien von sich reden.

Quelle: Reuters – Volkswagen geht bei Batteriezell-Produktion voran

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