Studie: Lithiumproduktion kann Elektroauto-Boom standhalten

Lithium-Produktion ist E-Auto-Boom gewachsen
shutterstock / Lizenzfreie Stockvektornummer: 1255546066
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Die Versorgung mit Lithium – dem Schlüsselrohstoff für Elektroauto-Batterien – wird bis 2025 der steigenden Nachfrage aus dem Bereich der Elektromobilität standhalten können. Das ist das Ergebnis der neuen „Rohstoffrisikobewertung – Lithium“ der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR).

Lithium ist ein unverzichtbarer Rohstoff für die Energiespeicherung. Aufgrund seiner spezifischen Eigenschaften ist das Leichtmetall unersetzlich für moderne wieder aufladbare Batterien, die vor allem in Notebooks, Smartphones und mit stark zunehmender Bedeutung auch für die Elektromobilität benötigt werden. Ausgehend von einem Gesamtbedarf von heute rund 33.000 Tonnen Lithium könnte sich die globale Nachfrage auf Grundlage der Szenarien der DERA bis 2025 mindestens verdoppeln. Sollte sich die Elektromobilität noch dynamischer entwickeln, rechnet die DERA sogar mit einer Verdreifachung des Lithiumbedarfs.

Aktuell hat die Erwartung des Marktes an die zukünftige Lithiumnachfrage bereits zu einem starken Preisanstieg geführt. Seit November 2016 haben sich die Preise für Lithiumkarbonat mehr als verdoppelt. Zuletzt notierte der Preis bei knapp unter 15.000 US-Dollar je Tonne. Vor zwei Jahren lag er noch bei etwa 6500 US-Dollar je Tonne.

Gerade die aktuelle Preisrallye sowie auch die Erwartung der Branche auf eine langfristig hohe Lithiumnachfrage haben zuletzt zu einem regelrechten Investitions- und Explorationsboom geführt. Im Augenblick befindet sich die Lithiumproduktion weltweit auf Rekordkurs. Bis 2025 wird mit einer Ausweitung des Angebotes auf 110.000 Tonnen gerechnet. Insbesondere in Australien, dem gegenwärtig größten Lithiumproduzenten, werden die bestehenden Kapazitäten derzeit massiv ausgebaut. Zudem werden dort neue Lagerstätten erschlossen. Damit bleibt Australien auch in dem stark wachsenden Markt mit einem Anteil von rund 40 Prozent der größte Produzent.

Auch in Südamerika, der zweiten großen Lithiumregion der Welt, sind im Dreieck zwischen Chile, Argentinien und Bolivien große Investitionen in neue Produktionsstätten vorgesehen. Insbesondere werden in Argentinien große Projekte geplant. Damit wird das Land Marktanteile gewinnen, während Chile als Land mit den größten Lithiumreserven trotz steigender Produktion Anteile einbüßen wird. Neben den traditionellen Lithiumproduzenten bauen insbesondere auch Kanada und Mexiko Produktionskapazitäten auf.

Lithium-Überschüsse sind wahrscheinlich

In ihrer Studie bewertet die DERA in sechs Szenarien die zukünftige Marktversorgung für Lithium. Dabei zeigt sich, dass die angekündigte Ausweitung des Angebots bis 2025 zu einem Überschuss auf den Märkten führen wird und somit keine physischen Versorgungsengpässe auftreten. Es werde langfristig genug Lithium für den Ausbau der Elektromobilität geben, so die DERA.

Lediglich in einem Szenario, das von einen besonders dynamischen Hochlauf der Elektromobilität und geringerem Kapazitätsausbau der Lithiumproduktion ausgeht, könnte der Markt vorübergehend ins Defizit rutschen. Grundsätzlich geht die DERA aber davon aus, dass die Versorgung des Lithium-Marktes gesichert ist und der zunehmende Konkurrenzdruck der Produzenten in den kommenden Jahren auch wieder zu fallenden Lithiumpreisen führen kann.

Auf Grundlage der vorliegenden Ergebnisse sollten deutsche Unternehmen, die Lithium selbst verarbeiten oder in ihren Produkten einsetzen, den Markt intensiv beobachten und sich rechtzeitig absichern, empfiehlt die DERA. Für einen wettbewerbsfähigen Bezug und zur Absicherung von Preis- und Lieferrisiken sollten langfristige Lieferverträge abgeschlossen und ggf. durch Abnahmegarantien und Beteiligungen im Bergbau flankiert werden.

Quellen: DERA – Pressemitteilung vom 11.01.2018

Ein Kommentar

  1. Der Autor dieses Artikels, spricht leider nicht darüber, dass der Abbau erhebliche UMWELTSÜNDEN mit sich bringt. Da viele Chemikalien verwendet werden um das Silizium zu gewinnen, gibt es bereits in Argentinien Probleme, dass Staub, der durch Wind verteilt wird, die dortigen Haustiere der Einwohner erblinden läßt. Wieder mal so ein Schwachsinn, ein endliches Produkt für die Fortbewegung zu benutzen. Aber selbst wenn diese Probleme nicht wären, würde die gesamte Stromproduktion niemals ausreichen die angepeilten Stückzahlen zu laden. Also Großstädter, wieder die Beine benutzen und die öffentlichen Nutzen.

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