Studie: E-Autos bringen als mobile Batteriespeicher sowohl Vor- wie auch Nachteile mit sich

E-Auto-Batterien als Batteriespeicher bringen sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich
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Im Zusammenhang mit der E-Mobilität kommt immer wieder die Verwendung von E-Autos zum Ausgleich von Stromspitzen zur Sprache. In einem unserer früheren Artikel sind wir darauf eingegangen, dass Elektroautos als mobile Energiespeicher Milliarden in der Infrastruktur sparen.

Denn der automobile Wandel hin zu Elektroautos wird zwar die Nachfrage nach Strom erhöhen. Doch Elektroautos bieten auch einige Vorteile, die diesen Nachteil wieder wettmachen. Eine neue Studie aus dem Lawrence Berkeley National Laboratory in Kalifornien zeigt, wie sich durch eine intelligente Steuerung der Stromlast Investitionen in Milliardenhöhe einsparen lassen.

Dennoch zeigt sich auch, dass obwohl stationäre und/oder mobile Pufferspeicher über Lastausgleich zur Netzstabilisierung beitragen, die Zwischenspeicherung von Solarstrom derzeit kaum wirtschaftlich ist. So lautet zumindest das Ergebnis einer Studie der Enerti AG, welche im Auftrag von zehn Tessiner Energieversorgungsunternehmen tätig ist.

So beträgt „die Einspeisevergütung für selbst produzierten Solarstrom ins Netz heute nur etwa die Hälfte im Vergleich zum Bezugspreis für Netzstrom“, erklärt Franco Bullo, zuständiger Projektleiter, in dem neu vom BFE publizierten Bericht „Elektroautos mit klugen Speichern“.  Für den Kunden ist der Energieaustausch mit dem Netz nicht lukrativ.

Des Weiteren hat man auch untersucht, ob ein stationärer oder ein mobiler Batteriespeicher, in einem Elektroauto verbaut, für die Zwischenspeicherung von Solarstrom besser geeignet ist. Die PSA-Group hat mit „GridMotion“ ein ähnliches Projekt ins Leben gerufen. Mithilfe des Projekts sollen mögliche Einsparpotentiale ermittelt werden, welche die Fahrer von Elektrofahrzeugen durch den Einsatz intelligenter Lade- und Entladestrategien realisieren können.

Auch Nissan testet entsprechende Vehicle-to-Grid (V2G) Anlagen in der Praxis. Dahinter verbirgt sich nicht nur eine einfache Ladestation für Elektroautos, sondern diese können genutzt werden, um Elektroautos als „mobile“ Stromversorger im Rahmen eines intelligentes Energiemanagement zu Nutzen.

Die Studie der Enerti AG kommt in puncto Wirtschaftlichkeit zu folgendem Ergebnis:

„Verglichen mit den Stromkosten ohne Einsatz einer Speicherbatterie stiegen die Stromkosten mit einer stationären Batterie um 97 bis 138 Franken pro Jahr. Bei den mobilen Speichern wurde den Angaben zufolge hingegen eine Kostenreduktion von bis zu 62 Franken pro Jahr erreicht.“

Positiver sieht es in puncto Eigennutzungsgrad aus. Also bei dem Anteil des selbst genutzten Solarstroms für das Elektrofahrzeug. Der Studie zufolge lag dieser bei den stationären Speichern zwischen 46 und 84 Prozent. An den Standorten mit mobilem Batteriespeicher kam der Eigennutzungsgrad „merklich tiefer“ zwischen 31 und und 45 Prozent zu liegen.

Das Fazit des Berichts geht davon aus, dass „stationäre und mobile Batteriespeicher sowohl Vor- wie auch Nachteile besitzen, welche in jedem spezifischen Anwendungsfall abgewogen werden müssen“.

Enerti führt diese Ergebnisse auf Versuche zurück, welche zwischen 2015 bis 2017 an verschiedenen Tessiner Standorten durchgeführt wurden. Alle stationären Speicher hatten dabei eine Kapazität von 10 kWh, die jeweiligen Solaranlagen eine Produktionsleistung von 5 bis 20 kWp. Als mobiler Speicher kam ein Nissan Leaf zum Einsatz.

Seine Batterie hat eine Speicherkapazität von 24 kWh. Man hat darauf geachtet, dass nur die Hälfte der Batteriekapazität für Speicherzwecke vorgehalten, damit das Elektroauto jederzeit fahrbereit sein konnte.

Quelle: energate-messenger.ch – Studie: Pufferung von Solarstrom kaum wirtschaftlich

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