Stella Vie: Bekommt Sion von Sono Motors Konkurrenz?

Copyright Abbildung(en): TU/e, Bart van Overbeeke

Nachdem der Sion von Sono Motors als E-Fahrzeug mit Solarunterstützung auf den Markt drängt, scheint nun auch die potenzielle Konkurrenz sich ihren Weg zu bahnen. Stella Vie (Lightyear) kommt mit 130 km/h Top-Speed und 1.000 Kilometer Reichweite daher. Liest sich zunächst einmal äußerst positiv. Alltagstauglich ist das E-Fahrzeug dennoch nicht. Daher direkt zum Einstieg die Antwort auf die Frage: Bekommt Sion von Sono Motors Konkurrenz? – Nein, zumindest aktuell noch nicht.

Dennoch sollte man das Fahrzeug nicht aus dem Blick lassen. Denn Stella Vie ist kein herkömmliches E-Auto. Mit der 13 Kilowattstunden großen Batterie im Unterboden kommt das tropfenförmige Fahrzeuges rund 640 Kilometer weit. Durch Silizium-Solarzellen auf dem Dach des fünf Meter langen Fahrzeuges wird der Akku – bei entsprechendem Wetter – von Sonnenkraft gespeist. Auf gut fünf Quadratmeter Fläche sind die Solarzellen untergebracht, welche dem Fahrzeug bis zu 400 Kilometer mehr Reichweite ermöglichen.

Ob der Fahrer allerdings so lange durchhält, ist dann schon eher fraglich. Klimaanlage gibt es nicht, Fenster ebenfalls und auch hinsichtlich der Sitzposition muss man sich beim 1,22 Meter hohen Fahrzeug auf Kompromisse einstellen. Knallt dann noch die Sonne richtig stark aufs Auto, wird es richtig kuschelig im Stella Vie. Und nein, das ist keine rein theoretische Situation. Bei solchen Außentemperaturen hat das bis zu 130 km/h schnelle Solarauto das „Bridgestone World Solar Challenge“ in Australien gewonnen.

Neben fehlender Klimaanlage und Fenster ist auch eher die weitere Ausstattung des Fahrzeugs mit Straßenzulassung spartanisch. Nacktes Carbon, Balsaholz und Klebestreifen dominieren das Interieur. Dämpfung und Dämmung gegen Geräusche gibt es nicht, Holzsitze tragen dazu bei, dass man nicht zu lange im Solarauto sitzen bleiben möchte. Und blickt man nach draußen, sieht man meist nur Felgen und Türbleche der Nachbar-Autos. Gewicht einsparen galt beim Stella Vie als Grundvoraussetzung.

370 Kilogramm bringt das Solarfahrzeug auf die Waage. Zum Vergleich der Jaguar I-PACE wartet mit 2,2 Tonnen Gewicht auf. Dennoch muss man bei einem solchen Vergleich auch darauf achten, dass der I-PACE mit wesentlich mehr Leistung, Geschwindigkeit, Komfort und Assistenz-Technologie, was sich ebenfalls spürbar im Gewicht niederschlägt.

Unter der Firma Lightyear soll Stella Vie bald verkauft werden. Nicht in seiner derzeitigen Form, aber abgewandelt als Lightyear One. Dieses Solarauto soll dann auf dem Grundprinzip dieses Autos aufbauen. Man geht davon aus, dass der Lighyear One allein über die Solarmodule in ein paar Stunden vollgeladen wird. Und im Tag-Fahrbetrieb Strom allein aus den Solarmodulen saugt.

Das Auto soll auf lange Sicht noch effizienter werden, den Lightyear besser mit der Umwelt vernetzen. In Australien haben sie das bereits versucht, indem der Testwagen mit einem vorausfahrenden Auto per W-Lan verbunden war. Außerdem kommunizierten die Systeme über Mobilfunk mit verschiedenen Servern.

Beim ersten Serien-Solarwagen wollen die Holländer die sogenannte Car-to-X-Technik mithilfe von Siemens- und NXP-Technologie noch verfeinern. Auf ein wenig Reichweite werden sie aber sicher zugunsten besserer Klimatisierung verzichten. Man darf gespannt sein wohin die Reise geht und ob Sion von Sono Motors eben doch noch Konkurrenz bekommt.

Quelle: Motor-Talk – Solar-Elektroauto Stella Vie (Lightyear) soll in Serie gehen

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Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Sono|Konkurrenz => soll wohl der Reichweitenverstärkung des Artikels dienen.

Das sind schließlich zwei vollkommen unterschiedliche Konzepte, was aber eigentlich für das hier vorgestellte Solarauto spricht, da es entsprechend wenig wiegt und verbraucht, so dass die Sonneneinstrahlung tatsächlich merklich die Reichweite verlängert bzw. man sogar komplett ohne Steckdose auskommen kann.

Beim Sion hätte man sich die Solarmodule dagegen genausogut sparen können, sie sind nicht von Praxisrelevanz und tragen an/nach einem sonnigen Tag in Deutschland vielleicht mit 1 – 15 km zur möglichen Reichweite bei. Es würde mich nicht wundern, wenn der Sion am Ende ohne oder nur mit optional bestellbaren Solarmodulen kommt. Wenn er denn überhaupt und zum anvisierten Preis kommt (einige Preisangaben, wie z.B. 4.000 Euro
VK für einen 40 kWh Akku sind absolut unrealistisch). Die Solarzellen treiben hier nur noch weiter den Preis nach oben, bringen einem so schweren, unaerodynamischen Auto mit hohem Verbrauch IMHO aber nur sehr wenig.

da braucht man die markteinführung nicht abzuwarten. jeder Techniker kann ausrechnen dass dies zu wenig bringt und in nicht positivem aufwand zum ertrag steht. sono müsste abspecken.alles raus was man nicht dringend braucht. aber praxislösungen die anderen fehlen, wie die anhängevorrichtun ist zwingend.und batterie mit 300 km Reichweite günstig.kann dies ihr neuer Akku verantwortliche überhaupt? Fazit weniger ist mehr.

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