Dieses Start-up kann das Leben von Elektroauto-Akkus verlängern

Start-Up kann Leben von E-Auto Batterien verlängern

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Das E-Mobility-Start-up Twaice aus München will Elektromobilität berechenbarer machen. Obwohl das Batteriesystem die teuerste und wichtigste Komponente in einem Elektroauto ist, kann der Zustand sowie die verbleibende Lebensdauer aktuell nur schwer und ungenau bestimmt werden. „Bislang wird an Batteriesystemen lediglich der Ist-Zustand gemessen“, erklärt Stephan Rohr, einer der Twaice-Gründer, dem Fachblatt Edison. Voraussagen über die Lebensdauer eines Akkus waren bislang kaum möglich.

Die Software von Twaice ermöglicht es nun aber durch einen digitalen Zwilling, den Gesamtzustand von Lithium-Ionen-Batterien in Elektrofahrzeugen in Echtzeit präzise zu analysieren und ihre Lebensdauer vorherzusagen. Darüber hinaus kann durch die Optimierung technischer Parameter auf Basis der eigens entwickelten Software sogar eine erhebliche Lebensdauerverlängerung der Batterien erreicht werden. „Wir berechnen bis auf die Zellebene hinunter den Alterungsprozess“, so Rohr weiter.

Das lohnt sich: Für Betreiber von elektrischen Fahrzeugflotten können so die Gesamtkosten des Betriebs um bis zu 25 Prozent gesenkt werden, so das Unternehmen. Interessant ist die Software aber auch für Hersteller von Elektroautos sowie Batteriezellen: Sie können Twaice nutzen, um etwa vorausschauende Wartungs- und Inspektionsdienstleistungen selbst anzubieten. Zusätzlich können jederzeit der Zustand sowie die Restlebensdauer zertifiziert und somit eine Zweitnutzung oder ein Weiterverkauf ermöglicht werden.

„Ein Automobilhersteller mit beispielsweise 100.000 Elektrofahrzeugen im Feld hat Batteriekosten von über eine Milliarde Euro. Dieses Asset gut zu verwalten, wird zunehmend essentiell und marktentscheidend. Twaice liefert Kunden wie Elektrofahrzeugherstellern oder Flottenbetreibern die Lösung dafür.“ – Dr. Stephan Rohr, Mitgründer und Geschäftsführer Twaice

Twaice denkt das KI-Konzept der virtuellen Expertensysteme, der „digitalen Zwillinge“, weiter und wendet es auch auf Batteriespeicher an. Durch die Nutzung von Sensordaten und physikalischen sowie datengetriebenen Batteriemodellen schließt Twaice nicht nur den Kreis zwischen Produktentwicklung und -anwendung, sondern eröffnet neue Möglichkeiten wie vorausschauende Wartung und Gewährleistungsverlängerung.

„Unsere digitalen Zwillinge ermöglichen die Digitalisierung von Expertenwissen und erreichen nie zuvor dagewesene Einblicke in die Performance und den Gesundheitszustand der Batterien im Feld. Dies ist essentiell, nicht nur für einen sicheren und langlebigen Betrieb von Elektrofahrzeugen, sondern auch für eine monetäre Bewertung beispielsweise bei einem Gebrauchtwagenkauf.“ – Michael Baumann, Mitgründer und Geschäftsführer von Twaice. Seine Forschung bildet die Grundlage der Technologie

Nach mehr als vier Jahren Forschung und Entwicklung an der Technischen Universität München wurde Twaice 2018 gegründet, um als unabhängiger Anbieter Batterieanalysesoftware und Algorithmen in Form digitaler Zwillinge für Batteriehersteller, Elektrofahrzeughersteller- und Flottenbetreiber zu vermarkten.

Das Team wurde von verschiedenen Programmen der UnternehmerTUM, zum Beispiel dem Inkubator XPRENEURS, im Gründungsprozess unterstützt und hat damit aus einer anfänglichen Idee ein erfolgreiches Start-up im industriellen Umfeld aufgebaut. Zuletzt haben der Gewinn des Hauptpreises im Gründerwettbewerb Digitale Innovation vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und die Wahl in die Top 30 Cleantech Startups von Climate-KIC die Relevanz dieser Lösung gezeigt.

Mit dem Lead-Investor UVC Partners investiert ein im Mobilitätsbereich bestens vernetzter und erfahrener VC. Der Münchner Venture Capital-Investor finanzierte in der Vergangenheit bereits in Mobilitätsunternehmen wie Flixbus, Carjump, Vimcar, Blickfeld und Fazua. Portfolio-Unternehmen wie Twaice profitieren von den guten Kontakten zu sowohl Automobilherstellern als auch zu Zulieferern.

Wir haben einen extrem guten Zulauf“, sagt auch Rohr gegenüber Edison. Sein Start-up wurde erst im Juni dieses Jahres gegründet. Und schon jetzt sind mehrere Autokonzerne daran interessiert, Lizenzen für die Software zu erhalten.

Quelle: Edison – Wie das Batterieleben verlängert werden kann // Twaice – Pressemeldung vom 18.09.2018

Über den Autor

Michael ist freier Autor und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Gut wenn sich solche Unternehmen um die Batterien kümmern. Ob die jedoch jederzeit bei jeder Batterie die Resthatlbarkeit und Leistung vorhersagen könne ist aber fraglich. Brauchts auch nicht. Wer weiss bei einem Verbrenner wie lange der noch läuft? Die Batterien halten in der Regel länger als das Auto. Ein Litium polimer AKKU mit 36 Volt und 12 AH wurde bei mir nach 10 Jahren Haltbarkeit in einem E Bike ( ca jede Woche 1x aufgeladen) erneuert, im selben Gehäuse jetzt 21 AH mit Litium Yonen System. Euro 300.- Der alte AKKU hatte volle Reichweit bis am letzten Tag des Zusammenbruchs. Auch unser E Auto mit 17 KW Akku hat nach, 7 Jahren 80 000 Km ,noch die Reichweit wie neu. Wie lange der noch geht weiss ich nicht. Man hört von 300 000 Km ohne Probleme .Falls nicht stehen sicher auch schon Firmen parat die „aufmöbeln können `wie der AKKU vom E Bike.

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