Reduziert aufs Wesentliche: Elektroauto SIN aus Dänemark

Copyright Abbildung(en): Biomega

Die Welt der Automobile wird immer vielfältiger, seitdem die Elektromobilität ihren Siegeszug angetreten hat. Denn dank der im Vergleich zu einem Verbrenner viel einfacher aufgebauten Antriebstechnologie ist die Hemmschwelle, sich an die Entwicklung eines Fahrzeugs zu wagen, stark gesunken. Ein aktuelles Beispiel dafür ist der dänische Fahrradhersteller Biomega, der nun mit dem Konzeptfahrzeug SIN auf der Messe CIEE erstmals ein Automobil vorgestellt hat.

Wobei „Automobil“ auf den ersten Blick etwas übertrieben scheint, handelt es sich beim SIN doch um ein recht einfach aufgebautes Mobil aus Carbon mit vier Sitzen. Den klassischen Motorraum vorne oder Kofferraum hinten sucht man wie auch Türen vergebens. „Wir haben alles entfernt, was eigentlich niemand braucht“, sagt der Designer des SIN, Guillermo Callau, im Gespräch mit Wired. Man würde das SIN eher in einem Science-Fiction-Film denn auf unseren Straßen vermuten. In knapp drei Jahren soll sich das – sowie die Sache mit den noch fehlenden Türen – aber ändern, wie die  Wired in einem aktuellen Bericht über die dänischen Automobil-Neulinge schreibt.

Das SIN ist nicht das erste Elektro-Gefährt von Biomega. Erst vor zwei Jahren hatte der Fahrradhersteller ein erstes E-Bike veröffentlicht. „Das hier ist jetzt unser erstes elektrisches Gefährt, das mehr als zwei Räder hat“, so Callau, der sagt, das Mobilität- und Transportwesen habe ihn schon immer fasziniert, „vor allem weil da dort gerade einiges schief läuft.“ Nun will er mit dem schlanken, nur knapp drei Meter langen SIN antreten gegen überfüllte Straßen, dicke SUVs und all die anderen Benziner und Diesel, die für schlechte Luft in den Städten der Welt sorgen.

Das Auto müsse sich ändern, sagt der Designer, es müsse „vernünftiger und rationaler“ werden. Sind wirklich zwei Tonnen Blech nötig, um eine Person jeden Tag für 40 Kilometer von A nach B zu C und zurück nach A zu bringen? Denn das ist die durchschnittliche tägliche Laufleistung eines PKW in Deutschland. Der SIN soll weniger als eine Tonne wiegen und schon allein deshalb deutlich weniger Energie verbrauchen als aktuelle Fahrzeuge.

Für die täglichen Pendlerstrecken sind die 160 Kilometer Reichweite und die 60 kW / 82 PS Leistung mehr als ausreichend. „Wir stellen uns vor, dass jemand damit zur Arbeit fährt oder zum Einkaufen oder ins Kino“, sagt Callau über das Fahrzeug, und fügt hinzu. „Viele Leute überschätzen, wie viel Reichweite sie im Alltag wirklich brauchen – es ist eher ein psychologisches statt ein echtes Problem.“

Der SIN soll wie ein herkömmliches Elektroauto am Kabel geladen werden können, aber auch ein Tausch-System für die Akkus ist in Planung. Dadurch soll es einfacher werden, den schlanken Viersitzer auch im Carsharing einzusetzen. Aufgrund seiner einfachen Bauweise und minimalistischen Ausstattung soll das SIN, wenn es wie von Biomega erhofft im Jahr 2022 auf die Straßen kommt, für weniger als 20.000 Euro zu haben sein. Die Zusammenarbeit mit finanzkräftigen Investoren aus Asien, Biomega zufolge mit „durchaus bekannten Namen“, so Wired, soll dafür den Weg ebnen.

Quelle: Wired – Weltpremiere des SIN: Ein schlankes Elektroauto mit dänischem Design

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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So haben schon viele vorher gedacht – und es auch schon (mäßig) erfolgreich umgesetzt.
Aber jetzt läuft die Idee der Zeit hinterher. (Uniti Cars, Schweden kommt schon auf die Straße, Sion von Sono Motors auch noch vorher, E-go läuft schon vom Band, Microlino u.a. im Frühjahr)

Es gibt also schon voll ausgestattete E-Autos mit Laderaum und Türen zu Preisen unter 20.000 mit weit mehr Reichweite, die vorher auf die Straße kommen.

Dann muss der SIN sich preislich davon deutlich abheben: Erst bei weit unter der E-Go-Grenze von 15.000 Euro (bei 9-10.000 Euro) macht der SIN tatsächlich SINN.

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