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Materialtechnologie- und Recyclingkonzern Umicore bereitet sich auf steigende Akku-Recycling-Nachfrage vor

Photo by Ben Neale on Unsplash
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Der belgische Materialtechnologie- und Recyclingkonzern Umicore plant, seine Recyclingkapazität in den nächsten zehn Jahren im Einklang mit dem schnellen Wachstum des Marktes für Elektrofahrzeuge zu erhöhen. Dies lies der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens vergangenen Donnerstag verlauten. Umicore geht davon aus, dass die Zahl der Elektrofahrzeuge auf den Straßen weltweit im Jahr 2030 etwa 40-mal höher sein wird als im Jahr 2017, was zu einem starken Anstieg der Verfügbarkeit von Altbatterien für das Recycling führt.

Aus diesem Grund bereitet sich das Unternehmen darauf vor entsprechende Entscheidungen für Investments zu treffen, um der steigenden Recyclingnachfrage nachkommen zu können. Derzeit besitze man eine Kapazität von ca. 7.000 Tonnen Altbatterien, dies entspricht dem Recycling von ca. 150.000- 200.0000 Elektroauto-Batterien. Geht man nun davon aus, dass in diesem Jahr mehr als 2 Millionen Elektroautos und Plug-In-Hybride verkauft werden und Umicore selbst von einer vervierzigfachung bis 2030 ausgeht, merkt man schnell, dass ein Invest notwendig wird.

„Wir bereiten uns darauf vor, in der ersten Hälfte des nächsten Jahrzehnts Investitionsentscheidungen zu treffen, weil wir mit größeren industriellen Recyclinganlagen als heute irgendwann um die Mitte der 2020er Jahre fertig werden müssen“ – Marc Grynberg, Vorstandsvorsitzender Umicore

Durch das Recycling selbst werden wichtige Sekundärrohstoffe wie Edelstahl, Aluminium, Kupfer, Kunststoff oder Aktivmaterial zurückgewonnen. Selbst die Energie, welche im Zuge der Entladung aus den Batterien gewonnenen wird kann verwendet werden. Das Unternehmen REDUX hat in Bremerhaven bereits eine entsprechende Anlage in Betrieb genommen.

Im Juni gaben Berenberg-Analysten zu verstehen, dass Umicore um 2020/21 herum 280 Millionen Euro in eine Recyclinganlage investieren würde, was ihr bis 2025 möglicherweise einen Marktanteil von rund einem Drittel beim Recycling von Elektroauto-Batterien verschaffen würde. Umicore selbst gab keinen Kommentar zu dieser Analyse ab und hat lediglich darauf hingewiesen, dass es aktuell zu früh sei, um Einzelheiten über die Höhe der Investitionen zu nennen.

Grynberg gab zu verstehen, dass sogenannte „Second Life“-Anwendungen, bei denen E-Batterien für Aufgaben wie die Speicherung von Strom für Haushalte und Büros wiederverwendet werden, keinen Einfluss auf die Recyclingnachfrage haben würden. Man gehe bei Umicore davon aus, dass dies eine Nischenanwendung für einige private Energiespeicher sein wird, weil die Wirtschaft weder für ein Energiespeicherprojekt im Versorgungsbereich noch für die Netzregulierung funktionieren würde.

Grynberg sagte auch, dass die Pläne der Londoner Metallbörse, Lithium und Kobalt in bar abzuwickeln, „irrelevant“ seien, da die meisten Lieferanten nicht daran interessiert seien.

Ende letzten Monats hat China 17 Städte und Regionen ausgewählt, um ein Pilotprogramm zum Recycling gebrauchter Elektrofahrzeugbatterien zu starten. Hiermit möchte die Regierung auf potenzielle Umweltgefährdungen durch den Status des Landes als weltweit größter Markt für Neufahrzeuge (NEVs) in Angriff nehmen.

Quelle: Reuters – Belgium’s Umicore plans to ramp up EV battery recycling capacity: CEO

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