Nissan forscht in Brasilien an Second-Life-Anwendungen für gebrauchte Elektroauto-Batterien

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Gemeinsam mit der brasilianischen Federal University of Santa Catarina (UFSC) will Nissan an künftigen Second-Life-Anwendungen für gebrauchte Elektroauto-Batterien forschen und arbeiten. Dies wurde mit einer am Mittwoch unterzeichneten Absichtserklärung bekräftigt. In der ersten Phase der Kooperation wird Nissan der Universität zunächst sechs Nissan Leaf-Batterien bereitstellen, die vier Jahre lang in Taxis eingebaut waren.

Die Forscher der Federal University of Santa Catarina (UFSC) wollen dann deren Einsatzmöglichkeit in Energiespeichersystemen evaluieren. Dabei legt man den derzeitigen, durchschnittlichen Stromverbrauch eines Privathaushaltes in Brasilien (170 kWh pro Monat und 5,66 kWh am Tag), zugrunde. Rein theoretisch könne man diesen Energiebedarf, für drei Tage, aus einer einzigen E-Autobatterie entnehmen.

Als weiteres Testprojekt soll Solarenergie mit gebrauchten Elektroauto-Akkus zusammengebracht werden. Hierzu wird zunächst auf dem Gebäude des UFSC-Photovoltaiklabors eine Solaranlage angebracht, deren erzeugte Energie in den Batterien gespeichert wird. In der Nacht, wenn der Strom am teuersten ist, soll dieser dann im Gebäude zur Verfügung stehen. Für Nissan ist das Projekt eine gute Möglichkeit die beiden Säulen der Forschung: Elektromobilität und Energiespeicherung miteinander zu vereinen. Zudem bekommt man einen tieferen Einblick darauf, wie man mit „ausgedienten“ Batterien in Zukunft umgehen kann.

In großem Stil hat Nissan dies bereits umgesetzt. So hat im Juni dieses Jahres der Autobauer in der niederländischen Johan Cruyff Arena bis dato größte Energiespeichersystem Europas eingeweiht. Angetrieben von 148 ehemaligen Elektroauto-Akkus arbeitet das System unabhängig vom konventionellen Stromnetz. In Japan haben sich Nissan und die Tochtergesellschaft 4R Energy mit der Stadt Namie im Nordosten des Landes Lichtmasten installiert, die mit einer Kombination aus Solarzellen mit Batterien betrieben werden, die vorher in Leaf-Fahrzeugen verwendet wurden. Ein Einsatz im Second-Life ist daher durchaus vorstellbar, bevor man die Lithium-Ionen-Akkus vollständig recycelt.

Quelle: eMobilServer – Nissan startet Forschungsprojekt zu Elektroauto-Batterien in Brasilien

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