Der Mercedes-Benz EQC auf Sommererprobung

Mercedes-Benz

Fakten zur Entwicklung und Erprobung des neuen Mercedes-Benz EQC haben wir euch bereits im Mai 2018 präsentiert. Nun gewähren wir einen Einblick hinter die Kulissen des Mercedes-Benz EQC auf Sommererprobung. Für das Team von Mercedes-Benz heißt es in diesem Fall: Arbeiten, wo andere Urlaub machen. Den der Mercedes-Benz EQC macht in Spanien halt. Von Erholung ist dort allerdings keine Spur. Denn auf der iberischen Halbinsel findet ein Teil der Gesamtfahrzeug-Hitzeerprobung statt.

Nach bestandener Wintererprobung absolviert der EQC noch ein umfangreiches Stressprogramm bei intensiver Sonneneinstrahlung und Temperaturen von bis zu 50° Celsius. Besonderes Augenmerk liegt auf den für Elektrofahrzeuge anspruchsvollen Disziplinen wie Klimatisierung und Laden sowie Kühlung der Batterie, des Antriebs und der Steuergeräte bei extremer Hitze. Natürlich werden auch klassische Kriterien wie Fahrdynamik und Fahrkomfort erneut strengen Tests unterzogen.

„Kurz vor der Zielgeraden können wir mit unseren Vorserien-Fahrzeugen hier noch einmal ein extrem anspruchsvolles Testprogramm abfahren. Aber nach erfolgreich absolvierten Härtetests im Winter bei minus 35 Grad sind wir sicher, dass wir auch bei der Hitzeerprobung das Resümee ziehen werden: Wir sind voll im Plan auf dem Weg zur Serienreife!“ – Michael Kelz, Chief Engineer EQC

Die trockene Hitze Spaniens gilt als größte Herausforderung der Sommererprobung. Im Gegensatz zu Fahren bei Kälte, bei denen die Batterie „lediglich“ weniger Leistung liefert, birgt große Hitze die Gefahr eines Schadens. Daher ist es ein Ziel des extremen Tests in Spanien das optimale Management dieser physikalischen Eigenschaften zu erreichen. So steht beispielsweise der Kühlkreislauf der Batterie im Fokus der Eprobung: Wie übersteht sie hohe Leistungsanforderungen? Wie reagiert eine fast schon volle Batterie auf weiteres Laden? Wie beeinflusst die Hitze die Reichweite? Sogar Leerfahrversuche – das sind Fahrten, bei denen die Batterie komplett leergefahren wird – gehören zum Programm.

Die Klimatisierung des Innenraums spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Gerade, wenn die Außentemperaturen jenseits der 25°C aufwärts steigen. Die Klimatisierung spielt dabei während der Fahrt als auch davor eine entscheidende Rolle, denn die Vorklimatisierung ist ein wichtiger Komfortfaktor. Fragen wie „Reicht die angegebene Zeit für die Vorklimatisierung?“ und „Ist die Reichweiten­berechnung unter Einbeziehung der Temperatur korrekt?“ werden hierbei geklärt. Aber auch das Geräuschverhalten einzelner Bauteile wie des Klimakompressors bei Hitze wird explizit unter die Lupe genommen.

Gerade in Spanien kommt dann noch der feine Staub zum Tragen. Dieser setzt sich auf einer Vielzahl von Bauteilen ab und kann sich auf das Dichtungskonzept des EQC auswirken. Auch das Fahren in anderen Ländern stellt den EQC vor Herausforderungen. Werden beispielsweise anders gestaltete Verkehrsschilder erkannt? Klappt die Erkennung der Mautstellen? Werden die Geschwindigkeits­begrenzungen von der Kamera der Assistenzsysteme korrekt detektiert? All diesen Fragen gehen die Entwickler während der arbeitsreichen Testwochen in Spanien nach.

Bevor ein neues Produkt in Serie geht, muss das Gesamtfahrzeug den von Mercedes-Benz definierten Reifegrad erreichen. Das geschieht in mehreren Schritten: Zunächst finden im Vorfeld die digitale Vorauslegung und Simulation statt. Dann erfolgt die Absicherung – entweder einzelner Komponenten auf Prüfständen oder in entsprechenden Versuchsträger-Fahrzeugen. Hierbei wird z.B. die Dauerhaltbarkeit eines Triebstrangverbundes oder einzelner Achsteile überprüft und gewährleistet.

Quelle: Daimler AG – Pressemitteilung vom 18.06.2018

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