Mercedes-Benz eActros elektrifiziert Lieferverkehr in Berlin

Mercedes-Benz

Erst am gestrigen Mittwoch haben wir berichtet, dass Meyer-Logistik Hamburger Supermärkte ab jetzt elektrisch beliefert. In der Hauptstadt kann man dies nicht auf sich sitzen lassen. Auch dort kommt seit gestern ein vollelektrischer eActros zum Einsatz. Dieser wurde für die Praxiserprobung an EDEKA übergeben. Dort wird der erste schwer E-LKW von Mercedes-Benz-Trucks ein Jahr lang durch den Einzelhandels-Verbund getestet. Hierfür wird der eActros mit Kühlaufbau zum Transport von frischen, temperaturgeführten Lebensmitteln in Berlin unterwegs sein.

“Wir freuen uns, dass auch EDEKA als langjähriger Partner nun den eActros erprobt. EDEKA leistet mit seinem Praxiseinsatz des eActros einen wertvollen Beitrag für die Weiterentwicklung zur Serienreife. Für diese tatkräftige Unterstützung danken wir dem Verbund sehr herzlich. Unsere bisherigen Ergebnisse verschiedener Tests stimmen uns sehr positiv. Die 200 Kilometer Reichweite sind absolut realistisch. Kühlsystem und Klima-Anlage haben auch bei einem Jahrhundert-Sommer wie diesem gut funktioniert.” – Andreas von Wallfeld, Leiter Marketing, Vertrieb und Services Mercedes-Benz Lkw

Pro Tag legt der E-Lkw vom Lager am Rande Berlins in Grünheide zu verschiedenen EDEKA-Supermarktfilialen in der Innenstadt und der nahen Umgebung zwischen 150 und 300 km zurück. Gefahren wird der eActros hierzu im Zweischichtbetrieb. Hinsichtlich der Ware ist mit einem Gewicht von bis zu 10 Tonnen zu rechnen. Während des Be- und Entladens wird das Fahrzeug aufgeladen, sodass die Gesamtreichweite des eActros von bis zu 200 km mit einer Batterieladung optimal genutzt wird. Stand heute ist EDEKA das einzige Unternehmen aus der Einzelhandelsbranche in Deutschland, das den eActros im eigenen Fuhrpark einsetzt.

Mit EDEKA findet sich somit ein weiterer Kunde ein, der wie 19 andere Kunden den eActros im Alltag testen und hierzu in die eigene Flotte integrieren. Erwähnenswert ist hierbei die Tatsache, dass die Kunden jeweils einen seriennahen 18- oder 25-Tonner im normalen Betrieb einsetzen und ihn auf seine Alltagstauglichkeit testen. Das Ziel von Mercedes-Benz Trucks ist, ab dem Jahr 2021 lokal emissionsfreies und leises Fahren in Städten auch mit schweren Serien-Lkw zu realisieren – und das betriebswirtschaftlich auf Augenhöhe mit Diesel-Lkw.

Die Testserie gliedert sich in zwei Phasen mit jeweils zehn Kunden und dauert insgesamt ca. zwei Jahre. Die Entwicklung und Erprobung der schweren Elektro-Lkw im Verteilerverkehr wird im Rahmen des Projekts „Concept ELV²“ zu verschiedenen Teilen vom Bundesumweltministerium (BMU) sowie vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert.

“Als Innovationstreiber im Handel spielt der Umgang mit Zukunftstechnologien für EDEKA eine große Rolle. Wir engagieren uns bereits in vielen Bereichen darin, Emissionen zu senken – gerade in der Logistik. Elektromobilität ist hier ein Baustein mit vielen Chancen, aber auch Herausforderungen. Wir freuen uns darauf, mit diesem Praxistest in Berlin wertvolle Erfahrungen zu sammeln.” – Rolf Lange, Leiter Unternehmenskommunikation der Hamburger EDEKA-Zentrale

Der erste schwere E-LKW von Mercedes-Benz-Trucks setzt auf dem Rahmen des Mercedes-Benz Actros auf. Darüber hinaus handelt es sich beim eActros aber um eine vollständig auf Elektroantrieb ausgerichtete Architektur mit hohem Anteil spezifischer Teile. Der eActros holt sich so beispielsweise auch Bauteile aus anderen Fahrzeugen von Mercedes-Benz und vereint diese in sich.

So kommt beispielsweise die Antriebsachse auf dem Typ ZF AVE 130, der sich in Hybrid- und Brennstoffzellen-Omnibussen von Mercedes-Benz bewährt hat, im eActros wesentlich überarbeitet zum Einsatz. Der Antrieb erfolgt über zwei Elektromotoren nahe den Radnaben der Hinterachse. Ihre Leistung beläuft sich auf jeweils 126 kW, das maximale Drehmoment auf jeweils 485 Nm. Nach der Übersetzung werden daraus jeweils 11 000 Nm.

Vergleicht man diese Leistung mit der eines herkömmlichen Diesel-LKW zeigt sich, dass der E-LKW diesem ebenbürtig ist. Die maximal zulässige Achslast liegt bei den üblichen 11,5 Tonnen. Die Energie kommt aus Lithium-Ionen-Batterien mit 240 kWh. Sie lassen sich in Abhängigkeit der verfügbaren Ladeleistung innerhalb von zwei bis elf Stunden vollständig aufladen (bei 150 bzw. 20 kW).

Quelle: Mercedes-Benz – Pressemitteilung vom 23. Oktober 2018

2 Kommentare

  1. ein paar elektrische Actros als Test (!!!) wird verkauft als:

    “.. Mercedes elektrifiziert Berlin….”
    Größenordnung und Effekt sind vergleichbar mit dem Morgentau der letzten Wochen auf den Wasserstand im Rhein.

    1. Steht nicht so da, wie von Ihnen zitiert. Das nur am Rande und rein inhaltlich passt es ja. Ob es zu reißerisch geschrieben ist, darüber darf man sich dennoch streiten. Aber inhaltlich und hinsichtlich der Aussage definitiv korrekt

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