Mercedes-Benz Cars baut zwei weitere Batteriefabriken

Frank Deiß, Leiter Produktion Powertrain Mercedes-Benz Cars und Standortverantwortlicher Mercedes-Benz Werk Untertürkheim, Wolfgang Nieke, Betriebsratsvorsitzender des Mercedes-Benz Werks Untertürkheim, Ergun Lümali, Betriebsratsvorsitzender des Mercedes-Benz Standorts Sindelfingen, Michael Bauer, Leiter der Produktion Mercedes-Benz Werk Sindelfingen und Standortverantwortung

Bei Mercedes-Benz Cars steht man nicht still. Im Gegenteil. Im Zuge der Elektrooffensive erweitert man den globalen Batterie-Produktionsverbund und macht die Werke Sindelfingen und Untertürkheim fit für die Zukunft. Im Sindelfinger Werk entsteht eine neue Batteriefabrik, deren Bauarbeiten in der nächsten Dekade beginnen werden. Das Powertrain-Werk Untertürkheim erhält auch im Werkteil Hedelfingen eine Batteriefabrik, damit vervierfacht sich die ursprünglich geplante Kapazität am Standort.

Insgesamt kann Mercedes-Benz Cars nun auf über acht Batteriefabriken an sechs Standorten auf drei Kontinenten zurückgreifen, wenn es darum geht die eigenen E-Fahrzeuge mit Batterien auszustatten. Der Ausbau der Batterieproduktion ist daher als deutliches Zeichen für die schnelle und notwendige Transformation in Richtung Elektromobilität zu werden. Nachfolgend betrachten wir die Entwicklung etwas detaillierter.

“Wir arbeiten mit Hochdruck an der Umsetzung unserer Elektrooffensive und bauen unseren globalen Batterie-Produktionsverbund konsequent aus. Mit der Batterieproduktion in Sindelfingen und Untertürkheim bringen wir Hightech-Technologien in unsere Werke. In unserem Netzwerk sind wir sowohl für eine flexible und effiziente Fertigung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor sowie Elektrofahrzeugen bestens aufgestellt.” – Markus Schäfer, Mitglied des Bereichsvorstands Mercedes-Benz Cars, Produktion und Supply Chain

Zukunftsbild Sindelfingen – so entwickelt sich das Werk

Durch eine gemeinsame Betriebsvereinbarung – “Zukunftsbild Sindelfingen 2025+ (Next Level)” – mit dem Sindelfinger Betriebsrat richtet Mercedes-Benz das Unternehmen auf die Zukunft aus. Durch die Konzentration und Umschwung auf Batteriefertigung und self-driving cars konzentriert man sich auf Zukunftsfelder der Automobilindustrie und gibt sowohl den Beschäftigten, als auch dem Standort eine gewisse Sicherheit.

Alle Maßnahmen und Verlagerungen können dabei nur mit guten Beschäftigungs- und Personalkonzepten umgesetzt werden”, was zu weiteren Festeinstellungen und zusätzlichen Ausbildungsplätze führt, wie Ergun Lümali, Betriebsratsvorsitzender des Mercedes-Benz Standorts Sindelfingen berichtet.

“Wir machen unser Werk Sindelfingen weiter fit für die Zukunft. Nach der Zusage eines EQ-Fahrzeugs in 2017 ist die Batteriefabrik der nächste konsequente Schritt bei der Weiterentwicklung unseres Standortes hin zur Elektromobilität. Dadurch erhält unsere Mannschaft neue Kompetenzen und trägt zur Umsetzung der Elektrooffensive unseres Unternehmens bei.” – Michael Bauer, Leiter der Produktion Mercedes-Benz Werk Sindelfingen und Standortverantwortung

Neben dem Bau einer neuen Batteriefabrik wurden folgende Vereinbarungen getroffen:

  • Insgesamt werden 150 bisher befristet beschäftigte Mitarbeiter in eine feste Anstellung übernommen.
  • Das Unternehmen erhöht die Anzahl der Ausbildungs- und Studienplätze auf insgesamt 280 für fünf Jahre (2021 bis 2025). Dies bedeutet einen Zuwachs von 30 Plätzen pro Jahr.
  • Das Unternehmen setzt zudem auf die Fortentwicklung der fundierten Qualifizierung der Mitarbeiter im Sinne von Industrie 4.0 und Digitalisierung, um die Mannschaft fit für die Zukunft zu machen.
  • Das Werk Sindelfingen wird künftig in der Factory 56 auch sogenannte self-driving cars fertigen. Hierunter versteht man autonom fahrende Autos, die mit entsprechender Software und Sensoren ausgestattet sind.

Bereits mit dem Zukunftsbild aus dem Jahr 2014 wurden die Weichen für eine umfassende Modernisierung des Werks gestellt. Hierfür investiert das Unternehmen insgesamt 1,5 Milliarden Euro. Diese fließen beispielsweise in die Factory 56, eine der modernsten Automobilproduktionen der Welt. Der Transformationsprozess des Traditionsstandortes ist bereits in vollem Gange: Bereits 2017 erhielt das Mercedes-Benz Werk Sindelfingen den Zuschlag, künftig EQ-Fahrzeuge zu produzieren. Das Werk wird damit Kompetenzzentrum für batterieelektrische Modelle der Ober-und Luxusklasse.

Entwicklung von Untertürkheim – ein Blick in die Zukunft

Auch im Werk in Untertürkheim hat man weitere wichtige Entscheidungen in Richtung Elektromobilität getroffen. Die Kapazität für die bereits im Zukunftsbild 2017 vereinbarte Batteriefabrik wird verdoppelt. Zusätzlich zu der Produktion im Werkteil Brühl entsteht nun auch im Werkteil Hedelfingen eine Batterieproduktion. Der Standort entwickelt sich somit weiter zu einem wichtigen Pfeiler der E-Mobilitätsstrategie des Unternehmens. Untertürkheim wird Stück für Stück zum Hightech Standort für Komponenten der Elektromobilität.

Weitere Maßnahmen, die Unternehmen und Betriebsrat gemeinsam beschlossen haben:

  • Im Werkteil Mettingen wird das bisherige Produktionsportfolio unter Beibehaltung der Kompetenz im Stahlguss überarbeitet.
  • Innovative und flexible Arbeitszeitmodelle im Werkteil Hedelfingen ermöglichen den benötigten Kapazitätsaufbau in der Automatikgetriebe-Produktion auf den vorhandenen Anlagen.
  • Das Powertrain-Werk Untertürkheim wird neben dem zentralen Batteriestandort Kamenz zu einem weiteren bedeutenden Standort für Batterien transformiert.
  • Für die Batterieproduktion im Werkteil Hedelfingen werden die flexiblen arbeitspolitischen Rahmenbedingungen der Batteriefabrik in Brühl aus der Vereinbarung von 2017 übernommen.

Man verlässt sich aktuell immer noch auf den Verbrennungsmotor mit Getriebe und Achsen als stabiles Rückgrat für eine stabile Beschäftigung. Zeigt aber zugleich auf, dass das Werk eine Zukunft hat, egal ob vollelektrisch, Plug-In oder Hybrid diese prägen werden, so Wolfgang Nieke, Betriebsratsvorsitzender des Mercedes-Benz Werks Untertürkheim.

Globaler Batterieproduktionsverbund wächst und wächst…

Aktuell besteht der Batterie-Produktionsverbund aus sechs Fabriken an fünf Standorten auf drei Kontinenten. Dieser teilt sich aktuell wie folgt auf.

  • In Kamenz läuft die Produktion der Batterien bereits seit 2012. Zudem entsteht gerade eine zweite Batteriefabrik am Standort.
  • In Stuttgart-Untertürkheim ist im Werkteil Brühl eine Batteriefertigung geplant.
  • Außerdem bauen Daimler und BAIC eine lokale Batterieproduktion am bestehenden Standort im Yizhuang Industrial Park in Peking (China).
  • In der Nähe des bestehenden Mercedes-Benz Werks in Tuscaloosa (USA) ist der Bau einer Batteriefabrik geplant.
  • Gemeinsam mit dem lokalen Partner Thonburi Automotive Assembly Plant (TAAP) wird Mercedes-Benz Cars bis 2020 eine Batterieproduktion in Bangkok (Thailand) errichten.

Mit Sindelfingen und einer weiteren Fertigung in Untertürkheim kommen die siebte und achte Fabrik im globalen Produktionsverbund hinzu. Mit den zwei neuen Fabriken schafft Mercedes-Benz Cars zusätzliche Kapazitäten. Diese Entscheidung hat keine Auswirkungen auf Kapazitäten oder Investitionen auf die bereits geplanten Batteriefabriken.

Quelle: Mercedes-Benz – Pressemitteilung vom 25.07.2018

Ein Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.